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Vom Fahrrad bis zur Standbohrmaschine: Fundsachenversteigerung auf dem Rathausplatz

Herfords Bieter zeigen großes Herz

Herford

Wein trinken, ein Bier zu sich nehmen und nebenbei ein Fahrrad für fünf Euro ersteigern: Zu einer launigen Veranstaltung wird die Fundsachen-Versteigerung, die in diesem Jahr auf dem Rathausplatz stattfindet.

Von Hartmut Horstmann

Sven Hoock und Thomas Böhm leiten die Versteigerung. Einen großen Teil der Auktionsmasse machen Fahrräder in verschiedenen Größen aus. Foto: Hartmut Horstmann

Den größten Anteil bilden Fahrräder – 88 sollten unter den Hammer kommen. „Ein Fahrrad mit Seiteneinstieg“, wie es der Auktionator Thomas Böhm tituliert, bringt allerdings gerade mal einen Euro. Der Sattel sitzt schief drauf – doch wer in puncto Reparatur findig ist, dürfte mit dem in die Jahre gekommenen Rad keine Probleme haben.

Fundsachenversteigerung – das ist in diesem Jahr auch eine Veranstaltung der großen Herzen. So sichert sich der Herforder Dorukhan Cengiz für einen Euro eine Gehhilfe. „Zum Glück brauche ich sie selbst nicht“, sagt der 23-Jährige. „Ich habe sie für Verwandte aus der Türkei ersteigert.“

Auch Marc O’Connor aus Verl bietet für einen guten Zweck mit. Ein Rollstuhl, den er spenden will, hat es dem Betreiber eines Flammkuchenstandes angetan. Dabei ist ihm entgangen, dass die Ersteigerung kombiniert ist mit einer Standbohrmaschine und einer Jürgen-Drews-CD. Alles zusammen bekommt er für 35 Euro. Sein Kommentar: „Das ist ein Schnapper.“

An ihren Enkelsohn denkt Uschi Simon aus Vlotho, als sie für einen Euro einen Roller mit nach Hause nimmt. Und Yilmaz Akman interessiert sich für eine Adidas-Tasche, die jemand samt Schwimmzeug irgendwo vergessen hatte. Den Inhalt werde er wohl nicht benötigen, meint er, aber die Tasche sei für seine Tochter genau richtig.

Mindestens ein halbes Jahr mussten die Gegenstände im Fundbüro bleiben, um versteigert werden zu können. Da es wegen Corona 2020 keine Auktion gab, sind es Fundstücke aus zwei Jahren. Der Erlös fließt in die Stadtkasse.

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