1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Karolingisches Westwerk Corvey öffnet Türen

  6. >

Erbe erhalten – Zukunft gestalten: Kostenlose Sonderführungen zum Unesco-Welterbetag

Karolingisches Westwerk Corvey öffnet Türen

Höxter

„50 Jahre Welterbekonvention: Erbe erhalten – Zukunft gestalten“: Unter diesem Motto steht am Sonntag, 5. Juni, der Unesco-Welterbetag. Die Kirchengemeinde St. Stephanus und Vitus Corvey beteiligt sich in der Zeit von 11 bis 16 Uhr mit kostenlosen Sonderführungen vor Ort im karolingischen Westwerk und auch mit einem digitalen Angebot auf der Internetplattform www.unesco-welterbetag.de an diesem bundesweiten Aktionstag.

Von und

Mit Sonderführungen beteiligt sich die Kirchengemeinde am 5. Juni am Unesco-Welterbetag. Foto: Kirchengemeinde Corvey

Als einziges Welterbe in Westfalen ist Corvey am 5. Juni mit von der Partie. Die Historikerin Annika Pröbe vom wissenschaftlichen Kompetenzteam der Kirchengemeinde bereitet gemeinsam mit Kooperationspartnern ein Programm mit Themenführungen vor.

Dabei richtet sich auch der Blick in die benachbarte 1265 wüst gefallene Stadt Corvey. Zusammen mit dem Archäologen Ralf Mahytka bietet Annika Pröbe von 11 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 16 Uhr eine Kombiführung „Das Westwerk und die Stadtwüstung Corvey“ an. Im Westwerk selbst erläutert die Mediävistin auch das Konzept zur digitalen Erschließung dieses einzigartigen Kulturdenkmals.

Restauratorin gewährt Einblicke am
Unesco-Welterbetag

Um 12 und um 14.15 Uhr gewährt Karen Keller, restauratorische Fachbauleitung im Westwerk, Einblicke in ihr Metier: Gemeinsam mit weiteren Restauratorinnen und Restauratoren ist sie dabei, die fragmentarisch erhaltene karolingische Bausubstanz in der Erdgeschosshalle des Westwerks und im Johanneschor zu sichern. Wandmalereien aus der Erbauungszeit der Abtei haben sich in Corvey erhalten und begründen den Welterbestatus des Weserklosters. Karen Keller zeigt den Gästen dieses besondere Erbe.

Gebaut wird an einem Ort wie Corvey natürlich auch. Architekt Albert Henne, der das Westwerk und die Abteikirche Corvey seit 18 Jahren für die Kirchengemeinde betreut, gewährt den Gästen bei seinen Führungen um 12.15 und 14.30 Uhr interessante Einblicke in die baulichen Maßnahmen der zurückliegenden Jahre.

Lebendiger Glaubens- und Erinnerungsort

Der 2020 gegründete Förderverein für das karolingische Westwerk stellt sich beim Unesco-Welterbetag vor. Die Touristiker der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung im Kreis Höxter (GfW) sind ebenfalls mit von der Partie.

Die Besucherinnen und Besucher werden vor Ort im Westwerk der Welterbekonvention, ihren Zielen und ihrer Umsetzung nachspüren können. Zum 50-jährigen Bestehen der Unesco-Konvention bekräftigt Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek eine klare Überzeugung: „Seit 1200 Jahren zieht das karolingische Westwerk Corvey Menschen in seinen Bann. Durch den Einsatz digitaler Vermittlungskonzepte wird Corvey als lebendiger Glaubens- und Erinnerungsort im 21. Jahrhundert seine Strahlkraft weiter entfalten können.“

Auftrag und Antrieb zugleich

Unter der Ägide von Professor Dr. Christoph Stiegemann verwirklicht ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern ein didaktisches Konzept, das Corvey neu zum Leuchten bringt. „Die Auszeichnung des Westwerks und der Civitas Corvey zum Unesco-Welterbe ist Auftrag und Antrieb zugleich, wenn es darum geht, dieses einzigartige Baudenkmal zu erhalten, es weiter zu erforschen und das karolingische Erbe möglichst vielen Besuchern zu erschließen“, betont der renommierte Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher.

Vom 25. September an steht die ehemalige Benediktinerabtei im Licht der Feierlichkeiten zum 1200-jährigen Bestehen. Der Welterbetag ist eine Ouvertüre zum Jubiläum.

Startseite
ANZEIGE