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Schärfere Regeln wohl ab Sonntag – viele Reiserückkehrer unter den Infizierten

Inzidenz im Kreis Herford wieder über 50

Herford

Der Inzidenzwert im Kreis Herford liegt erstmals seit Mitte Mai wieder über 50. Der Krisenstab im Kreishaus meldete am Donnerstagnachmittag einen Wert von 52,3 (Vortag 45,9). Seit Mittwoch sind außerdem 36 neue Corona-Fälle registriert worden.

Diese Graphik zeigt das aktuelle Corona-Infektionsgeschehen im Kreis Herford und die Verteilung der Infizierten und Genesenen sowie der Todesfälle aus die einzelnen Städte und Gemeinden. Foto: Kreis Herford

Derzeit gelten kreisweit 202 Personen als infiziert. Sie verteilen sich auf Herford (73), Hiddenhausen (12), Bünde (38), Kirchlengern (17), Rödinghausen (5), Enger (2), Spenge (3) Vlotho (15) und Löhne (37).

Der Kreis Herford befindet zwar derzeit noch in der Inzidenzstufe 1 (Inzidenz 10 bis 35). Das wird sich aller Voraussicht nach aber zeitnah ändern. Eine Heraufstufung in die Inzidenzstufe 2, womit auch schärfere Regeln in Kraft treten würden, erfolgt, wenn die Inzidenz von 35 an acht aufeinanderfolgenden Tagen überschritten wird. Das wird sehr wahrscheinlich mit dem morgigen Tag der Fall sein.

Vorbehaltlich der Feststellung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) würden dann ab dem übernächsten Tag, also ab Sonntag (15. August), die Regelungen der Stufe 2 (Inzidenz 35,1 bis 50) gelten.

Derzeit werden vier Patient/innen mit einer Covid-19-Infektion in den Krankenhäusern im Kreisgebiet behandelt. Insgesamt befinden sich jedoch sieben Infizierte mit Wohnsitz im Kreis Herford in stationärer Behandlung, teilweise allerdings in Krankenhäusern außerhalb des Kreises. Ein Patient wird intensivmedizinisch betreut und muss beatmet werden.

Die steigenden Infektionszahlen seien auf Reisererückkehrer zurückzuführen, urteilt der Krisenstab. Sie hätten in der ersten Augustwoche gut ein Drittel der Neuinfektionen ausgemacht, in dieser Woche bislang ein Viertel. Unter den 202 aktuell Infizierten befinden sich demnach 56 Reiserückkehrer (rund 28 Prozent).

Zudem gehöre die Mehrzahl der Neuinfizierten jüngeren Altersgruppen an. Die Hälfte der aktuell Infizierten sei zwischen 15 und 34 Jahre alt, gut ein Viertel zwischen 35 und 59 Jahre. Sowohl bei den über 60-Jährigen als auch bei den unter 14-Jährigen lägen hingegen nur vereinzelt Infektionen vor. „Und bei den über 80-Jährigen gibt es sogar nur einen einzigen Fall“, teilt der Krisenstab mit.

Es gebe derzeit einige Ausbruchsgeschehen innerhalb von Familien. Eine gute Rückverfolgbarkeit durch das Kontaktpersonen-Management sei aber gewährleistet. Erkennbar sei auch ein Zusammenhang zwischen Reiserückkehrern und anschließender Infektion in der Familie. Landrat Jürgen Müller: „Ich appelliere an alle Reiserückkehrer, sich äußerst vorsichtig und behutsam zu verhalten.“

Bei 52 Prozent der aktuellen Infektionen handelt es sich um eine Mutation des Coronavirus. Dabei ist überwiegend die Alpha-Variante zu verzeichnen. Nur vereinzelt traten Fälle der Delta-, Beta- oder Gammavariante auf.

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