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Paderborner Computermuseum eröffnet mit Ausstellung „Papierflieger und Gummitwist“ Feierlichkeiten zum 25. Geburtstag

Informatik einfach erklärt

Paderborn

Wer einen Papierflieger bastelt, geht Schritt für Schritt vor, folgt einer Anleitung. Wer Gummitwist spielt, hüpft nach einem bestimmten Muster. Ähnlich arbeiten Computer und funktionieren Algorithmen.

Von Dietmar Kemper

Informatik zum Mitmachen: Indem sie virtuell Früchte mit den Händen zerteilen, können Besucher Teil eines Computerspiels werden. Michael Mikolajczak versucht sich im Gummitwist und mit Frauke Elbracht illustriert er, wie ein Film entsteht (im Uhrzeigersinn von linksoben) Foto: Oliver Schwabe

Die Ausstellung „Papierflieger und Gummitwist: Informatik zum Mitmachen“ im Heinz-Nixdorf-Museumsforum in Paderborn erläutert zentrale Elemente der digitalen Welt auf spielerische Weise – und das nicht an Monitoren, sondern mit Gegenständen zum Anfassen. Die Schau, die bis zum 16. Oktober 2022 zu sehen sein wird, bildet den Auftakt der Feierlichkeiten zum 25. Geburtstag des Computermuseums.

„Unsere Motivation war, die digitale Welt analog zu erklären“, sagte am Freitag Michael Mikolajczak aus dem Kuratorenteam mit Kirsten Heyn, der der prägnante Titel zu verdanken ist, und Frauke Elbracht. Es werde nicht die Geschichte der Informatik erzählt, sondern sie erlebbar gemacht, betonte Elbracht, dass es sich um keine Sonderausstellung für Nerds, sondern um eine für Familien mit Kindern ab neun Jahre handelt.

Die können an den 25 Mitmachstationen auf 800 Quadratmetern zum Beispiel mit echten Spielsteinen Tetris spielen und durch Sortieren vollständige Reihen bilden. Sortieren gehört neben dem Codieren, Programmieren, Suchen, Rechnen und Verschlüsseln zum Wesenskern der Informatik. In ihr entstehen aus einfachen logischen Verbindungen, Operatoren (und, oder, nicht) und dem Binärcode mit Nullen und Einsen komplexe Ergebnisse. Die Ausstellung sorgt dafür, dass Fachbegriffe für Laien anschaulich werden.

Größte Ausstellung ihrer Art weltweit

Die Besucher geben über Eingabegeräte wie Joystick, Maus und Touchscreen Eingänge in die Ausstellung frei, rechnen mit 0 und 1 in Form von Kugeln und schicken eine Nachricht ab. Dabei erfahren sie, was in einem Rechner vorgeht, und müssen möglichst schnell die Schaltflächen zum Beispiel für den Arbeitsspeicher berühren. Sie erstellen Pixelbilder, malen einen Fisch auf Papier, scannen ihn ein und lassen ihn in einem animierten Aquarium schwimmen. Sie werden Teil eines Computerspiels, indem sie um die Wette Melonen und Ananas mit den Händen zerteilen. Auf dem Sortierteppich folgen sie, je nachdem wie groß die Zahlen sind, die sie in Händen halten, unterschiedlichen Linien und anhand einer Rohrpost mit „Halt“-Buzzer lernen sie das Prinzip des Verschlüsselns kennen

Jochen Viehoff zeigt auf das animierte 3D-Aquarium, in das selbst gemalte Fische eingefügt werden können. Foto: Oliver Schwabe

„Papierflieger und Gummitwist“ sei die größte Ausstellung ihrer Art weltweit, sagte Geschäftsführer Jochen Viehoff. Er ist heilfroh, dass die Corona-Situation so etwas wieder zulässt: „Es ist eine interaktive Familienausstellung, das gemeinsame Interagieren steht im Vordergrund.“ Auch der Körper komme in Bewegung.

Eintritt mit 3G

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