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Keine Verletzten bei Vorfall in Paderborn – Bundespolizei warnt vor Gefahren

Kinder spielen im Bahngleis: Zugführer muss Notbremsung einleiten

Paderborn

Spielende Kinder im Bahngleis haben am frühen Samstagabend eine sogenannte Schnellbremsung, eine Bremsung mit voller Bremskraft, eines Regionalzuges in Paderborn verursacht. Verletzt wurde nach Angaben der Bundespolizei niemand, der Triebfahrzeugführer setzte seinen Dienst jedoch nicht fort.

Kinder spielten im Bahngleis am Heinz-Nixdorf-Ring/An den Fischteichen. Foto: Google Maps

Der Zug der Nordwestbahn (RB 74) kam aus Bielefeld und befand sich auf dem Weg zum Hauptbahnhof Paderborn, als der Triebfahrzeugführer gegen 18.15 Uhr im Bereich Heinz-Nixdorf-Ring/An den Fischteichen zwei Kinder im Alter von etwa sechs bis zehn Jahren im Gleisbereich bemerkte. „Der Triebfahrzeugführer leitete eine Schnellbremsung ein und gab ein akustisches Signal ab“, so die Bundespolizeidirektion in Sankt Augustin. Dadurch bemerkten die Kinder den heranfahrenden Zug und entfernten sich in ein anliegendes Waldstück.

Der Zug sei mit etwa 100 Stundenkilometer unterwegs gewesen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei dieser Zeitung, die Kinder seien etwa 150 Meter entfernt gewesen, als das Signal gegeben wurde.

Eine Polizeistreife suchte den Bereich ab, entdeckte die beiden Kinder aber nicht. Durch die Vollbremsung wurden den Angaben zufolge keine Reisenden im Zug verletzt. „Der Triebfahrzeugführer jedoch fühlte sich in mehr in der Lage seinen Dienst fortzusetzen und ließ sich im Hauptbahnhof Paderborn ablösen“, teilte die Bundespolizei am Montagvormittag weiter mit.

In Folge des Vorfalls verspäteten sich zwei Züge (insgesamt 23 Minuten).

In diesem Zusammenhang warnt die Bundespolizei vor den Gefahren an Bahnanlagen und bittet Eltern, ihre Kinder zu sensibilisieren:

„Bahnanlagen sind keine Spielplätze!

– Aufgrund ihres Gewichts haben Züge einen sehr langen Bremsweg. Eine Bremsung ist oft nicht mehr rechtzeitig möglich!

– Züge nähern sich fast lautlos. Ein elektrisch betriebener Zug – selbst mit über 200 Stundenkilometern – ist für das menschliche Ohr erst wahrnehmbar, wenn er bereits vorbeifährt!

Auf den Schienen liegende Hindernisse werden mit großer Geschwindigkeit und Kraft getroffen. So können auch Umstehende schwer verletzt werden!“

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