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Buchhandlung Scherer in Bad Oeynhausen feiert am 1. Oktober das 125-jährige Bestehen

Kein Zweifel an der Zukunft des Buches

Bad Oeynhausen

Der 1. Oktober ist der Stichtag. Am Freitag nächster Woche besteht die Buchhandlung Scherer, letzte inhabergeführte der Stadt, seit 125 Jahren. Von Fritz Scherer 1896 gegründet führen sie seit 2009 Anette Gohlke (56) und Hartwig Rösche (64). Groß gefeiert, etwa mit einem Sektempfang, wird nicht. „Das lassen die Umstände der Pandemie nicht zu“, sagt Rösche. Für die Kunden soll es am Jubiläumstag eine süße Überraschung zum Mitnehmen geben, die das Team gleich nebenan, im Süßwarengeschäft von Barbara Schuster, geordert hat.

Von Claus Brand

Hartwig Rösche und Anette Gohlke (rechts) führen heute die Buchhandlung Scherer in Bad Oeynhausen. Das Team komplettieren Denise Nürge (links) und Uschi Stelze. Foto: Kulich Fotografie

Glücklich ist Rösche, dass die Buchhandlung auch die Zeit seit Pandemiebeginn gut überstanden hat, „auch dank unserer vielen treuen Kunden“. Zwei Mal habe das Ladenlokal in der Zeit schließen müssen. Dann habe zum Beispiel „Click & Collect“ gegolten. Und auch wenn damit unter bestimmten Pandemieregeln nur nach vorheriger Bestellung und Vereinbarung eines Termins der Verkauf an der Ladentür möglich gewesen sei, habe der Umsatz gestimmt. Rösche: „Das war für andere Branchen viel schwieriger.“ Er sei vom Kundenverhalten positiv überrascht gewesen. „Jede Beschränkung haben die Kunden zur Kenntnis genommen, sind uns aber treu geblieben.“ In der Zeit des geschlossene Ladens habe das Team viel gearbeitet, „mit einem unglaublichen Bestellaufkommen, mit viel Zuspruch“. Er habe an manchen Tagen nur Rechnungen geschrieben. Im Vergleich zu einem normalen Tag vor der Pandemie schätzt er, dass der Verkauf vom Umfang her bei 70 Prozent gelegen habe. Rösche: „Alle Viertelstunde wurde ein Buch abgeholt. Es waren fast so viele Kunden an der Tür wie sonst im Laden. Es gab dann eine Tüte mit Rechnung.“ Schwieriger sei die Phase „Click & Meet“ gewesen. Der Laden sei dann geöffnet gewesen, „aber der Kunde durfte ihn nur mit Termin betreten und wir durften nur zwei einlassen. Das war nervenaufreibend, mit Diskussionen an der Tür.“

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