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Tafel in Halle ruft Bürger zu Spenden bis 14. Dezember auf – Bürgermeister Tappe besucht das Team der Haller Verteilstelle

„Hier kommt Hilfe an, wo sie gebraucht wird“

Halle

In diesen Tagen fiel in Halle der Startschuss für die weihnachtliche Extrasammlung der Tafel. Noch bis zum 14. Dezember sind die Menschen aufgerufen, haltbare Lebensmittel, Süßigkeiten und Hygieneartikel zu Spenden, um Bedürftigen zum Fest eine besondere Freude zu machen.

Bürgermeister Thomas Tappe bedankt sich beim Team von der Verteilstelle der Tafel im DRK mit einem Präsent. Foto: Stadt Halle

Und die Nachfrage ist groß: Aufgrund der zuletzt kräftig gestiegenen Preise und der weiter grassierenden Pandemie rechnen die Ehrenamtlichen der Haller Tafel damit, dass mehr Menschen als sonst die Angebote der Tafel in Anspruch nehmen werden.„Bei vielen sind die Reserven durch die anhaltende Pandemie aufgebraucht“, berichtet Marie-Luise Bornemann-Kulina vom 14-köpfigen Team der Tafel.

Zweimal in der Woche verteilen die Helferinnen und Helfer in Halle Lebensmittel. Montags in der Verteilstelle Oase an der katholischen Kirche, freitags im Haus des DRK. „Aktuell versorgen wir ca. 200 Personen, davon rund 40 Prozent Kinder“, so Bornemann-Kulina. Anspruchsberechtigt seien grundsätzlich alle Menschen, die an der Armutsgrenze leben. Diese Grenze definiert sich mit weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens. Nachgewiesen wird die Bedürftigkeit in den Verteilstellen durch Vorlage der Leistungs- oder Rentenbescheide sowie des Mietvertrages. Anschließend können Berechtigte einmal pro Woche einen Korb mit Lebensmitteln bei der Tafel abholen.

Wichtig, die Menschen aus der Isolation zu holen

Doch die Tafel ist viel mehr als nur eine reine Lebensmittelausgabe. „Wir sind ein Ort der Begegnung, wir begegnen den Menschen auf Augenhöhe und haben Verständnis für ihre Lebenssituation“, sagt Bornemann-Kulina. Wichtig sei es, die Menschen aus der Isolation zu holen, in die sich viele – auch aus Scham – zurückziehen. Das Team habe stets ein offenes Ohr für Sorgen, Nöte und Freude, für alle Menschen, gleich welcher Herkunft, welchen Alters oder welcher Religion.

Als gemeinnützig mildtätiger Verein arbeitet die Tafel überparteilich und überkonfessionell. Sie trägt sich durch Fördergelder, Spenden und Mitgliedschaften. „Ein wichtiges Ziel ist es, einwandfreie Lebensmittel vor dem Verderb zu bewahren und an Bedürftige weiterzugeben“, sagt Bornemann-Kulina. So würden jedes Jahr rund 130 Tonnen an Lebensmitteln im Kreis Gütersloh gerettet.

„Hier wird Geduld, Toleranz und Nachsicht vorgelebt“

Bürgermeister Thomas Tappe überzeugte sich vor Ort von der Arbeit der Ehrenamtler. „An Orten wie diesen wird Geduld, Toleranz und Nachsicht vorgelebt. Ohne Menschen wie Sie würde gesellschaftliches Miteinander nicht funktionieren“, sagte Tappe. Er zeigte sich beeindruckt, mit wie viel Aufwand die Lebensmittel gesammelt, nach verschiedensten Gesichtspunkten wie Allergien getrennt und schließlich attraktiv präsentiert werden. Sein Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger: „Nutzen Sie die Extrasammlung. Hier kommt Hilfe genau dort an, wo sie gebraucht wird.“

Spenden können an diesen Sammelstellen abgegeben werden: Rathaus I; Deutsches Rotes Kreuz, Bismarckstraße 1 (freitags 9 bis 12 Uhr); Herz-Jesu-Kirche (9 bis 17 Uhr); Gemeindehaus Künsebeck, Teutoburger Straße 20; ORGA Pro Hörste, Alte Dorfstraße 6 (9 bis 17 Uhr); Gemeindehaus Bokel (dienstags 19 bis 21 Uhr und mittwochs 18.30 bis 19.30 Uhr). Näheres bei Marie-Luise Bornemann-Kulina, Telefon 05201/9261, bei Marlene Rammert, Telefon 05201/9957, und auf www.gueterslohertafel.de.

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