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Erzbischof Hans-Josef Becker feiert Festmesse zum 50-jährigen Bestehen des Paderborner Pauluskollegs

Inspiration für ein alternatives Leben

Paderborn

Das Pauluskolleg an der Husener Straße in Paderborn wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Am Patronatsfest des Inspirations-, Begegnungs- und Wohnortes für Theologie-Studierende feierte der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker anlässlich des Jubiläums mit den Studenten und Mitarbeitern eine Festmesse im Pauluskollegs.

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Erzbischof Hans-Josef Becker feierte zum Jubiläum mit den Studierenden und Mitarbeitenden eine Festmesse im Pauluskolleg. Foto: David Gorny

„Das Leben im Pauluskolleg inspiriert Sie immer neu zu einem Sprung in den Glauben und in ein alternatives Leben“, sagte der Paderborner Erzbischof in seiner Predigt. Den Corona-konformen Gottesdienst feierten viele Freunde des Pauluskollegs per Live-Stream mit. Am Vorabend trafen sich die Studierenden zu einem „Bunten Abend“ mit Livemusik und anderer Bühnenperformance durch Studierende und mit Video-Grußworten von Freunden und Ehemaligen zur Feier von 50 Jahren Pauluskolleg.

Studierende und Mitarbeitende des Pauluskolleg feierten das 50-jährige Jubiläum mit einem Festgottesdienst. Foto: David Gorny

Der Gottesdienst mit Erzbischof Becker war unter Beteiligung vieler Menschen über alle Semester hinaus vorbereitet worden. Der Glaube sei eine ganz persönliche Erfahrung, die immer ein Wagnis bleibe, bemerkte Erzbischof Becker in seiner Predigt. Es könne gefragt werden, warum Jesus gerade diese Kirche ausgewählt habe – trotz ihrer Geschichte. Menschen würden, wie Paulus sage, das Gute anstreben, doch sich oft entgegengesetzt verhalten, so der Paderborner Erzbischof weiter. „Wir sind zerbrechliche Gefäße, die einen kostbaren Schatz in sich tragen. Darin liegt unsere Größe. Und diese Wahrheit ist der Kern des Hochfestes und Ihres Jubiläums heute“, sagte Erzbischof Hans-Josef Becker abschließend mit Blick auf die 50-jährige „Weg- und Glaubensgemeinschaft“ im Pauluskolleg.

Schon am Vorabend hatten die Jubiläums-Feierlichkeiten mit einem „Bunten Abend“ begonnen, bei dem Musik, Anekdoten und Grüße live vorgetragen wurden. Die Studierenden des Pauluskollegs konnten daran exklusiv und Corona-gerecht auf Picknickdecken teilnehmen. Pro angemeldeter Person gab es dazu Picknickpakete. Die Veranstaltung konnte auch im Live-Stream mitverfolgt werden – Weggefährten des Pauluskollegs, die nicht anwesend waren, schickten ihre Grüße per Video-Einspieler, so dass eine große „hybride Gemeinschaft“ in Kombination aus Präsenz- und Digitaltreffen entstand.

„Wir feiern das Paulusfest normalerweise jedes Jahr mit allen, die sich dem Pauluskolleg verbunden fühlen“, erklärte Michaela Welling, die gemeinsam mit Anna Mühlberger das Leitungsteam des Pauluskollegs bildet. „Deshalb sind wir froh und dankbar, dass wir unser Patronatsfest im Jubiläumsjahr trotz Pandemie in diesem Rahmen feiern und viele Freunde des Pauluskollegs beteiligen konnten.“

Hintergrund: Pauluskolleg

Seit 1971 werden angehende Gemeinde- und Pastoralreferentinnen und -referenten in Paderborn ausgebildet. Am Aufbau des Fachbereichs Theologie an der neu gegründeten Katholischen Hochschule NRW (KatHO) wirkte Studienrat Ulrich Wagener maßgeblich mit. Er war zuvor Leiter des vom Erzbistum Paderborn 1968 ins Leben gerufenen Instituts für Religionspädagogik an der Leostraße, das gleichzeitig einen Internatsbetrieb für die Studierenden beherbergte. Dieses Institut wurde 1971 mit der Gründung der Katholischen Fachhochschule NRW aufgelöst.

Die Studierenden zogen daraufhin in die oberen Etagen des Priesterseminars. Als in den achtziger Jahren die Zahl der Priesteramtskandidaten wieder wuchs, wechselte das mittlerweile als Pauluskolleg bekannte Wohnheim in das Josephshaus am Busdorfwall. Ende des letzten Jahrtausends kaufte das Erzbistum Paderborn das Altenzentrum St. Veronika an der Husener Straße 43, in das im Oktober 2001 das Pauluskolleg einzog.

Bis heute ist das Pauluskolleg von einer dreifachen Zielsetzung geprägt: Leben, Glauben, Lernen. – Entwicklung der Persönlichkeit, der Sozialkompetenz und der Spiritualität. Das Programm fördert zudem Engagement, Eigeninitiative, Kreativität, Kommunikations- und Reflexionsfähigkeit der Bewohnenden. Die Studierenden leben ein Jahr an der Husener Straße, bevor sie in Wohngemeinschaften in der Stadt ziehen – die Angebote des Hauses stehen den ehemaligen Bewohnenden weiter offen. Seit einiger Zeit können neben den Studierenden der KatHO, Fachbereich Theologie, auch Studierende der Theologischen Fakultät und Universität ein Zimmer im Pauluskolleg beziehen, wenn sie in theologischer Fachrichtung studieren.

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