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Fußball-A-Ligist SG Oesterweg  startet als Spitzenreiter in die Rückrunde

Bezirksliga-Aufstieg wäre die Krönung

Altkreis

Trainer Björn Mittendorf möchte sich im Sommer nach acht Jahren beim Fußball-A-Ligisten SG Oesterweg mit dem Meistertitel verabschieden. Vor dem Rückrundenstart an diesem Sonntag plagen den Spitzenreiter aber große Personalproblem.

Von Klaus Münstermann

BjörnMittendorf hofft zum Abschluss seiner achtjährigen Trainertätigkeit in Oesterweg auf den Aufstieg in die Bezirksliga. Foto: Klaus Münstermann

Herbstmeister vor Halle

Mit einem glücklichen 3:2-Sieg beim SC Halle sicherte sich die SG Oesterweg am 13. Dezember vor dem so eben bezwungenen Gegner die Herbstmeisterschaft in der Fußball-Kreisliga A. „Als Tabellenführer können wir jetzt schlecht das Ziel ausrufen, dass wir Fünfter werden wollen. Als Sportler willst du immer das Maximale erreichen. Aber den ersten Platz zu verteidigen, wird schon eine mega-schwere Aufgabe“, sagt Björn „Pelle“ Mittendorf (38).
Der Trainer hat vor dem Rückrundenstart an diesem Sonntag auswärts beim abstiegsbedrohten SV Ubbedissen große Personalsorgen. Mit Kapitän Noah Peperkorn (Fußverletzung), Torjäger Jan Luca Felsmann (Oberschenkelprobleme) Lennart Kupper (Knöchel) Torben Kräuter (Knochenabsplitterung im Fuß), Jannes Gronau (Mittelfußbruch) und dem gelb-gesperrten Jannis Kräuter droht gleich ein halbes Dutzend Stammkräfte auszufallen. Somit dürfte klar sein, dass Winterneuzugang Marvin Heinsch, vormals SC Peckeloh und SC Füchtorf, auf Anhieb in die Startformation rutscht.

Durchwachsene Vorbereitung

Hinzukommt eine eher durchwachsene Vorbereitung, in der eine Woche der Corona-Pandemie zum Opfer fiel. Die vier Testpartien endeten mit einem 1:1 beim B-Liga-Spitzenreiter TuS Solbad Ravensberg und drei Niederlagen gegen die beiden Bezirksligisten Spvg. Versmold 0:2 und SV Bad Laer 2:3 sowie einem 1:3 gegen TuS Asemissen, ungeschlagener Primus der Kreisliga A Lemgo. „Wir haben uns bewusst starke Gegner ausgesucht. Aber wir haben zu viele Gegentore kassiert und vor allem zu wenig eigene geschossen. Das ist unser Problem“, sagt Pelle.
Mit 42 Treffern stellt die SG gemeinsam mit Eintracht Bielefeld nur den viertgefährlichsten Sturm der Liga. Halle, Quelle und Canlar haben häufiger getroffen. Die Defensive ist jedoch mit nur 16 Gegentoren die mit Abstand beste im Kreisoberhaus. „Wir stehen in der Abwehr sehr stabil. Das hat uns viele Punkte eingebracht“, sagt Mittendorf, der das Spielsystem umgestellt hat, weil er es umstellen musste. „Mit dem Abgang von Philipp Witte nach Bad Rothenfelde Mitte August ist uns ein echter Neuner abhanden gekommen. Somit mussten wir kurzfristig reagieren. Aus einer soliden Deckung mit mehr Tempo bei Ballbesitz nach vorne auf zwei Stürmer spielen“, erklärt Mittendorf, der mit seiner Truppe zwei Punkte vor Halle, jeweils acht Zähler vor Eintracht und Amshausen sowie neun vor Ummeln liegt. „Ich erwarte, dass Eintracht und Ummeln noch ein Wörtchen um die Spitze mitreden werden. Ummeln war für mich der stärkste Gegner.“

Derby-Niederlage wurmt

Die einzige Niederlage (1:2) setzte es jedoch im Derby beim abstiegsbedrohten Ortsrivalen SC Peckeloh II. „Die wurmt mich immer noch. Da war in der Woche vor der Partie schon alles schief gelaufen und für uns war es ein gebrauchter Tag mit vielen vergebenen Chancen.“
Gestalten die SG und Verfolger Halle die Rückrunde ähnlich erfolgreich wie die erste Saisonhälfte, könnte es am letzten Spieltag zu einem echten Finale um die Meisterschaft kommen - dann muss der SC auf der Hesselsportanlage in Oesterweg antreten. „So etwas will doch keiner haben. Ich hoffe, dass vor dieser Partie schon alles klar ist und wir einfach in Ruhe ein, zwei Bierchen trinken können - auf was auch immer“, sagt Mittendorf, der nach acht Jahren die Verantwortung an Cüneyt Üstün-Patzelt abgeben wird (das WB berichtete).

Vor genau 30 Jahren schaffte die SG Oesterweg 1992 unter Spielertrainer Klaus Rahe zum ersten Mal den Sprung in die Bezirksliga. Zwei Jahre später ging es wieder abwärts. „Nach unserem Aufstieg in der Serie 2017/18 wollten wir uns in der A-Liga etablieren. Das ist uns mit der in Oesterweg besten spielerischen Mannschaft der vergangenen zehn Jahre gelungen. Ich wünsche mir den Aufstieg als perfekten Abschluss. Das wäre die Krönung – für mich, für die Mannschaft und für den Verein. Und wenn es nicht klappen sollte, ist das für die SG auch kein Drama“, sagt Mittendorf, der als frisch gebackener Vater ab Sommer mehr Zeit mit seiner Familie verbringen möchte.

Die meisten Tore: Jan Luca Felsmann 15, Torben Kräuter 7, Tobias Fiß 6, Lennart Kupper 5, Wojtek Kosecki 4.

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