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Gastronomen und Händler begrüßen neue Regeln und lehnen 2G-Option ab

In NRW soll kein Getesteter draußen bleiben müssen

Düsseldorf

In Nordrhein-Westfalen gilt wie überall das Hausrecht. Das erlaubt beispielsweise jedem Ladenbesitzer, nur jene Kunden in sein Geschäft zu lassen, die ihm genehm sind. Wenn er Leute, die weder gegen Covid-19 geimpft noch von der Krankheit genesen sind, nicht in seinem Laden haben möchte, dann kann er sie vom Einkauf ausschließen. Aber das ist wohl eher Theorie, und mit solchen Gedanken beschäftigen sich zumindest große Teile der nordrhein-westfälischen Wirtschaft auch gegenwärtig nicht.

Von Georg Winters

In manche Einrichtungen mit dem Hinweis 2G dürfen Getestete nicht rein. Überwiegend gilt jedoch die 3G-Regel. Foto: dpa

Im Gegenteil. „Wir begrüßen die Regeln, die wir in Nordrhein-Westfalen haben. Für uns funktionieren sie gut“, sagt ein Sprecher des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) NRW. Die Zahlen seien seit Wochen sehr stabil, die Gastronomen wollten allen Kunden ein Angebot machen, „auch den Getesteten“.

Seit Anfang des Monats ist die neue Corona-Schutzverordnung in Kraft. Demnach gibt es seit dem 1. Oktober unter anderem die Möglichkeit, auf die Maskenpflicht im Freien zu verzichten und die Option, einen PCR-Test durch kurzfristige Schnelltests zu ersetzten. Außerdem sieht die Neuauflage der Verordnung Erleichterungen für Gastronomen und Veranstalter vor. Beispielsweise sind in der Innengastronomie keine besonderen Abstände oder Trennwände zwischen den Tischen mehr zwingend erforderlich. Beides wird jetzt nur noch empfohlen. Was blieb, ist die Maskenpflicht, wenn man den eigenen Platz verlässt. Bei Großveranstaltungen (Sportevents, Konzerten, Musikfestivals und ähnlichem) ist die Obergrenze von 25.000 Zuschauern entfallen. Bei Großveranstaltungen im Freien wird die Obergrenze von 50 Prozent der regulären Zuschauerkapazität gelockert. Hier können nun alle Sitzplätze voll belegt werden, wenn Veranstalter sicherstellen, dass außerhalb der Plätze Masken getragen werden.

Kontrollen sind schwer umsetzbar

Die Verordnung gilt bis zum 29. Oktober. Zumindest in den nächsten zwei Wochen wird sich also wohl nichts ändern. Auch nicht wegen der Debatte um 2G, die durch das Urteil des Verwaltungsgerichts Frankfurt in Hessen angestoßen worden ist. Dort war eine Klage gegen die Ungleichbehandlung von Gastronomen, Veranstaltern, Hoteliers und anderen auf der einen und dem Einzelhandel auf der anderen Seite erfolgreich. Ergebnis: Der Handel kann jetzt auch 2G anwenden und darf Getestete außen vor lassen. Die hessische Landesregierung hat ihre Corona-Schutzverordnung so angepasst, dass die bestehende 2G-Option auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet wird. Händlern steht es frei, ob sie nur Geimpfte oder Genesene in ihren Geschäften empfangen und dann auf Abstands- und Maskenpflicht verzichten können. Was wohl nicht passieren wird, weil die Kon­trollen nur schwer umsetzbar wären und man beispielsweise im Lebensmittelhandel Ungeimpften wohl auch den Zutritt kaum verwehren könnte. Und wenn, dann nur, wenn Getestete zumindest mit Maske einkaufen dürften, während diese den Geimpften und Genesenen erspart bliebe. Das wäre möglich.

In NRW gibt es dem Gesundheitsministerium zufolge auch noch keine Anfrage aus dem Einzelhandel wegen 2G. „In NRW gilt derzeit für verschiedene Angebote eine verpflichtende 3G-Regelung. Hierbei gelten Zugangsmöglichkeiten zu bestimmten Angeboten nur für vollständig geimpfte, genesene oder getestete Personen“, so ein Sprecher des Ministeriums.

Für Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes NRW, ist die Diskussion um 2G oder 3G ohnehin überzogen. „3G wäre eigentlich das Thema“, erklärte Achten auf Anfrage. Entsprechende Regeln würden aus seiner Sicht aber nur dann Sinn machen, wenn gleichzeitig Masken- und Abstandspflicht wegfielen. „Wir könnten uns beispielsweise vorstellen, dass bei einem Kundenberatungsgespräch im Handel die Maskenpflicht entfallen könnte. Aber nicht nur für Geimpfte und Genesene, sondern auch für Getestete“, so Achten.

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