1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Borgholzhausen
  6. >
  7. Einzelzimmer mit Teutoblick

  8. >

Großes Interesse am Tag der offenen Tür in neuen DRK-Haus Ravensberg in Borgholzhausen

Einzelzimmer mit Teutoblick

Borgholzhausen (WB). »So ein Gebäude innerhalb von zehn Monaten fertigzustellen und dabei im vorgesehenen Zeit- und Kostenrahmen zu bleiben, das ist schon rekordverdächtig«, sagt Klemens Keller als Vizepräsident des DRK Kreisverbandes und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung. Wie er wollen mehr als 200 Besucher den Neubau mit 80 Einzelzimmern im Rahmen eines Tages der offenen Tür besichtigen.

Johannes Gerhards

Das ist einzigartig: In jedem Zimmer gibt es ein spezielles Lifter-System. “Damit können Bewohnter komfortabel ins Bett gehoben werden“, erklärt Christoph Langewitz Foto: Johannes Gerhards

»Na, hast du dir schon ein Zimmer reserviert?«, so lautet denn auch die oft gehörte Begrüßungsformel an diesem Tag. Einige waren schon bei der Einweihung des Altbaus im Jahre 1986 mit dabei. Damals habe man sich nach möglichen Unterkünften für die Eltern umgesehen, heute schaue man für sich selber, ist zu vernehmen.

In der Cafeteria des alten Hauses empfängt Ulrike Welpinghus vom Sozialen Dienst die Gäste und weist ihnen den Weg durch den Verbindungsgang ins neue Hauptgebäude. Dennis Schwoch, Geschäftsführer des Hauses und DRK Kreisverbandsvorstand, steht abwechselnd mit Einrichtungsleiter Christoph Langewitz und weiteren Mitarbeitern Rede und Antwort und führt unablässig Besuchergruppen durch den Neubau.

In jedem Zimmer ein Lifter

»Kein Altenheim in Deutschland verfügt über Deckenliftersysteme in jedem Zimmer«, erklärt er bei der Besichtigung. Jeder Raum verfügt über die Standardeinrichtung aus Pflegebett, Nachtschrank, Tisch und Stuhl. Den Bewohnern müssen darüber hinaus individuelle Gestaltungsmöglichkeiten eingeräumt werden.

»Das gesamte Haus ist barrierefrei ausgebaut«, betont Dennis Schwoch. Davon zeugen die niedrig angebrachten Türklinken, die Einhandbedienung der Fenster und Schiebetüren zum Bad. Auch hier wurde an alles gedacht: Die besonders stabilen Waschbecken haben Haltegriffe, und selbst die Toilettenspülung lässt sich komfortabel per Funk steuern.

Badewanne in der “Pflegeoase”

Die einzige Badewanne im Haus steht als Hightech-Variante in der »Pflegeoase für Wellness«, einem großräumigen Badezimmer mit Fototapete, stimmungsvoller Beleuchtung und Beschallungsmöglichkeit. Von den Wohnküchen und Aufenthaltsbereichen im Obergeschoss ist ein freier Blick über Borgholzhausen bis zum Teuto möglich, noch besser ist die Rundumsicht von der großräumigen Dachterrasse. »Diese nicht ganz kostengünstige Lösung ist möglich geworden, weil wir beim Bau glücklicherweise nicht mit Altlasten im Boden konfrontiert wurden«, erklärt Dennis Schwoch.

Er wurde unlängst von der Fachzeitschrift »Altenheim« als einer der »Köpfe des Jahres« ausgezeichnet und belegt im Ranking der TOP 20 den zehnten Platz, weil er sich mit seinem Team juristisch gegen die Wiederbelegungssperre wehrte und die WTG-Behörde des Kreises – früher Heimaufsicht – erfolgreich vor Gericht verklagte. Immer neue gesetzliche Auflagen in Verbindung mit wachsendem Personalmangel machen es zunehmend schwieriger, Pflegeheime wirtschaftlich zu führen, heißt es im entsprechenden Bericht.

Von 11,50 auf 28 Euro

Dass Pflege immer kostenintensiver wird, wissen auch die Bewohner von Haus Ravensberg, denn deren Investitionskostensatz steigt von bisher 11,50 Euro pro Tag auf 28 Euro. Das ist nicht zuletzt eine Folge der vom Gesetzgeber verordneten Einzelzimmerquote.

Dennoch ist Dennis Schwoch überzeugt, dass die Bewohner nach ihrem Umzug am 10. und 11. Januar den entsprechenden Mehrwert als Gegenleistung erhalten. 70 DRK-Helfer werden den Umzug dann als Evakuierungsübung gestalten. Nicht nur Personen und ihre Möbel sollen dann wechseln, sondern auch die gute Atmosphäre.

Startseite