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Kreis Paderborn warnt vor dem Schwimmen in künstlichen Gewässern

In Baggerseen lauert die Gefahr

Paderborn

Die Baggerseen im Kreis Paderborn sind allesamt künstliche Gewässer, in denen das Baden grundsätzlich untersagt ist. In den Tiefen der Seen lauern tödliche Gefahren.

Die blauen Hinweistafeln an den Gewässern im Kreis Paderborn ermöglichen im Falle eines Notfalls eine schnelle Orientierung und Ortsangabe. Foto: Axel Langer

Jedes Jahr neu werden die steil abfallenden Ufer, plötzliche Untiefen sowie eiskalte Wasserschichten unterschätzt. Wer in dem trüben Wasser untergeht, hat nur eine kleine Chance, rechtzeitig gefunden zu werden.

Für das kommende Wochenende bis weit in die nächste Woche prognostizieren die Meteorologen sommerliche Temperaturen und damit bestes Badewetter. Der Kreis Paderborn warnt auch in diesem Jahr eindringlich vor dem Schwimmen in Baggerseen und erinnert gleichzeitig an die Verhaltenspflichten zum Schutz vor Infektionen mit dem Coronavirus.

Da die Seen eigentlich Baustellen sind, verbergen sich unter der Wasseroberfläche mitunter alte Stromkabel oder auch Betonteile, die den Schwimmer zusätzlich gefährden. Gefährlich sind auch eiskalte Unterströmungen und die fehlende Sichttiefe. Schwimmer können leicht in Panik geraten, wenn sie plötzlich in kalte Wasserschichten geraten oder keinen Grund mehr unter den Füßen spüren.

Das „mal eben in den See springen“ wird vielen zum Verhängnis, weil die Kräfte schwinden oder Krämpfe beziehungsweise Herz-Kreislauf-Beschwerden sich einstellen. Vor allem unter Alkoholeinfluss werden viele leichtsinnig und unterschätzen ihre Kräfte und Entfernungen.

Wenn ein völlig verschwitzter Mensch ins Wasser springt, setzt ein im Menschen angelegter Reflexmechanismus ein. Im ungünstigen Fall kommt es zu einer Bewusstlosigkeit, die zum Beispiel durch Herz-Rhythmus-Störungen und Gefäßsteuerungsvorgänge im Körper entstehen. Mediziner sprechen von einem atypischen Ertrinken oder auch dem „leisen Tod“. Die Menschen gehen ohne Kampf unter. Wer einen Badeunfall beobachtet, sollte sofort über den Notruf 112 Hilfe holen.

Sonnenbaden „Handtuch an Handtuch“ in der Corona-Pandemie geht gar nicht: So ist im öffentlichen Raum grundsätzlich zu allen anderen ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Auch die geltenden Coronaregeln müssen beachtet werden.

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