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Arbeitskreis beteiligt sich mit Ausstellung an den Frauenaktionswochen – fast 150 Vorfälle aus dem Jahr 2021 bekannt

„Rote Schuhe“ als Symbol gegen Gewalt in Höxter

Kreis Höxter

Der Arbeitskreis „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern im Kreis Höxter“ möchte im Rahmen der Frauenaktionswochen der Stadt Höxter bis zum 20. Mai dafür sensibilisieren, dass häusliche Gewalt kein individuelles, sondern ein gesellschaftliches Problem ist, welches sich durch alle sozialen Schichten zieht.

Der Arbeitskreis „Gegen Gewalt an Frauen und Kinder im Kreis Höxter“ setzt sich mit Hilfe von verschiedenen Expertinnen für von gewaltbetroffenen Frauen und Kinder ein. Im Rahmen der Ausstellung denken sie an alle ermordeten Opfer (von links): Anna Lütkefend (Kreis Höxter), Claudia Pelz-Weskamp (Stadt Höxter), Stephanie Werk-Ferber (Kreis Höxter), Anne Schoppmeier (Inhaberin A&K Schuhmoden), Dagmar Hensler (Frauen- und Kinderschutzhaus) und Samea Heinze (Stadt Höxter) Foto: Kreis Höxter

Mit einer Ausstellung wollen sie auf Zahlen hinweisen, die erschrecken: Fast 150 Fälle von häuslicher Gewalt gab es im vergangenen Jahr im Kreis Höxter. Rund 140 Frauen in Deutschland wurden 2020 durch ihren Partner oder ihren Ex-Partner getötet. Damit stirbt statistisch jeden dritten Tag eine Frau durch partnerschaftliche Gewalt. „Wir setzen in Form von roten Schuhen ein Zeichen der Solidarität mit von Gewalt betroffenen Frauen. Jedes einzelne Paar steht für ein Opfer, das durch Gewalt gestorben ist. Die Farbe Rot symbolisiert vergossenes Blut“, berichtet der Arbeitskreis.

Die Ausstellung findet ihren Platz im Schaufenster von A&K Schuhmoden in der Marktstraße 33 in Höxter. Interessierte können sich dort über sogenannte Femizide, also den Mord an Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts, informieren und erhalten Verweise auf Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder im Kreis Höxter. „In Deutschland ist rund jede vierte Frau und jedes fünfte Kind Opfer von häuslicher Gewalt, aber aus Scham darüber schweigen viele Betroffene. Da die Gewalt überwiegend im vermeintlichen Schutzraum der eigenen vier Wände stattfindet, möchten wir ihnen Mut machen, darüber zu sprechen.“

Die Aktionsform geht zurück auf die mexikanische Künstlerin Elina Chauvet, die das Projekt „Zapatos Rojos“ (Rote Schuhe) 2009 ins Leben gerufen hat und schon in verschiedenen Ländern Aktionen mit roten Schuhen gemacht hat, um an vermisste, misshandelte, vergewaltigte und ermordete Frauen zu erinnern. Für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben, gibt es in Deutschland als Beratungsangebot des Bundesfamilienministeriums das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Unter der kostenlosen Rufnummer 08000 116 016 und mit einer Online-Beratung werden Betroffene aller Nationalitäten unterstützt, mit und ohne Behinderung – 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr. Weitere Informationen zum Arbeitskreis „Gegen Gewalt an Frauen und Kindern im Kreis Höxter“ sowie die Hilfsangebote im Kreis Höxter gibt es im Internet unter: „www.am-anfang-war-es-liebe.de“.

Die Ausstellung regt zum Innehalten an. An diesem Samstag führt auch der Rundgang zu dem Schaufenster, den das Ludwig-Schloemann-Haus und der Zonta-Club Höxter gemeinsam anbieten: Von der Stummrigestraße aus (Treffpunkt ist vor dem Café Heimisch) gehen Frauen und Männer zu den Hut-Installationen, die Mitarbeiterinnen und Bewohnerinnen der Wohnstätte passend zum Leitwort der Frauenaktionswochen, „alles unter einen Hut“, gestaltet und in der Innenstadt platziert haben. Los geht es um 11 Uhr. Der Rundgang trägt den Titel „Gut behütet“.

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