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Die Corona-Lage im Kreis Paderborn am Freitag, 20. August: Kreis meldet 52 Neuinfektionen

Inzidenz auf 79,3 gestiegen – neue Regeln gelten ab heute

Paderborn

Die Wocheninzidenz im Kreis Paderborn steigt weiter an: Das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG) und das Robert-Koch-Institut (RKI) wiesen am Freitagmorgen für den Kreis Paderborn einen Wert von 79,3 aus (Datenstand: 0 Uhr), was 244 Corona-Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen entspricht. Am Donnerstag betrug die Inzidenz 71,1, am Freitag vor einer Woche 41,3 und vor einem Monat 14,9.

Testsets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle (Symbolbild). Foto: Jens Büttner/dpa

Beim LZG sind am Donnerstag 47 Corona-Fälle neu in die Statistik eingeflossen, davon datiert die Landeseinrichtung in Bochum 31 auf den Donnerstag selbst (16 Nachmeldungen; siehe unten auch: Melde- und Übermittlungsverzug). Der Kreis Paderborn hatte gestern mitgeteilt, dass es weiterhin keine lokalen Hotspots gebe. Das Ausbruchsgeschehen sei diffus.

Für den Zeitraum von Donnerstag bis Freitag (jeweils 11 Uhr) hat die Kreisverwaltung am Freitagmittag 52 Corona-Neuinfektionen bekannt gegeben. 25 weitere Erkrankte haben den Angaben zufolge eine akute Infektion überstanden. Demnach sind derzeit 426 Menschen im Kreis offiziell mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Diese aktiven Fälle verteilen sich wie folgt: Paderborn 241, Delbrück 53, Bad Lippspringe 34, Salzkotten 31, Hövelhof 23, Büren 18, Bad Wünnenberg 14, Borchen 5, Altenbeken 4, Lichtenau 3.

28 (Vortag: 29) Corona-Patienten werden derzeit im Krankenhaus behandelt, fünf (8) von ihnen intensivmedizinisch. 1518 Personen befinden sich in Quarantäne.

20. August 2021: Das Corona-Geschehen im Kreis Paderborn im Überblick. Foto: Kreis Paderborn

Inzidenzwerte in den Kommunen und Nachbarkreisen

Der Inzidenzwert in Nordrhein-Westfalen liegt am Freitag, 20. August, bei 54,4 (Vortag: 71,6) und in Deutschland bei 48,8. Der Blick in die Paderborner Nachbarkreise ergibt nach LZG-Angaben folgendes Bild: Gütersloh 97,6 (84,9) – Hochsauerlandkreis 46,6 (38,5) – Höxter 77,7 (61,3) – Lippe 77,4 (72,5) – Soest 50,4 (41,8).

Der Kreis Paderborn veröffentlicht auf seiner Website (hier geht es direkt zum Dashboard) für die Städte und Gemeinden „kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen“ (Stand: Freitag, 20. August, 11 Uhr):

Altenbeken 32,9 – Bad Lippspringe 110,9 – Bad Wünnenberg 57,6 – Borchen 7,5 – Büren 46,5 – Delbrück 96,9 – Hövelhof 61,4 – Lichtenau 9,5 – Paderborn 92,3 – Salzkotten 80,1.

Inzidenzwert und NRW-Coronaschutzverordnung

Der Inzidenzwert ergibt sich aus der Summe der neuen Coronavirus-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Maßgeblich sind die Inzidenzwerte, die das RKI in einer Tabellendatei auf dieser Website veröffentlicht: https://www.rki.de/inzidenzen.

In Nordrhein-Westfalen ist am Freitag, 20. August, die neue Coronaschutzverordnung in Kraft getreten (hier als PDF). Das Regelwerk enthält nicht mehr mehrere Inzidenz- und Maßnahmenstufen. Es gilt das Einsetzen der 3G-Regel – geimpft, getestet, genesen – ab einer Inzidenz von 35 oder mehr (in einem Kreis/einer kreisfreien Stadt oder landesweit an fünf Tagen hintereinander).

Geimpften, genesenen und getesteten Menschen stehen mit der neuen Regelung auch bei höheren Ansteckungszahlen viele Angebote des gesellschaftlichen Lebens offen. Dazu gehören Besuche in der Innengastronomie, Hotelübernachtungen, Friseurbesuche oder Sport in Hallen. Schließungen sind erstmal vom Tisch.

Bestehen bleibt die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sowie im Handel und in Innenräumen. Es gibt wenige Ausnahmen, etwa am Tisch im Restaurant. Auch bei Großveranstaltungen draußen oder großen Menschenansammlungen bleibt die Maske Pflicht. Schulpflichtige Kinder und Jugendliche gelten aufgrund ihrer Teilnahme an den verbindlichen Schultestungen im Zuge der neuen Corona-Regeln als getestet.

Nicht-Geimpfte müssen weiter Corona-Tests vorlegen, wenn sie am gesellschaftlichen Leben teilnehmen möchten. In Clubs und Diskotheken, bei Tanzveranstaltungen und bei privaten Feiern mit Tanz reicht kein Schnelltest mehr, sondern es muss ein PCR-Test vorgelegt werden. Gleiches gilt bei sexuellen Dienstleistungen.

Die neue Fassung der Corona-Schutzverordnung gilt zunächst vier Wochen bis einschließlich 17. September. Ein Überblick der neuen Regelungen findet sich hier auf der Internet-Seite des Landes.

Es folgen die vergangenen sieben Werte für den Kreis Paderborn (79,3 – 71,1 – 61,1 – 62,7 – 52,9 – 52,9 – 47,8) und für NRW (83,4 – 71,6 – 64,6 – 58,8 – 57,2 – 54,4 – 50,7).

Impfzahlen und Impfdurchbrüche

Im Kreis Paderborn sind nach Angaben der Verwaltung bislang 74 Impfdurchbrüche – Fälle, in denen Menschen trotz vollständiger Impfung Covid-19-Symptome entwickeln und positiv auf das Coronavirus getestet werden – verzeichnet worden (Stand 19. August): Setzt man diese ins Verhältnis zu den insgesamt 183.748 vollständig Geimpften im Kreis Paderborn (Stand 16. August), entspricht das einem Anteil von 0,04 Prozent. Von den 74 Personen sind etwa zwei Drittel älter als 40. „Alle hatten einen leichten Verlauf, keiner von ihnen musste ins Krankenhaus“, betonte die stellvertretenden Leiterin des Paderborner Kreisgesundheitsamtes, Dr. Wiebke Jensen, am Freitag.

Das Kreisgesundheitsamt beobachtet zudem, dass sich zunehmend junge Menschen infizieren. Zudem gehen nahezu fast alle neuen Corona-Fälle auf das Konto der Delta-Variante, die als deutlich ansteckender gilt. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums gibt es zudem Hinweise darauf, dass eine Infektion mit dieser Virusvariante mit einer erhöhten Hospitalisierungsrate einhergehen könnte, also die Menschen schwerer erkranken. Angesichts des sich verschärfenden Infektionsgeschehens appelliert Jensen an alle, die können, sich impfen zu lassen: „Die Impfungen schützen zuverlässig vor schweren Verläufen.“ Und jeder, der sich impfen lässt, schütze auch jene, die sich nicht impfen lassen können, also Kinder unter 12 Jahren und auch jene, die aufgrund von Erkrankungen oder Alter keine ausreichende Immunantwort entwickeln.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) böten die mRNA-Impfstoffe BioNTech und Moderna nach zwei Impfdosen eine hohe Wirksamkeit von etwa 95 Prozent, so der Kreis weiter, der Vektor-basierten Impfstoffe von AstraZeneca eine von bis zu 80 Prozent nach zweimalige Impfung und von „Johnson & Johnson“ (Einmaldosis) eine Wirksamkeit von etwa 65 Prozent in allen Altersgruppen.

Laut Impfbericht der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat es im Kreis Paderborn bis einschließlich Donnerstag, 19. August, folgende Impfungen gegeben:

– in den Arztpraxen: 90.286 (Vortag: 90.086) Erstimpfungen, 74.639 (74.209) Folgeimpfungen, 81.494 (81.057) vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen)

– im Kreis-Impfzentrum in der Salzkottener Sälzerhalle: 75.991 (75.839) Erstimpfungen, 74.541 (74.243) Folgeimpfungen, 76.036 (75.738) vollständig geimpft (Folgeimpfungen + „Johnson & Johnson“-Impfungen)

Zudem impfen Krankenhäuser und Betriebsärzte. Seit Juni werden mobil durchgeführte Impfungen zum Großteil im Impfzentrum dokumentiert.

www.corona-kvwl.de/impfbericht

Dashboard des Kreises Paderborn zu Corona-Impfungen

Impftermine

Impfen ohne Termin für alle im Impfzentrum in der Sälzerhalle in Salzkotten: Mittwoch, 18.8., bis Samstag, 21.8., 14-19.30 Uhr; Sonntag, 22.8., bis Dientag, 24.8.: geschlossen; Mittwoch, 25.8., bis Samstagt, 28.8., 8-13 Uhr und 14-19:30 Uhr; Sonntag, 29.8.: geschlossen; angeboten werden der mRNA-Impfstoff von Biontech (ab 16 Jahren) und vom 25. bis zum 28.8. von 8-13 Uhr zusätzlich der Impfstoff von „Johnson & Johnson“

Jetzt auch Impfungen für 12- bis 15-Jährige ohne Termin im Impfzentrum: Laut Erlass des NRW-Gesundheitsministeriums können sich ab sofort auch Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 15 Jahren im Impfzentrum des Kreises in der Sälzerhalle ohne Termin impfen lassen. Begleitpersonen können direkt mit geimpft werden. Die Impfungen erfolgen ausschließlich mit dem Impfstoff von Biontech und nach medizinischer Beratung und Aufklärung durch anwesende Impfärzte. Für die Impfungen von Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 15 Jahren reicht die schriftliche Einwilligung eines Sorgeberechtigten. Ein Mustervordruck ist unter kreis-paderborn.de/impfen zu finden. Sofern keine Begleitung durch eine sorgeberechtigte Person erfolgt, werden sich die impfenden Ärztinnen und Ärzte im Zweifelsfall von der Einsichtsfähigkeit der Minderjährigen überzeugen. Mitzubringen sind zudem die Krankenkassenkarte und ein Impfausweis, sofern vorhanden. Die Zweitimpfung kann im Zeitraum von drei bis sechs Wochen entweder im Impfzentrum oder bei einem Haus- oder Facharzt durchgeführt werden.

Weitere lokale Impfaktionen am Wochenende („Impfen ohne Termin“) sind auf der Website des Kreises aufgelistet.

Hintergrund

Weitere Informationen

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus in OWL, Deutschland und auch weltweit lesen Sie im Newsblog des WESTFALEN-BLATTES.

Das Paderborner Kreisgesundheitsamt ist von Montag bis Freitag in der Zeit von 9 bis 16 Uhr und am Samstag in der Zeit von 12 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 05251/3083333 zu erreichen. Beantwortet werden allgemeine Fragen zu Covid-19: www.kreis-paderborn.de/corona. Der Kreis Paderborn hat zudem eine Impfseite www.kreis-paderborn.de/impfen und eine Schnelltest-Seite inklusive Teststellen www.kreis-paderborn.de/schnelltest erstellt.

Unter www.corona-schutzimpfung.de ist ein Informationsangebot abrufbar, das bundeseinheitliche Informationen rund um die Schutzimpfung bereithält. Es gibt auch einen Infoservice per Newsletter. Unter der Rufnummer 116117 werden Fragen rund um Corona-Schutzmaßnahmen und die -Schutzimpfung beantwortet – kostenlos, sieben Tage pro Woche, von 8 bis 22 Uhr.

Hier informiert die Bundesregierung zum Coronavirus und zur Corona-Schutzimpfung.

Und hier informiert das Land Nordrhein-Westfalen: https://www.land.nrw/corona, aktuelle Fassung der Coronaschutzverordnung als PDF

Stichwort: Melde- und Übermittlungsverzug

Das LZG führt zum Meldeprozess auf seiner Website folgendes aus: „Dargestellt wird der jeweilige Meldestand, den die Gesundheitsämter entsprechend den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anhand der örtlichen Meldungen feststellen und an das LZG übermitteln. Das LZG seinerseits leitet die Daten täglich im Laufe des Abends an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, beide weisen einmal täglich zum Tageswechsel einen aktualisierten Stand aus. Dieser mehrstufige Meldeprozess ist vor allem in den örtlichen Gesundheitsämtern arbeits- und zeitaufwändig und unterliegt einer ständigen Qualitätssicherung. Daher kommt es immer wieder vor, dass die Angaben auf der örtlichen, der Landes- und der Bundesebene nicht vollständig deckungsgleich sind. Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden.

Erläuterung des LZG zur Inzidenz: „In die 7-Tage-Inzidenz geht die Anzahl aller Fälle ein, deren Meldedatum innerhalb der vergangenen 7 Tage vor dem Berichtszeitpunkt fällt. Bei der Eingabe von Fällen in das Infektionsmeldesystem wird jedem Falldatensatz ein Meldedatum zugewiesen. Dabei handelt es sich um dasjenige Datum, an dem das zuständige Gesundheitsamt erstmalig von dem betreffenden Fall Kenntnis erhalten hat.“

Das RKI schreibt zu einem möglichen Melde- und Übermittlungsverzug auf seiner Website: „Für die Gesamtzahl pro Bundesland/Landkreis werden die den Gesundheitsämtern nach Infektionsschutzgesetz gemeldeten Fälle verwendet, die dem RKI bis zum jeweiligen Tag um 0 Uhr übermittelt wurden. Für die Darstellung der neuübermittelten Fälle pro Tag wird das Meldedatum verwendet – das Datum, an dem das lokale Gesundheitsamt Kenntnis über den Fall erlangt und ihn elektronisch erfasst hat. Zwischen der Meldung durch die Ärzte und Labore an das Gesundheitsamt und der Übermittlung der Fälle an die zuständigen Landesbehörden und das RKI können einige Tage vergehen (Melde- und Übermittlungsverzug). Jeden Tag werden dem RKI neue Fälle übermittelt, die am gleichen Tag oder bereits an früheren Tagen an das Gesundheitsamt gemeldet worden sind. Diese Fälle werden in der Grafik Neue COVID-19-Fälle/Tag dann bei dem jeweiligen Datum ergänzt.

Kreis Paderborn: „Für die Städte und Gemeinden veröffentlichen wir kreiseigene Inzidenzwerte, die auf unseren veröffentlichten und berechneten Zahlen beruhen. ... Insbesondere ist es möglich, dass vor Ort bereits Informationen vorliegen, die noch nicht im Meldewesen weitergeleitet wurden. So meldet der Kreis Paderborn Personen mit einem positiven Schnelltest (POC-Test) als Infektionsfall und veröffentlicht diese, noch bevor er durch einen PCR-Test bestätigt wurde. Das LZG veröffentlicht hingegen gemäß den bundesweiten RKI-Vorgaben Infektionsfälle mit einem positiven PCR-Test. Alle Beteiligten sind grundsätzlich bemüht, diese Abweichungen möglichst gering zu halten. Sie sind aber teils aufgrund der Abläufe im Meldeprozess, teils aber auch aus den unterschiedlichen Aufgabenstellungen der verschiedenen Ebenen nie gänzlich vermeidbar.“ Quelle: Kreis Paderborn (Reiter „Copyright“)

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