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Bielefelder Verwaltung rät vom Ankauf der früheren Briten-Häuser aus Kostengründen ab – Suche nach Alternativstandort

Keine Kita am Lipper Hellweg

Bielefeld-Stieghorst

Gerade weil es vor allem junge Familien sind, die in die von britischen Militärangehörigen verlassenen Wohnhäuser in Stieghorst ziehen, hätte ein neuer Kindergarten gut in das so genannte Forscherviertel rund um den Lipper Hellweg gepasst. Dazu hätte die Stadt auch die Möglichkeit, lehnt den Kita-Bau nun aber ab.

Von Peter Bollig

Die Stadt möchte auf den Erstzugriff für die vier Reihenhäuser am Lipper Hellweg, einst von britischen Militärangehörigen bewohnt, und damit auf einen Kita-Standort dort verzichten. Foto: Peter Bollig

Im Positionspapier für die ehemaligen britischen Wohnsiedlungen hatte die Stadt den Kita-Neubau am Lipper Hellweg noch vorgesehen. Die vier Reihenhäuser mit den Hausnummern 114 bis 116a sollten dazu von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) übernommen und abgerissen werden. Die Bima selbst hat der Stadt daraufhin das Erstzugriffsrecht angeboten. Noch bevor über den Kaufpreis verhandelt wurde, ist sich die Verwaltung aber sicher: Die Kosten wären zu hoch.

Die Bima würde den Verkehrswert des Grundstücks ermittel, sobald die Stadt erklärt, dass sie mit dem Kita-Bau dort eine öffentliche Aufgabe erfüllen will. Wie aus einer Vorlage für die Sitzung der Bezirksvertretung Stieghorst am Donnerstag deutlich wird, ist der Verwaltung schon jetzt klar, dass das Projekt zu teuer würde. Denn sie geht von einem Bodenrichtwert von 350 Euro pro Quadratmeter aus, allein das 1800 Quadratmeter große Grundstück würde daher mit 630.000 Euro als Kaufpreis taxiert.

Neuer Spielplatz im Forscherviertel ist eine Möglichkeit

Dazu käme der Gebäudewert für die vier Reihenhäuser – der zu Buche schlägt, obwohl die Häuser abgerissen werden sollen. Und schließlich würde der Abriss selbst einen höheren Betrag verursachen, ebenso die Herrichtung des Grundstücks, das durch seine starke Hanglage nicht ganz einfach zu gestalten wäre.

„Im Ergebnis sind die Gesamtkosten des Baugrundstücks zu hoch“, sagt die Verwaltung – auch unter Abzug eines Preisnachlasses, den die Bima gewähren müsste, weil die Fläche nicht am Wohnungsmarkt angeboten, sondern für eine Kita genutzt werden würde. Um bis zu 350.000 Euro könnte sich der Kaufpreis dadurch reduzieren. Trotzdem rät die Verwaltung der Politik dazu, auf das Erstzugriffsrecht zu verzichten. Sie sagt aber auch zu, im Umfeld nach einem Alternativstandort schauen zu wollen, um dort einen neuen Kindergarten zu realisieren.

Positiver sieht die Verwaltung die Möglichkeit, im Forscherviertel einen Spielplatz einzurichten. Der Ankauf der Grünfläche zwischen Lipper Hellweg und Amundsenstraße sei insbesondere aufgrund der geringeren Bodenrichtwerte realistischer. Die dafür notwendigen Beschlüsse sollen bei den politischen Gremien gesondert eingeholt werden.

Bei einem Verzicht der Stadt auf den Erstzugriff für die vier Reihenhäuser am Lipper Hellweg, so die Einschätzung der Verwaltung, werde die Bima die Gebäude freigeben für eine Vermietung oder Vermarktung.

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