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Bünder Tierschutzverein sucht händeringend neuen Halter für Schäferhundrüden

Jimmy – ein Hundeschicksal

Bünde

Händeringend sucht der Herforder Tierschutzverein ein neues Zuhause für Schäferhundrüde Jimmy – vielleicht sogar noch vor dem Frohen Fest.

Sucht ein neues Zuhause: der bald zehn Jahre alte Schäferhundrüde Jimmy. Foto: Tierheim Bünde

„Und wenn einer Pech hat, dann hat er nie Glück“: Diese Textzeile aus einem Lied der Sängerin Milva ist bezeichnend für das Leben von Jimmy. Der Rüde stammt von einem Bünder „Hundezüchter“, der wegen seiner Hundehaltung ständig Probleme mit dem Kreisveterinäramt hatte. Er hatte den mittlerweile fast zehnjährigen Deutschen Schäferhund als Welpen an eine ungeeignete Familie als „Kinderspielzeug“ verkauft, wie das Bünder Tierheim mitteilt.

„Offensichtlich durften die Kids mit dem Hundekind machen was sie wollten. Als Jimmy begann, sich zu wehren und die Kinder zu beißen, wurde er im Alter von sieben Monaten an den sogenannten Züchter zurückgegeben. Dieser drückte uns den Junghund im Juli 2012 aufs Auge, da er mit einem Angstbeißer nichts anfangen konnte“, erzählt Renate Siekkötter, Vorsitzende des Tierschutzvereins.

Therapie hat ihm geholfen

Nach einer längeren Therapie habe sich Jimmys Verhalten dann normalisiert. „Durch die Präsentation auf unserer Homepage verliebte sich ein hundeerfahrenes Paar aus Wilhelmshaven in ihn. Nach zwei Kennenlernbesuchen in Bünde brachte unsere Tierheimleiterin Jimmy im Juli 2013 in sein neues Zuhause“, so Siekkötter weiter.

Doch das Glück währte nicht lange, da kurz nach Jimmys Einzug sein Frauchen für ein halbes Jahr in einen Auslandseinsatz der Bundeswehr musste. Nach ihrer Rückkehr sei sie für Jimmy eine Fremde gewesen und er habe sie attackiert. „Daraufhin wurde er an uns zurückgegeben. Im Herbst 2014 kamen dann Schäferhundfreunde zu uns ins Tierheim, die optimale Haltungsbedingungen für Jimmy hatten und schon bald konnte er dorthin umziehen. Ein eigenes Haus und ein großes eingezäuntes Grundstück kamen seinem ausgeprägten Wach- und Schutztrieb sehr entgegen“, berichtet die Vereinschefin.

Jimmy verliert sein Herrchen

Leider habe sein neues Herrchen nach einigen Jahren seinen Job verloren und er musste umziehen. Siekkötter: „Zum Glück fand der Besitzer eine Mietwohnung, in die auch Jimmy mit einziehen durfte.“

Doch Anfang Juli 2021 ging ein Anruf auf dem Tierschutzhandy ein, dass Jimmys Herrchen seine Wohnung mit der Hundeleine, aber ohne Hund verlassen hatte und die Vermieterin äußerte die Befürchtung, dass der Mann sich etwas antun würde. „Wir holten Jimmy ab und erhielten einige Tage später die traurige Nachricht, dass sein Herrchen sich das Leben genommen hatte“, informiert Renate Siekkötter.

Jimmy wird nun bald zehn Jahre alt und ist bei seinen Bezugspersonen der treueste Freund, den man sich denken kann. „Der liebenswerte Rüde wartet nun auf das Weihnachtswunder und somit auf Menschen, die ihm die Chance auf einen schönen Lebensabend in ihrer Mitte schenken, gern auch in einer Dauerpflegestelle“, appelliert die Tierschützerin.

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