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Die Corona-Lage im Kreis Paderborn am Donnerstag, 9. September: 120 Schüler derzeit positiv getestet

Höchste Inzidenzwerte bei Fünf- bis 19-Jährigen

Paderborn/Salzkotten

Für den Zeitraum von Mittwoch bis Donnerstag (jeweils 11 Uhr) hat die Kreisverwaltung am Donnerstagnachmittag 79 Corona-Neuinfektionen bekannt gegeben. Die meisten Ansteckungen passierten in Schulen, Kindergärten und bei privaten Feiern, heißt es.

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Eine Frau erhält eine Auffrischimpfung gegen das Coronavirus (Symbolbild). Foto: Bernd Weißbrod/dpa

In 56 Schulen sind derzeit drei Lehrkräfte sowie 120 Schülerinnen und Schüler, in 15 Kindergärten sieben Erzieher und acht Kinder positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Da 58 weitere Erkrankte eine akute Infektion überstanden haben, sind derzeit 718 Menschen offiziell mit Sars-CoV-2 infiziert, 21 mehr als am Vortag. Diese aktiven Fälle verteilen sich wie folgt: Paderborn 332, Delbrück 114, Salzkotten 79, Bad Lippspringe 56, Hövelhof 33, Lichtenau 25, Büren 25, Altenbeken 23, Bad Wünnenberg 19, Borchen 12.

30 Corona-Patienten werden im Kreis derzeit im Krankenhaus behandelt, 10 von ihnen intensivmedizinisch. Am Mittwoch waren es 9 von 31 Patienten. Die Zahl der Personen, die sich in Quarantäne befinden, ist von 2461 auf 2484 gestiegen.

9. September 2021: Das Corona-Geschehen im Kreis Paderborn im Überblick. Foto: Kreis Paderborn

Kaum Veränderung: Das Landeszentrum Gesundheit (LZG) hat am Donnerstagmorgen für den Kreis Paderborn eine Wocheninzidenz von 102,5 ausgewiesen (Datenstand: 0 Uhr), was 316 Corona-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen entspricht. Beim LZG sind am Mittwoch 73 Corona-Fälle aus dem Kreis Paderborn neu in die Statistik eingeflossen, davon datierte die Landeseinrichtung in Bochum 58 auf den Mittwoch selbst (15 Nachmeldungen; siehe unten auch: Melde- und Übermittlungsverzug). Am Mittwoch betrug die Inzidenz 102,8, am Donnerstag vor einer Woche 94,7 und vor einem Monat noch 39,6.

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Donnerstag, 9. September, bei 108,4 (Vortag: 109,4) und in Deutschland bei 83,5 (83,8). Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 98,1 (106,6) – Hochsauerlandkreis 92,3 (90) – Höxter 79,4 (69,4) – Lippe 109,5 (113) – Soest 69,4 (61,8).

Der Kreis Paderborn veröffentlicht auf seiner Website (hier geht es direkt zum Dashboard) für die Städte und Gemeinden „kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen“ (Stand: Donnerstag, 9. September, 11 Uhr):

Altenbeken 186,7 (Vortag: 142,8) – Bad Lippspringe 195 (142,8) – Bad Wünnenberg 73,7 (49,2) – Borchen 37,1 (44,5) – Büren 79,2 (79,2) – Delbrück 165,4 (206) – Hövelhof 129,5 (129,5) – Lichtenau 113,7 (123,3) – Paderborn 90,2 (96,1) – Salzkotten 119,9 (107,9).

Blick auf die Altersverteilung

Nach Angaben des LZG verteilten sich die die Corona-Fälle im Kreis Paderborn wie folgt auf die Altersgruppen (Datenstand: Donnerstag, 9.9., 0 Uhr). Angegeben ist zudem die Sieben-Tage-Inzidenz.

0 bis 4 Jahre: 6 Fälle – Inzidenz von 38,3

5 bis 9 Jahre: 30 – 200,1

10 bis 14 Jahre: 40 – 272,2

15 bis 19 Jahre: 35 – 216,4

20 bis 24 Jahre: 24 – 114,4

25 bis 29 Jahre: 20 – 92,6

30 bis 34 Jahre: 32 – 148

35 bis 39 Jahre: 28 – 142,2

40 bis 44 Jahre: 13 – 71,2

45 bis 49 Jahre: 19 – 103,3

50 bis 54 Jahre: 19 – 82,6

55 bis 59 Jahre: 11 – 45,8

60 bis 64 Jahre: 10 – 46,9

65 bis 69 Jahre: 8 – 46,4

70 bis 74 Jahre: 12 – 95,7

75 bis 79 Jahre: 4 – 40,4

80 bis 84 Jahre: 3 – 28,7

85 bis 89 Jahre: 2 – 39,1

über 90 Jahre: 0 – 0

Inzidenzwert und NRW-Coronaschutzverordnung

Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Maßgeblich sind die Inzidenzwerte, die das RKI in einer Tabellendatei auf dieser Website veröffentlicht: https://www.rki.de/inzidenzen.

In Nordrhein-Westfalen ist am Freitag, 20. August, die neue Coronaschutzverordnung in Kraft getreten (hier als PDF). Das Regelwerk enthält nicht mehr mehrere Inzidenz- und Maßnahmenstufen. Es gilt das Einsetzen der 3G-Regel – geimpft, getestet, genesen – ab einer Inzidenz von 35 oder mehr (in einem Kreis/einer kreisfreien Stadt oder landesweit an fünf Tagen hintereinander). Geimpften, genesenen und getesteten Menschen stehen mit der neuen Regelung auch bei höheren Ansteckungszahlen viele Angebote des gesellschaftlichen Lebens offen. Die neue Fassung der Corona-Schutzverordnung gilt zunächst vier Wochen bis einschließlich 17. September. Ein Überblick der neuen Regelungen findet sich hier auf der Internet-Seite des Landes.

Es folgen die vergangenen sieben Werte für den Kreis Paderborn (102,5 – 102,8 – 117,7 – 100,5 – 100,9 – 102,8 – 105,1) und für NRW (108,4 – 109,4 – 113,7 – 115 – 114,9 – 116,6 – 118,9).

Impfen und Impfzahlen

Im Paderborner Kreisgesundheitsamt sind bislang 205 Impfdurchbrüche verzeichnet worden (Stand 9. September). Vor einer Woche lag die Zahl bei 146. Von einem Impfdurchbruch spricht man, wenn Personen trotz vollständiger Impfung Covid-19-Symptome entwickeln und positiv auf das Coronavirus getestet werden. Derzeit sind 196.352 Personen im Kreis Paderborn, rund 64 Prozent der Bevölkerung, vollständig geimpft. Die Kreisverwaltung verweist auf Ausführungen das Robert-Koch-Institut: „Dass mit steigender Impfquote es zu mehr Impdruchbrüchen komme, sei zu erwarten, sagt dazu das RKI und führt drei Gründe an: Erst einmal sei die Wirksamkeit der COVID-19-Impfungen sehr gut, aber keine Impfung schütze zu 100 Prozent. Wenn die Impfquote steige, steige mit ihr auch die Wahrscheinlichkeit, dass unter allen Personen, die sich infizieren bzw. erkranken, auch Geimpfte seien. Die Anzahl der Impfdurchbrüche sei darüber hinaus auch von der Anzahl der aktiven Fälle abhängig. Einfach formuliert: Mit einem dynamischen Infektionsgeschehen steigt auch die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren.“

„Vollständig geimpfte Personen, die sich trotzdem mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 angesteckt haben, entwickeln in der Regel aber nur leichte Symptome oder bleiben ohne Krankheitszeichen. Zudem ist das Risiko einer Virusübertragung durch vollständig geimpfte und dennoch infizierte Personen so sehr reduziert, dass sie für das Infektionsgeschehen keine wesentliche Rolle mehr spielen“, führt der Kreis mit Verweis auf die Bundeszentrale für gesundeitliche Aufklärung weiter aus. Im Kreis Paderborn musste bislang nur eine geimpfte Person im Krankenhaus behandelt werden. Der Erkrankte ist Mitte 70 und leidet unter Vorerkrankungen. Die Gründe für einen Impfdurchbruch sind vielfältig. „Das können beispielsweise Krebserkrankte sein, die sich einer Chemotherapie unterziehen, Autoimmunerkrankte oder alte Menschen, die keine ausreichende Immunantwort entwickeln konnten“, erläutert die Leiterin des Paderborner Kreisgesundheitsamtes, Dr. Constanze Kuhnert.

Das Impfzentrum des Kreises in der Sälzerhalle in Salzkotten hat diese Woche täglich geöffnet: von Montag bis Freitag von 8 bis 13 Uhr und von 14 bis 19.30 Uhr. Und am Wochenende werden die Öffnungszeiten wegen des „Sälzer Septembers“ in Salzkotten erweitert: Samstag von 8 bis 20 Uhr, Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Angeboten werden der Impfstoff von Biontech und vormittags zusätzlich „Johnson & Johnson“). Ein Termin ist nicht erforderlich. Außerdem werden weitere Impfaktionen im Kreis angeboten (Link zur Übersicht auf der Kreis-Website).

Laut Impfbericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat es im Kreis Paderborn bis einschließlich Mittwoch, 8. September, folgende Impfungen gegeben:

– in den Arztpraxen: 94.283 (Dienstag: 93.967) Erstimpfungen, 78.961 (78.688) Folgeimpfungen, 86.061 (85.778) vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen), 444 (381) Auffrischungsimpfung/Booster-Impfungen

– im Kreis-Impfzentrum in der Salzkottener Sälzerhalle: 82.022 (81.923) Erstimpfungen, 78.621 (78.249) Folgeimpfungen, 81.859 (81.467) vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen), 30 (21) Auffrischungsimpfungen/Booster-Impfungen

Zudem impfen Krankenhäuser und Betriebsärzte. Seit Juni werden mobil durchgeführte Impfungen zum Großteil im Impfzentrum dokumentiert.

www.corona-kvwl.de/impfbericht

Dashboard des Kreises Paderborn zu Corona-Impfungen

Hintergrund

Weitere Informationen

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie im Newsblog des WESTFALEN-BLATTES.

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19: www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem eine Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen und eine Schnelltest-Seite inklusive Teststellen www.kreis-paderborn.de/schnelltest erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Unter der Rufnummer 116117 werden Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung beantwortet – kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr.

Hier informiert die Bundesregierung zum Coronavirus und zur Corona-Schutzimpfung.

Und hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona, aktuelle Fassung der Coronaschutzverordnung als PDF .

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

Kreis Paderborn: „Für die Städte und Gemeinden veröffentlichen wir kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen. ... Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden. So meldet der Kreis Paderborn Personen mit einem positiven Schnelltest (POC-Test) als Infektionsfall und veröffentlicht diese, noch bevor er durch einen PCR-Test bestätigt wurde. Das LZG veröffentlicht hingegen gemäß den bundesweiten RKI-Vorgaben Infektionsfälle mit einem positiven PCR-Test. Alle Beteiligten sind grundsätzlich bemüht, diese Abweichungen möglichst gering zu halten. Sie sind aber teils aufgrund der Abläufe im Meldeprozess, teils aber auch aus den unterschiedlichen Aufgabenstellungen der verschiedenen Ebenen nie gänzlich vermeidbar.“ Quelle: Kreis Paderborn (Reiter „Copyright“)

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