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Alter Bauwagen wird mit Hilfe der Eltern neu hergerichtet

Kindergarten Sternschnuppe in Osterholz: Freude über besondere Werkstatt

Schlangen-Oesterholz-Haustenbeck

Früh übt sich, wer später einmal ein gefragter Handwerker werden will. Der Kindergarten Sternschnuppe in Oesterholz hat mit Eltern-Hilfe einen alten Bauwagen in eine üppig ausgestattete Werkstatt für Kinder umgebaut. Ab sofort können die Jungen und Mädchen hier ausgelassen hämmern, sägen oder hobeln – natürlich immer unter Aufsicht und Anleitung der Erzieherinnen.

Von Klaus Karenfeld

Zufrieden mit dem Ergebnis: die Helfer und Helferinnen zusammen mit den Mitarbeitern und Verantwortlichen der Kita vor der neuen Kinder-Werkstatt. Foto: Klaus Karenfeld

Am Samstag, 2. Juli, feiert die Kita Sternschnuppe ihr 25-jähriges Bestehen. „Eigentlich wollten wir das Jubiläum termingerecht schon Anfang Februar begehen. Aber die Corona-Pandemie hat auch uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, erläutert Anja Weber, eine der beiden Leiterinnen der Oesterholzer Kindertagesstätte. Aber aufgeschoben ist eben nicht aufgehoben. Und so wird das Fest zum runden Geburtstag ganz einfach Anfang des Sommers nachgeholt.

Ein Geburtstagswunsch ist im Vorfeld bereits in Erfüllung gegangen. In vielen Monaten ehrenamtlicher Arbeit hat eine Gruppe engagierter Väter und Mütter einen alten Bauwagen in eine kindgerechte Werkstatt umgebaut.

Das Gefährt musste komplett entkernt werden. Foto: Kita Sternschnuppe

Geboren wurde die Idee bereits im Laufe des Jahres 2020. „In unserer Kita ist es selbstverständlich, dass die Kinder hin und wieder bei uns als kleine Handwerker unterwegs sind. Da wird fleißig gehämmert, gesägt und gebastelt. Eine eigene Werkstatt hatten wir bisher aber noch nicht“, so Anja Weber.

Und so freuten sich die aktuell 74 Jungen und Mädchen mit ihren Betreuerinnen, als Andreas Schulz, der Onkel eines Kindes, anbot, ihnen einen ausrangierten Bauwagen kostenlos zu überlassen. Vom Standort Buke aus sollte der Wagen nach Oesterholz transportiert werden. Doch das war leichter gesagt als getan. Denn das Gefährt erwies sich als nicht fahrtüchtig.

In dieser Situation bot sich Erol Lesik an, den Bauwagen per Abschleppwagen an seinen neuen Standort zu bringen. Die letzten Meter wurden mit einem Schlepptraktor zurückgelegt.

Und schon tauchte ein neues Problem auf: Bei ersten genaueren Untersuchungen stellte sich heraus, dass der Zahn der Zeit mächtig an dem Bauwagen genagt hatte. Um den Traum von der kindgerechten Werkstatt doch noch wahrwerden zu lassen, musste das Gefährt komplett entkernt und neu aufgebaut werden. Eine Arbeit, die sich über viele Monate hinziehen sollte. „300 Arbeitsstunden werden da schon zusammen gekommen sein“, rechnet Eugen Tews vor. In den Dienst der guten Sache stellten sich neben ihm weitere Väter und Mütter. Im Einzelnen waren das Eugen Bailman, Diana Christeid und ihr Mann Daniel, Fritz Besch, Aram Reiter sowie Lida Springer. In die Planungen mit einbezogen waren auch die frühere Kita-Leiterin Ulrike Reinhard sowie ihre beiden Nachfolgerinnen Anja Weber und Michaela Tegtmeier.

Der Bauwagen wird neu aufgebaut. Foto: Kita Sternschnuppe

Gearbeitet wurde übrigens zumeist an den Wochenenden. „Wir befürchteten schon, dass einige Nachbarn sich von dem Sägegeräusch gestört fühlen könnten“, erinnert sich Eugen Tews. Aber es gab zum Glück keine einzige Beschwerde.

Unter anderem bekam der Bauwagen nicht nur eine neue Täfelung und einen komplett neuen Anstrich. Auch die alten Fenster mussten durch neues und stärkeres Glas ersetzt werden. Der Zutritt von außen zur neuen Werkstatt erfolgt über eine seitlich neu angebrachte Holztreppe. Der Bauwagen – er ist drei Meter mal 2,50 Meter groß – verfügt zudem über einen eigenen Stromanschluss und über ausreichend Licht.

Natürlich mussten auch einige notwendige Geräte und Materialien angeschafft werden, um das Projekt tatkräftig zu realisieren. Dieser Kauf wurde unter anderem auch durch Spendengelder finanziert. So steuerte die beim Kreis Lippe ansässige Stiftung Standortsicherung für das Projekt in Oesterholz einen Betrag von 1500 Euro bei.

Die neue Werkstatt der Kita Sternschnuppe sollte schließlich auch einen eigenen Namen bekommen, über den die Kita-Kinder selbst entscheiden konnten. Er lautet: „Werkzwerg Jono“.

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