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Offenbacher Kroe-Schüler Horst Baerenz-Cao besucht Borgholzhausen

Ein Zeitzeuge berichtet

Borgholzhausen (jog). »Die Welt schaut auf Kroe und sucht ihn«, sagt die Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann. Er sei damals künstlerisch auf der Höhe der Zeit gewesen, und auch heute finden sich entsprechende Anknüpfungen.

Johannes Gerhards

Vor Kroes letztem Bild mit einem Plakat aus der Patio-Zeit stehen (von links) Kunsthistorikerin Christiane Hoffmann, Kroeschüler Horst Baerenz-Cao und die Galeristin Christine Wagner haben das Werk des Piumer Künstlers gewürdigt.. Foto: Johannes Gerhards

Ein Treffen des Offenbacher Kroe-Schülers Horst Baerenz-Cao mit Vertretern der Stiftung darf als Ausdruck der Wertschätzung gesehen werden, die dem 1988 verstorbenen Borgholzhausener Künstler entgegen gebracht wird.

Der entscheidende Hinweis auf Aktivitäten rund um den Patio-Verlag und die gleichnamige Galerie im hessischen Neu-Isenburg, an deren Gründung Kroe in den sechziger Jahren maßgeblich beteiligt war, kam von Stadtarchivar Dr. Rolf Westheider. Galeristin Christine Wagner beschäftigt sich unter anderem mit der Aufarbeitung von Patio. Sie ist gemeinsam mit dem »Meister der German Pop Art«, Horst Baerenz-Cao, nach Borgholzhausen gekommen, um sich über die Arbeit der Kroe-Stiftung zu informieren.

Ausstellung geplant

Als Nebeneffekt plant der Kulturverein im kommenden Jahr eine Ausstellung mit Horst Baerenz-Cao. »Ich war Anfang zwanzig und auf der Suche nach meiner künstlerischen Ausrichtung«, erinnert er sich an turbulente Jahre, in der »einem die Kunstströmungen nur so um die Ohren flogen«. Als akademisch ausgebildeter Maler konnte Kroe ihm wertvolle Tipps zur Ölmaltechnik gegeben, sagt Horst Baerenz-Cao und steht voller Bewunderung über die »unglaublich sensible Farbigkeit« vor Kroes letztem Bild »Bitteschön, Herr Professor«, das im Heimatmuseum ausgestellt ist.

Neben ihm und Kroe gehörten 1963 auch Dieter Wetzk, Walter Zimbrich und Mario Barahona zu den fünf Gründungsvätern des Kunstprojektes Patio, das sich später als Verlag und Galerie etablierte und mit weit über einhundert bibliophilen Exponaten von sich reden machte. Für den »entscheidenden Kick« sei 1966 die »beste Ausstellung Deutschlands« mit Gerhard Richter und Konrad Lueg verantwortlich gewesen.

Vermarktung war nicht wichtig

»Egalität, Libertät und Patiozität« lautet der Untertitel in einer Erinnerungsschrift über die anfänglich sehr vielfältigen Ausstellungsaktivitäten unter anderem mit Stanley Brouwn und dem »ersten lebenden Kunstwerk« Timm Ullrichs.

In den mehr als 30 Jahren seines Bestehens hat Patio über 110 Einzelausstellungen, 20 Accrochagen, 35 Aktionen und Happenings sowie rund 60 Autorenlesungen organisiert. Die Christine Wagner Gallery »cwg« pflegt diese Erinnerungen und wird in Zukunft wohl auch intensiv mit der Kroe-Stiftung zusammenarbeiten.

»Kroe hat sich damals wenig für die Vermarktung seiner Kunst interessiert«, erinnert sich Horst Baerenz-Cao. Die Stiftung will auch dazu beitragen, Kroes künstlerische Bedeutung herauszustellen, seinen womöglich etwas unterschätzen Ruf zu korrigieren und auch entsprechende wissenschaftliche Forschungen zu unterstützen.

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