Entwicklungskonzept für ehemalige Paderborner Kaserne beinhaltet viele innovative Ideen

Im Waldkamp soll der Regen versickern

Paderborn

Das Gelände der ehemaligen Dempsey-Kaserne, das künftig Waldkamp heißen soll, soll ein besonders klimafreundliches Entwässerungssystem erhalten. Im Wohngebiet des gut 20 Hektar großen Areals zwischen Husarenstraße und Reiterpfad im Paderborner Ortsteil Schloß Neuhaus sollen Niederschläge vollständig versickern.

Von Maike Stahl

Im Waldkamp sollen Wohnen, Arbeiten und die Natur jeweils angemessen berücksichtigt werden. Immerhin gut ein Viertel bliebe laut Plan als Wald erhalten. Mit den geplanten Grünflächen blieben insgesamt gut 8 Hektar naturnah.

Das überarbeitete Entwicklungskonzept, das am Dienstag (17 Uhr, Rathaus) zunächst im Bezirksausschuss Schloß Neuhaus/Sande vorgestellt wird, bildet die Grundlage für die Wertermittlung durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Erst wenn diese den Kaufpreis nennt, entscheidet der Stadtrat darüber, ob das Kasernengelände gekauft wird.

Wohnen

Insgesamt sind im Waldkamp etwa 300 Wohneinheiten geplant. Diese entstehen zum Teil in Bestandsgebäuden, wie den ehemaligen Mannschaftsgebäuden an der Husarenstraße, zum Teil auf neu ausgewiesenen Bauplätzen, die vor allem östlich des Grünzuges liegen, der das Gelände in Nord-Süd-Richtung teilt. Besondere Berücksichtigung sollen Wohngruppen finden. Auch eine Kita, Seniorenwohnen und Dienstleister sind rund um den zentralen Platz zwischen Wohnen und Gewerbe vorgesehen.

Gewerbe

Die ehemaligen Pferdeställe sollen als Übergang zwischen Gewerbe- und Wohnnutzung zu Manufakturhallen umgestaltet werden. Weitere Gewerbeeinheiten schließen sich von dort Richtung Dubelohstraße an. Die ehemalige Kirche in diesem Bereich soll abgerissen werden, da die Schadstoffbelastung laut Gutachten hoch ist. Stattdessen soll an dieser Stelle ein dreigeschossiges Gebäude die Gewerbeeinheiten ergänzen.

Mobilität

Um neuen Formen der Mobilität gerecht zu werden, wurde im gewerblichen Teil eine Mobilstation mit Quartiersgarage geplant. Im nördlichen Teil des Gebietes wurde eine Verbindung zwischen Gewerbe und Wohnen für den Fuß- und Radverkehr ergänzt, die im Notfall auch durch Fahrzeuge genutzt werden kann. Gleiches gilt für die Anbindung an den Reiterpfad im Norden sowie die südöstlich gelegene Verbindung. Zudem wurde eine Fuß- und Radwege-Verbindung zwischen der Quartiersgarage und dem Quartiersplatz ergänzt.

Klimaschutz

Neben den Mannschaftsgebäuden an der Husarenstraße sollen weitere Gebäude der ehemaligen Kasernenfläche erhalten werden, um die Geschichte des Ortes zu wahren und graue Energie zu nutzen. Gründächer sowie zahlreiche Überflutungsflächen sollen im Gewerbegebiet dafür sorgen, dass ein Großteil der Niederschläge versickern kann. Zudem wurde in den Straßenräumen mehr Grün vorgesehen.

Durch Entwässerungsrinnen sowie Tiefbeete, die in den Querschnitten der Wohnstraßen ergänzt wurden, soll dort eine vollständige Versickerung des Regenwassers gewährleistet werden. Für die Baugrundstücke erfolgt die Versickerung über dezentrale private Anlagen, die öffentlichen Straßen entwässern oberflächlich in eine nahezu ringförmig um das Wohngebiet verlaufende Versickerungsmulde.

Das kompletten Rahmenplan für den Waldkamp gibt es hier auf der Website der Stadt.

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