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Heimische Unternehmer planen Engagement in gemeinnützigem Bauverein – Vorbild Schützen- und Bürgerhaus

Hövelhofer wollen Bad selbst bauen

Hövelhof

Für den geplanten Neubau eines Hallenbades in Hövelhof gibt es einen neuen Ansatz. Einer Pressemitteilung zufolge ist die Gründung eines gemeinnützigen Bauvereins geplant, der das Hallenbad für die Gemeinde errichten und zunächst betreiben möchte.

Wollen sich im Zuge der Hallenbad-Neubauplanungen für einen gemeinnützigen Bauverein engagieren (von links): Karl Schulmeister, Franz-Josef Kaimann, Lars Schulmeister, Rolf Hölscher, Bürgermeister Michael Berens, Uwe Eschen, Matthias Vonderheide, Wolfgang Thorwesten, Mathias Schlotmann, Antonia Schulmeister und Wolfgang Nolte Foto: Gemeinde Hövelhof

Als Vorbild dient der Bau des Schützen- und Bürgerhauses 2008, das mit gemeindlicher Förderung ebenfalls in Eigenregie gebaut wurde. Der damalige Koordinator Karl Schulmeister gehört auch im Hallenbad-Bauverein wieder zu den Initiatoren. Für den Hövelhofer Unternehmer Franz-Josef Kaimann, der bereits über umfangreiche Erfahrungen als Bauherr großer Logistikcenter für die Deutsche Post verfügt, ist das Projekt ein großes Herzensanliegen.

Die Initiatoren versprechen sich von ihrer Idee eine schnellere und günstigere Realisierung des Sennebades, da der Verein nicht an öffentliche Ausschreibungsverfahren gebunden ist und damit überwiegend auf das heimische Handwerk zurückgreifen kann. „Großzügige Spendenzusagen von heimischen Unternehmen liegen uns bereits vor. Unsere Betriebe möchten sich sogar mit Hand- und Spanndiensten einbringen“, sind die Initiatoren von der Verankerung ihrer Idee in der heimischen Wirtschaft überzeugt.

Der Verein wolle eine GmbH gründen, die das vorgesehene Grundstück (auf dem „roten Platz“ zwischen HoT und Dreifachhalle) von der Gemeinde in Erbpacht übertragen bekäme. Zur Absicherung der notwendigen Kreditfinanzierung wäre eine gemeindliche Bürgschaft erforderlich. Die Genehmigungsplanung und der Bau würden anschließend nach einem vom Gemeinderat festgelegten Standard erfolgen und damit wie geplant fünf Schwimmbahnen sowie ein Lehrschwimmbecken umfassen. Für den Betrieb des Hallenbades würde die Gemeinde ihr vorhandenes Personal stellen und einen Defizitausgleich zusichern.

„Wir brauchen möglichst schnell ein neues Hallenbad und wollen dabei gerade mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen in der Branche die Baukosten im Griff behalten“, sieht Bürgermeister Michael Berens (CDU) in dem Vorschlag durchaus einen gewissen Charme. Zunächst müsse jedoch das Votum des Ratsbürgerentscheides am 26. September abgewartet werden.

Ursprünglich war geplant, die Planungsleistungen nach konservativem Muster europaweit auszuschreiben. Mit einem Baustart wäre in diesem Fall jedoch frühestens im Jahre 2023 zu rechnen. Die alternative Beauftragung eines Generalunternehmers wäre ebenfalls an formale und zeitaufwendige Schritte gebunden und würde das heimische Handwerk benachteiligen. „Der nun vorgeschlagene Weg über einen Hallenbauverein könnte den Neustart des Sennebades erheblich beschleunigen und die Investitionskosten deutlich minimieren“, so Michael Berens.

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