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Zehn Jahre Kitec/Harting-Forscherpreis für Grundschulkinder in Espelkamp

Jubiläum für ein einzigartiges Projekt

Espelkamp

In Zeiten von Corona fallen auch Jubiläen oft anders aus als üblich. „Es ist schon ungewöhnlich, dass wir den Jahrestag ‚Zehn Jahre Kitec – Harting Forscherpreis‘ ohne die wichtigsten Personen feiern müssen“, sagte Mar­grit Harting bei der Begrüßung der überschaubaren Gästeschar der Jubiläumsfeier. Und damit meinte sie die Kinder, die seit 2011 normalerweise alljährlich bei dem Wettbewerb aller Espelkamper Grundschulen im Rahmen des Projekts „Kitec – Kinder entdecken Technik“ ausgezeichnet wurden. Immer wieder zündeten die Kinder dabei ein regelrechtes Ideenfeuerwerk.

Gruppenbild mit Baum zum Jubiläum: Die Unternehmerfamilie Harting und die Projektverantwortlichen hoffen auf weitere erfolgreiche Kitec-Jahre. Foto:

Anwesend waren aber Partner, Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrkräfte sowie Vertreter des Harting-Managements, die den Jahrestag gemeinsam begingen.

Begonnen hat alles 2011, als die ersten Kitec-Kisten im Neuen Ausbildungszentrum Harting (Nazha) an die Grundschulen übergeben wurden. Der erste Harting-Forscherpreis wurde 2012 ausgelobt. Kitec ist ein Projekt des Vereins Wirtschaftsinitiative Wissensfabrik. Es führt Kinder an Technik und die Vielfalt technischer Möglichkeiten heran. Sie fertigen aus vorgegebenen Materialien und mit kindgerechten echten Werkzeugen technische Objekte an. Zusammen mit didaktischen Unterlagen für Lehrkräfte bringt die Wissensfabrik seit etwa 14 Jahren Kisten mit Werkzeug, Holz und Material in die Klassenzimmer.

„Leuchtturmprojekt“

Der Anstoß, das Projekt auch in Espelkamp umzusetzen, kam von Sepp Heckmann, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG und Vorstandsvorsitzender des Vereins Kiwiz in Hannover. „Ich bin nur gekommen, um danke zu sagen“, erklärte er. Margrit und Dietmar Harting hätten damals spontan zugestimmt. „Es gibt keine Stadt in Deutschland, wo ein Unternehmen eine Patenschaft für alle Grundschulen übernimmt“, lobte Heckmann die „Konstanz, das großartige Team und die Lehrkräfte“. Heckmann nannte Kitec ein „Leuchtturmprojekt“ in Espelkamp.

Die Firma Harting ist seit 2011/12 einzige Kitec-Partner in OWL und Espelkamps Bürgermeister Heinrich Vieker war seit Beginn Schirmherr. Er sagte, Kitec sei ihm immer eine Herzensangelegenheit gewesen. Er übergab die Aufgabe an seinen Sohn und Nachfolger Dr. Henning Vieker, der sie „mit Freude und Überzeugung“ annahm. Er als Naturwissenschaftler begrüße die Förderung technischen Interesses: „Das kann gar nicht früh genug sein.“ Er freue sich, dass Harting in der Stadt Kitec etabliert habe. Das komme letztlich dem Technik-Standort Espelkamp zugute.

Vielfältige Themen

Alle sechs Espelkamper Grundschulen nehmen regelmäßig daran teil. „Die Kinder fertigen in Kleingruppen Bauwerke zu einem vorgegebenen Thema und bewerben sich damit für den Preis“, erläuterte Bianca Rüter, Ausbilderin bei Harting. Sie organisiert das Projekt in enger Abstimmung mit Margrit Harting und Ausbildungsleiter Nico Gottlieb.

Die drei besten Bauwerke werden jeweils prämiert und ausgezeichnet. Die Kinder bauen nicht nur, sondern dokumentieren auch ihre Arbeit. „Die beste Dokumentation wird mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Am Ende erhalten aber alle Kinder ein kleines Geschenk für ihre Leistungen. Niemand geht leer aus“, erklärt Rüter. Die Themen decken ein breites Spektrum ab, um die Kreativität anzuregen. So ging es bislang etwa um „Erneuerbare Energien“, „Alles, was rollt“ oder „Alles dreht sich“.

Kitec-Baum

Zur Feier, an der auch Gäste per Zoom über das Internet teilnehmen konnten, schaltete sich per Video -Call auch Dr. Axel Jentzsch (Leiter Bildung, Wissensfabrik) zu. Er hob das andauernde Engagement aller Mitwirkenden hervor: „Es geht nicht um ein einmaliges Wow-Erlebnis, sondern um Nachhaltigkeit.“

Mittwald-Schulleiterin Judith Schmidt überbrachte im Namen aller beteiligten Lehrkräfte Margrit Harting zum Dank als Geschenk einen symbolischen „Kitec-Baum“ aus Holz. Auf dessen Stamm und Ästen und von den Kindern gestalteten Blättern sind Träger, Teilnehmer und Klassen des Projekts verewigt. Obwohl die Kinder bei der zehnten Auflage von Kitec nicht aktiv werden konnten, erhielten sie kleine Geschenke und Teilnehmerurkunden. Die Grundschulen bekamen je einen Scheck über 200 Euro für ihre Fördervereine.

Filmischer Rückblick

Ein filmischer Rückblick erinnerte an Anfang und Entwicklung des Projekts, das jährlich mit der Bewertung der Arbeiten und einer Preisverleihung endet. „Darauf warten die Kinder immer ganz ungeduldig“, berichtete Judith Schmidt. Im Film kamen zwei ehemalige Kitec-Teilnehmer zu Wort. die inzwischen eine Ausbildung bei Harting machen. Marvin Rullkötter (Zweites Ausbildungsjahr zur Fachkraft für Lagerlogistik, Teilnehmer beim 1. Harting-Forscherpreis 2012) und Jannik Bösch (Erstes Ausbildungsjahr zum Werkzeugmechaniker, Teilnehmer 2014). Insgesamt beteiligten sich über die Jahre mehr als 1500 Jungen und Mädchen im Grundschulalter, davon wurden bislang sechs zu Harting-Azubis.

Margrit Harting sagte, sie hoffe auf eine „normale Veranstaltung“ im Nazha im nächsten Jahr: mit Kaffee, Kuchen, Limonade, Überraschungen und strahlenden Kinder ganz eng beieinander auf dem Siegerpodest. „Dass die Kinder und Lehrkräfte begeistert von Kitec und dem Harting-Forscherpreis sind, freut mich sehr und spornt mich an, das Projekt fortzuführen“, sagt die Initiatorin, die selbst eine treibende Kraft hinter dem Preis ist.

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