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Nach den Ferien ändern sich auch die Schwimmzeiten für die Paderborner Grundschulen

Initiative bringt Kinder ins Wasser

Paderborn

Schwimmen zu können ist eine Lebensversicherung. Und dennoch steigt coronabedingt auch in Paderborn gerade die Zahl der Grundschüler, die bisher noch nicht einmal das Seepferdchen erwerben konnten.

Von Maike Stahl

Die Zahl der Grundschüler, die nach der vierten Klasse, noch nicht sicher schwimmen können, ist coronabedingt auch in Paderborn gestiegen. Mit noch mehr Ferienschwimmkursen will die Schulschwimm-Initiative Abhilfe schaffen. Foto: dpa

„Im Juli 2019 betrug der Nichtschwimmeranteil bei Paderborner Grundschülern 33 Prozent, jetzt liegen wir bei 40 Prozent in den vierten Klassen“, weiß Birte Ahlers. Sie leitet seit Juli 2019 die Schul-Schwimm-Initiative Paderborn (Schip), ein Projekt zur Förderung der Schwimmfähigkeit von Kindern. Ziel ist, dass alle Kinder mit Abschluss der Grundschulzeit sicher schwimmen können.

Ein Projektbestandteil sind zweiwöchige kostenlose Ferien-Intensivkurse, für die die Grundschulen Dritt- und Viertklässler anmelden können. „Bisher liefen diese Kurse vor allem in den Oster- und Herbstferien, weil im Sommer viele Familien im Urlaub sind. Seit vergangenem Jahr gibt es auch Kurse in den Sommerferien“, berichtete Ahlers im Sportausschuss. „Allein in diesen Ferien betreuen wir neun Kurse.“ Dafür bleibe beispielsweise das Kiliansbad diesen Sommer durchgängig geöffnet, die obligatorischen Wartungsarbeiten sind vorgezogen worden. Insgesamt haben seit Herbst 2013 1479 Kinder in 52 Kursen ihre Schwimmfähigkeit verbessern können.

Die Schulschwimm-Initiative unterstützt aber, wie der Name vermuten lässt, auch den Schwimmunterricht an den Schulen selbst. „Seit 2019 haben wir unseren Assistentenpool von fünf auf zwölf erhöht“, berichtete Ahlers. Damit könne die Schip 92 Prozent des schulischen Schwimmunterrichts personell unterstützen. Dennoch könnte die Schip noch mehr Übungsleiter gebrauchen. „Ein Corona-Problem ist auch, dass die Rettungsschwimmerlizenz der Übungsleiter alle zwei Jahre erneuert werden muss. Aber die entsprechenden Kurse und Abnahmen konnten ebenfalls nicht stattfinden“, macht Ahlers deutlich.

„Pro Schuljahr 80 Minuten pro Woche“

Auch organisatorisch hat die Projektleiterin das Schulschwimmen für das neue Schuljahr optimiert. „Im neuen Schuljahr wird jede Klasse der städtischen Grundschulen pro Schuljahr 80 Minuten pro Woche in einem Schwimmbad zur Verfügung haben. Das ist mehr als doppelt so viel, wie im Lehrplan vorgesehen“, freut sie sich. Vorher seien die Zeiten sehr ungleich verteilt gewesen, weil die zugrundeliegenden Belegungs- und Busfahrpläne mehr als 20 Jahre alt seien. „Inzwischen hat sich aber die Zügigkeit der Schulen geändert, so dass einige Klassen nur 50 Minuten hatten, andere aber 150.“ Die Anpassung, inklusive Neuausschreibung der Bustransfers zu den Schwimmbädern, sei sehr aufwendig gewesen, räumte Ahlers ein. „Und es hat natürlich auch nicht nur glückliche Gesichter gegeben.“

Da die auf drei Jahre befristete Stelle von Birte Ahlers im Sommer 2022 ausläuft, kündigte Sportdezernent Wolfgang Walter an, dass es sein Ziel sei, diese unbefristet im Sportservice einrichten zu können.

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