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Kritik von Dr. Reinhard Göhner: Situation der CDU im Kreis Herford „so schlecht wie nie zuvor in den vergangenen 50 Jahren“

Joachim Ebmeyer (37) neuer Kreisvorsitzender der CDU

Herford

Vorstandswahlen und scharfe Kritik am aktuellen Zustand der Partei haben am Montagabend den Kreisparteitag der CDU im Schützenhof bestimmt. Neuer CDU-Kreisvorsitzender ist Joachim Ebmeyer. Der 37-Jährige aus Enger tritt die Nachfolge von Dr. Tim Ostermann an, der nach zehn Jahren auf eine Wiederwahl verzichtet hatte, aufgrund einer Corona-Erkrankung allerdings am Parteitag nicht selber teilnehmen konnte.

Von Stefan Wolff

Der neue gewählte CDU-Kreisvorstand und seine Gäste: (von links) Ralph Brinkhaus, Martin Schuster, Lars Brakhage, Christian Bobka, Mirco Schmidt, Colette Pöppel-Stadelmann, Joachim Ebmeyer, Katharina Hartwig, Niklas Korff, Philip Kleineberg und Dr. Oliver Vogt. Foto: Stefan Wolff

Noch vor der Wahl hatte Dr. Reinhard Göhner die Aussprache nach den Berichten der Vorstandsmitglieder genutzt, um an seine Parteifreunde einen eindringlichen Appell zu richten: Die Situation der CDU im Kreis Herford sei so schlecht wie nie zuvor in den vergangenen 50 Jahren, so der Jurist aus Kirchlengern, der von 1983 bis 2007 dem Bundestag angehört hatte.

„Die CDU stellt keinen Landrat, keine Bundestags- und keine Landtagsabgeordneten im Kreis Herford. Sie hat sehr schlecht bei den Kommunalwahlen abgeschnitten und nur in Kirchlengern gibt es einen CDU-Bürgermeister.“ Keine Schuld daran träfe den scheidenden Vorsitzenden: „Tim Ostermann hat viele richtige Entscheidungen getroffen und die Geschlossenheit der Partei gewahrt.“

Schlechte Listenplätze ein großes Problem

Stattdessen führte Göhner die Wahlniederlagen im Kreis Herford auf die CDU-Bezirkspartei zurück, die in den letzten fünf Jahren für die Kandidaten aus dem Kreis Herford nur sehr schlechte Listenplätze übriggehabt habe. „Unser Einfluss auf die Bezirkspartei muss sich nachhaltig ändern“, sagte Göhner in Anwesenheit des Bezirksvorsitzenden Ralph Brinkhaus.

Auch warb Göhner für eine Verjüngung der CDU-Politik im Kreis. „Wir müssen junge Menschen für Aufgaben und Ämter begeistern.“ Schließlich solle die Union den Blick auch auf Kandidaten richten, die nicht der Partei angehörten.

Göhners Analyse blieb ohne Widerspruch. Der noch amtierende stellvertretende Kreisvorsitzende Klaus Oehler und der Vorsitzende der Kreistagsfraktion Michael Schönbeck setzten ihre Hoffnung auf Tim Ostermann, der vor kurzem erst das Amt des stellvertretenden Bezirksvorsitzenden angetreten habe. Darin bestätigte sie Brinkhaus, der seinen Stellvertreter als jemanden beschrieb, der politisch und strategisch versiert sei und in Berlin hohe Anerkennung als Fachpolitiker besitze.

Die Wahlen verliefen ohne Überraschungen. Kreisvorsitzender Joachim Ebmeyer erhielt 114 Ja- und neun Nein-Stimmen. Seine Stellvertreter sind Katharina Hartwig aus Spenge, Colette Pöppel-Stadelmann aus Hiddenhausen und Mirco Schmidt aus Herford. Schatzmeister bleibt Martin Schuster (Bünde), neu im Vorstand ist Schriftführer Niklas Korff (Enger).

Das Amt des Pressereferenten bekleidet Landtagskandidat Philip Kleineberg (Enger), der zweite Landtagskandidat Christian Bobka (Kirchlengern) gehört als Mitgliederbeauftragter dem neuen Vorstand an. Beisitzer sind Carolin Kölbach (Kirchlengern), Ina Pohlmeier (Vlotho), Anke Theisen (Herford), Alina Sauerland (Löhne) und Jörg Düning-Gast (Hiddenhausen).

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