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Umweltausschuss in Hiddenhausen stimmt Zuschuss für vermeintlich umweltfreundlichere Variante zu

Klares Ja zu Stoffwindeln

Hiddenhausen

Mit einem einstimmigen Votum haben die Mitglieder des Umweltausschusses für einen Stoffwindel-Zuschuss gestimmt. Eltern, die auf diese Variante setzen, dürfen ab der Geburt ihres ersten Kindes einen Antrag für die finanzielle Unterstützung stellen – und zwar für jedes neue Familienmitglied bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres.

Von Sonja Töbing

Stoff- oder Einwegwindeln? Mit dieser Frage haben sich die Mitglieder des Umweltausschusses beschäftigt. Am Ende stimmten alle für eine Bezuschussung von Stoffwindeln Foto: Sonja Töbing

Der von der Verwaltung vorgeschlagene Zuschuss für Einwegwindeln wurde auf Eis gelegt, das Thema soll im Schul-, Sozial-, Sport- und Kulturausschuss auf die Agenda gesetzt werden.

Die junge Mutter Esther Sander hatte bereits 2020 einen Antrag auf Bezuschussung von Stoffwindeln gestellt. Sie brachte ihr Anliegen während der Ausschusssitzung vor: „Wir haben viele junge Familien in Hiddenhausen, die auf diesen Zug aufspringen sollten. Einwegwindeln sind alles andere als günstig für unsere Umwelt.“

Volker Braun

Umweltamtsleiter Volker Braun wies darauf hin, dass er und seine Kollegen auch einige Anträge von Eltern erhalten hätten, die sich einen Zuschuss für Einwegwindeln wünschten – denn die Entsorgungskosten stiegen durch den Verbrauch von Pampers & Co. natürlich. „Bis ein Kind trocken ist, verbraucht es in etwa 1000 Kilo Einwegwindeln“, berichtete Volker Braun. Deshalb hatte die Verwaltung den Antrag Esther Sanders auch entsprechend ergänzt, um Stoffwindel-Gegnern entgegenzukommen.

Im Laufe der Diskussion wurde deutlich, dass nur schwer abzuschätzen ist, welche Variante umweltfreundlicher ist – denn das häufige Waschen der Stoffwindeln verbraucht entsprechend mehr Wasser. Andererseits wird auch für die Produktion von Wegwerfwindeln viel Wasser benötigt. Hinzu kommen die zum Teil langen Transportwege. Volker Braun erklärte: „Das ist ein Thema, das ich nicht anpacken will und kann. Jeder sollte für sich selbst entscheiden, welcher Weg für ihn der richtige ist. Wir können nur an die Eltern appellieren, Stoffwindeln zu verwenden.“

Diskussion über Zuschuss für Einwegwindeln

Ulrich Hempelmann, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender, machte sich für eine differenzierte Betrachtungsweise der Thematik stark: „Wenn wir den Zuschuss für Stoffwindeln befürworten, können wir nicht gleichzeitig Einwegwindeln subventionieren. Das passt nicht zusammen.“ Die Diskussion um eine Bezuschussung der Wegwerfwindeln gehöre in den Sozialausschuss, da diese Produkte nicht nur für Kinder, sondern auch für pflegebedürftige Erwachsene verwendet würden.

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