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Mehr als 230.000 Euro gespendet und Hilfstransporte auf den Weg gebracht

Hövelhofer Hilfe zugunsten ukrainischer Menschen ist grenzenlos

Hövelhof

Als Russland den Angriffskrieg auf die Ukraine startete, wollten die Vorstandsmitglieder des Sennekults, der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin, die Sennegemeinde Hövelhof und die freiwillige Feuerwehr nicht tatenlos zusehen. Gemeinsam riefen sie Ende Februar die Initiative „Hövelhof hilft“ ins Leben. Die Resonanz ist überwältigend: Seitdem sind mehr als 230.000 Euro an Geldspenden und unzählige Sachgüter zusammengekommen, die den Menschen in der Ukraine, aber auch Kriegsflüchtlingen, die in der Sennegemeinde Schutz suchen, zugute kommen.

Von Per Lütje

Mitte April übergab die Initiative „Hövelhof hilft“ – links deren Mitbegründer Christian Bökamp – Medikamente an den Med-Care-Professional-Rettungsdienst in Hattingen, der die Hilfsgüter via Luftbrücke an die ukrainische Grenze flog. Foto: Hövelhof hilft/Uwe Schiermeyer

Seit der Gründung der Initiative sind zwei Transporte voller Hilfsgüter aus Hövelhof zur 1200 Kilometer entfernten polnisch-ukrainischen Grenze gefahren. Zusätzlich wurden mit Hövelhofer Spenden finanzierte Medizinlieferungen in das kriegsgebeutelte Land gebracht – zum Teil mit Hilfstransporten aus Delbrück, aber auch mit einer Luftbrücke aus Hattingen (Med-Care-Professional-Rettungsdienst). „Wir haben erneut Medikamente und Notfallrucksäcke im Wert von 20.000 Euro bestellt, die demnächst mit der Luftbrücke auf den Weg gebracht werden“, erklärt Christian Bökamp vom Verein Sennekult.

Unterstützung fand Bökamp bei der Gründung bei der Initiative der Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin Hövelhof, namentlich Dr. Georg Schneider und Marcel Arp. Zudem engagieren sich Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz, Malteser Hilfsdienst, Pastoralverbund Delbrück-Hövelhof, St.-Hubertus-Schützenbruderschaft und Hövelhofer Verkehrsverein sowie darüber hinaus zahlreiche Vereine und viele Ehrenamtliche aus der Bürgerschaft.

Willkommenstüten für die nach Hövelhof Geflüchteten

Geholfen wird aber nicht nur den Menschen in der Ukraine, sondern auch den Geflüchteten aus dem Kriegsland in Hövelhof. Neben Willkommenstüten, die zur Überbrückung der ersten Tage mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln für den täglichen Bedarf gefüllt sind – verantwortlich zeichnet hier vornehmlich Raphael Athens –, sind mehrere Begegnungsaktionen mit Musik, Spiel, Sport und Verkostung organisiert worden, um Geflüchtete und Einheimische zusammenzubringen. „Damit sollen diese Menschen die Möglichkeit haben, aus ihrem Alltag zu entfliehen und ein paar schöne Stunden zu verleben.“

Aktuell haben 164 Personen aus der Ukraine in Hövelhof Zuflucht gefunden, davon sind 66 Kinder. 122 Personen wohnen in gemeindlichen Unterkünften. „In den nächsten Tagen werden weitere 24 Personen erwartet, die ebenfalls in einer gemeindlichen Einrichtung untergebracht werden“, teilte Gemeindesprecherin Ricarda Michels auf Anfrage mit.

Um die Hilfen bestmöglich zu koordinieren, greift die Gemeinde auf die bewährten Strukturen zur Flüchtlingsarbeit zurück. Insbesondere der „Runde Tisch Flüchtlingshilfe“ trifft sich in regelmäßigen Abständen für den persönlichen Austausch. In dem Arbeitskreis sind die in der Flüchtlingsarbeit hauptamtlich wie ehrenamtlich tätigen Personen vertreten, die ihre Arbeit und Hilfen aufeinander abstimmen.

Auch die Schützen haben gesammelt

So hat das kommunale Familienzentrum Schatenstraße einen Sprachtreff und eine Eltern-Kind-Gruppe für Flüchtlinge angeboten. Die Angebote der Organisationen „Jacke und Co“, „Tragbar“, „Brot und mehr“ sowie die „Schulmaterialienkammer“ werden gut angenommen.

Auch der Bad Lippspringer Unternehmer Thorsten Klahold, der Klemmbausteine vertreibt, zeigte ein Herz für die Kinder aus ukrainischen Flüchtlingsfamilien und lieferte zwei Europaletten voller Spielesets nach Hövelhof.

Die Spendenbereitschaft habe nach Angaben von Christian Bökamp zwar etwas nachgelassen, sei aber immer noch hoch. „Es gehen jede Woche immer noch mehrere 1000 Euro auf dem Spendenkonto ein.“ So haben zuletzt auch die Hövelhofer Schützen während des Schützenfestes rund 4500 Euro zugunsten der Initiative gesammelt. Christian Bökamp hofft, dass die Hilfsbereitschaft nicht abreißt: „Die Not der Menschen in und aus der Ukraine ist nach wie vor groß.“

So können Sie helfen

Die Arbeitsgemeinschaft Notfallmedizin hat bei der Volksbank-Hövelhof ein Spendenkonto eingerichtet: IBAN DE48 4726 2703 7825 0000 00, Verwendungszweck: Hövelhof hilft. Menschen, die selbst Wohnraum zur Verfügung stellen möchten, können sich unter Tel. 05257/5009105 oder per E-Mail an [email protected] bei Justin Linnartz melden.

Bürger, die die ukrainische Sprache beherrschen und als potenzielle Sprachmittler zur Verfügung stünden, können sich an den Mitarbeiter des Integrationsbüros, Ralf Daut, wenden. Per E-Mail an [email protected] oder telefonisch unter 05257/5009-207 steht er als Ansprechpartner für Flüchtlinge sowie ehrenamtliche Helfer zur Verfügung.

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