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Nach mutmaßlichem Angriff auf Arbeiter: zwei weitere Verhandlungstermine anberaumt

Immer noch kein Urteil im Bünder Prügel-Prozess

Bünde

Die mutmaßliche Prügel-Attacke auf einen Arbeiter aus Polen beschäftigt die Bünder Justiz schon seit geraumer Zeit. Beim jüngsten Verhandlungstag vor dem Amtsgericht fehlte nun ein wichtiger Zeuge, dem tags zuvor eigentlich selbst wegen einer Körperverletzung der Prozess gemacht werden sollte.

Von Daniel Salmon

Der mutmaßliche Prügelvorfall hatte das Bünder Amtsgericht bereits 2020 beschäftigt. Foto: dpa

„Es hat sich herausgestellt, dass er sich im Ausland aufhält und zudem erkrankt ist. Bis Mitte August ist er wahrscheinlich weg“, erklärte die vorsitzende Richterin gleich zu Beginn der Verhandlung. Kurios: Jener nicht erschienene Zeuge, Petr C. (51, Name geändert) hatte bei der ersten Auflage des Prügel-Prozesses im vergangenen Sommer noch selbst neben seinem Bruder Marek C. (47) auf der Anklagebank gesessen. Dem Duo – beide gehören einem größeren Familienclan an – war vorgeworfen worden, im Mai 2019 einem ehemaligen Angestellten im Streit die Nase gebrochen und ihn verprügelt zu haben. Angeblich hatte es seinerzeit Ärger wegen der Bezahlung des Ex-Mitarbeiters gegeben. Als dieser seinen Lohn für knapp drei Monate Arbeit abholen wollte, habe er den Brüder noch Geld für Miete und Arbeitskleidung geben sollen. Weil sich der Pole geweigert habe, ein entsprechendes Schriftstück zu unterschreiben, sollen Petr und Marek C. schließlich auf ihn losgegangen sein. Die erste juristische Aufarbeitung des Vorfalls hatte im September 2020 eigentlich mit einer Verfahrenseinstellung gegen Auflagen geendet. Doch an die hielt sich Marek C. anscheinend nicht – und der Fall wurde wieder aufgerollt.

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