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Zahl der Corona-Infizierten im Kreis Herford wächst rasant

Kontaktnachverfolgung immer schwerer

Herford

Angesichts der rasant steigenden Corona-Zahlen ist der Kreis Herford aktuell nicht in der Lage, sämtliche Kontaktpersonen von Infizierten zeitnah zu kontaktieren. Man befinde sich am Anfang einer neuen Welle, sagt Landrat Jürgen Müller. Er appelliert erneut an die Menschen im Kreis, sich impfen zu lassen.

Diese Graphik zeigt die aktuelle Corona-Statistik für den Kreis Herford und die Verteilung der Infizierten und Genesenen sowie der Todesfälle auf die einzelnen Städte und Gemeinden. Foto: Kreis Herford

Im Kreisgebiet sind von Dienstag auf Mittwoch 56 neue Corona-Fälle hinzugekommen. Aktuell sind 543 Personen infiziert. Sie verteilen sich auf Herford (196), Hiddenhausen (21), Bünde (88), Kirchlengern (46), Rödinghausen (4), Enger (18), Spenge (18), Vlotho (37) und Löhne (115). Der Inzidenzwert liegt bei 146,1 (+4,4 im Vergleich zum Vortag).

Landrat Jürgen Müller zeigt sich besorgt über den Anstieg: „Die Zahl der Neuinfizierten steigt derzeit – leider macht sich das jetzt auch wieder in den Krankenhäusern des Kreises bemerkbar. Da wir aktuell am Anfang einer neuen Welle stehen, werden die Zahlen vermutlich dynamisch bleiben. Besondere Sorge macht mir, dass viele der betroffenen Patienten nicht geimpft sind. Ich kann nur immer wieder appellieren: Nehmen Sie die Impfangebote wahr.“

„Einige der Covid-19-Patienten sind sogenannte Zufallsbefunde: Sie werden wegen einer anderen Erkrankung stationär aufgenommen und erweisen sich nach entsprechender Testung als positiv. Ein Großteil von ihnen ist ungeimpft“, teilt der Kreis mit.

Die Krankenhäuser im Kreis Herford bereiten sich auf steigende Patientenzahlen vor. Marco Kauling, Notarzt und Mitglied des Krisenstabs im Klinikum Herford, erklärt dazu: „Es sind deutlich weniger ältere Menschen aus Altenpflegeeinrichtungen oder ambulanter Betreuung im Klinikum aufgenommen worden, als im vergleichbaren Zeiten der Pandemie. Dies führen wir zurück auf die Schutzimpfungen der vulnerablen Gruppen im Winter 2020/21.“

Im Vergleich dazu würden bundesweit immer öfter jüngere Menschen stationär wegen Covid-19 behandelt. Gerade im Hinblick auf die erneut steigenden Patientenzahlen in Krankenhäusern und die wieder höher werdende Auslastung auf Intensivstationen würden es die Gesundheitseinrichtungen und der Rettungsdienst des Kreises begrüßen, wenn sich ungeimpfte Personen, sowohl im Interesse der eigenen Gesundheit als auch der Gesamtbevölkerung, zeitnah impfen lassen.

Derzeit werden 15 Patienten mit einer Covid-19-Infektion stationär in den Krankenhäusern im Kreisgebiet behandelt. Drei Patienten werden intensivmedizinisch betreut und zwei müssen zusätzlich beatmet werden. Die stark steigenden Fallzahlen und die damit verbundene aufwendige Kontaktpersonennachverfolgung stellt das Gesundheitsamt des Kreises vor große Herausforderungen. Aktuell ist es nicht möglich, sämtliche Kontaktpersonen von Infizierten zeitnah zu kontaktieren.

Weitere Fragen rund um Covid-19 nimmt das Bürgertelefon des Kreises Herford unter Tel. 05221/131500 entgegen.

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