1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Borgholzhausen
  6. >
  7. Dänen leben und lernen anders

  8. >

Schulpartnerschaft zwischen PAB-Gesamtschule und Frederiksberg-Skol in Sorø

Dänen leben und lernen anders

Werther/Borgholzhausen (WB/jog). Die Kleinstadt Sorø hat 8000 Einwohner und liegt in einer ländlich idyllischen Umgebung auf der dänischen Insel Seeland, rund 70 Kilometer westlich von Kopenhagen. Im September werden 20 Schüler aus Werther und Borgholzhausen für eine Woche dorthin reisen, als Auftakt der neuen Schulpartnerschaft.

Sie posieren mit der »Dannebrog«, wie die dänische Flagge auch genannt wird (von links): Katharina, Jette, Günal Incesu, Henry, Selina, Marius, Schulleiterin Ulla Husemann, Bjarne, Jürgen Höcker (KSK Halle), Noah, Vera Consbruch (Filialdirektorin Sparkasse Werther) und Jan-Lukas. Foto: Johannes Gerhards

»Nach einem längeren Anbahnungsprozess freuen wir uns auf das Zustandekommen der Partnerschaft, von der vor allem die Schüler der Mittelstufe profitieren werden«, sagt Schulleiterin Ulla Husemann. Bisher gibt es partnerschaftliche Verbindungen nach Kenia, zudem wird die jährliche Fahrt nach Auschwitz für den 10. Jahrgang organisiert. Mit der auch für jüngere Schüler zu akzeptablen Bedingungen erreichbaren Frederiksberg-Skol in Sorø werde eine Lücke im Auslandsangebot geschlossen.

Erste Bande geknüpft

Eines der Kriterien war die englische Umgangssprache, Großbritannien fiel aus wirtschaftlichen Gründen durch das Raster, ein USA-Aufenthalt kam wegen der großen Entfernung nicht in Frage. Die ersten Kontakte nach Dänemark wurden vor vier Jahren über Bekanntschaften hergestellt. 2016 besuchte eine Delegation mit acht Schülern das Nachbarland, ein Jahr später waren dänische Schüler im Altkreis zu Gast.

Im Rahmen der vom Englisch- und Geschichtslehrer Günal Incesu geleiteten Schulpartnerschafts-AG sind die weiteren Schritte geplant und umgesetzt worden. Nach einem Bewerbungsverfahren wurden jeweils fünf Jungen und Mädchen beider PAB-Standorte für die im Herbst anstehende Fahrt ausgewählt. Vom 17. bis zum 21. September unternehmen sie die achtstündige Reise mit Zug und Fähre, um beim »interkulturellen Austausch wichtige Erfahrungen für das eigene Leben zu sammeln«, sagt Ulla Husemann.

Gegenbesuch steht an

Die Schüler sind in Gastfamilien untergebracht und pflegen bereits jetzt regen Email-Kontakt zu ihren dänischen Freunden. Außer der Zugreise fallen keine Kosten an, somit sei die Fahrt auch für Kinder ohne entsprechenden wirtschaftlichen Hintergrund geeignet, betont Günal Incesu.

In Dänemark erwartet die Deutschen ein Bildungssystem mit anderen Prinzipien. So gelten Tabletcomputer als staatlich geförderte Arbeitsmittel, die Jahrgänge 1 bis 9 besuchen dieselbe Schule, der auch eine Kindertagesstätte und das Jugendamt angegliedert ist. Nachmittags werden Talente in der angeschlossenen Freizeitschule gefördert, wo man sogar die Führerscheinprüfung ablegen kann.

Mit dänischer Lockerheit

»Wir werden die Partnerschaft allmählich auf weitere Gebiete ausdehnen«, hofft Günal Incesu und zeigt sich beeindruckt von der sprichwörtlichen dänischen Lockerheit. Betriebe hätten bereits Interesse an deutschen Praktikanten signalisiert, denkbar seien auch gemeinsame Kunst-, Musik- oder Sportprojekte. Die Schüler selbst geben Interesse am digitalen Unterricht, Kennenlernen anderer Lebensweisen, das Meer, landschaftliche Umgebung und Sehenswürdigkeiten in Kopenhagen als Hauptgründe an. Etwa die Hälfte kennt das Land bereits von Urlauben mit der Familie.

Als Kooperationspartner unterstützt die Kreissparkasse Halle seit 2008 diverse Projekte an der PAB-Gesamtschule. »Wir wollen so die interkulturelle Kompetenz fördern«, sagt Sparkassensprecherin Heidi Kirsch.

Startseite
ANZEIGE