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Multimediales Balladenspektakel vom Klangfestival Bielefeld

Fliegender Holländer entert Burg

Borgholzhausen (WB). »Der Mensch, der immer unterwegs ist und niemals ankommt, ist eine sehr moderne Thematik«, sagt Regisseurin Christine Bossert.

Johannes Gerhards

Die Legende vom fliegenden Holländer als multimediale Klangreise wird auf der Burg inszeniert. Von links: Armin Bauer (Stiftung Burg Ravensberg), Regisseurin Christine Bossert, Wolfgang Mondon, Jeffrey von Laun und Nataša Rikanović. Foto: Johannes Gerhards

Fast alle seien heute Getriebene und Gehetzte, immer auf der Suche, um mit noch mehr Geld, der tollsten getunten Frau, dem tollsten getunten Mann schließlich Erfüllung zu finden, die sich nie einstellt. Der alte Legendenstoff aus dem 19. Jahrhundert hat bereits Wilhelm Hauff, Heinrich Heine, Richard Wagner und Dracula-Erfinder Bram Stoker fasziniert und zu diversen Werken inspiriert. In fünf Episoden erleben die Zuschauer bei einer fesselnden, abenteuerlichen und medialen Klangreise, wie der fliegende Holländer Erlösung sucht und immer wieder scheitert.

Förderpreis Klassik der Philharmonischen Gesellschaft OWL

»Klang-Festival Bielefeld besteht seit 2015 und hat sich zum Ziel gesetzt, Menschen aller Altersgruppen an Kunst und Kultur heranzuführen«, erklärt Initiatorin Nike Schmitka. Dazu gehören auch Aufführungen an verschiedenen interessanten und außergewöhnlichen Orten. So ist das Konzept, den »Fliegenden Holländer« in alten Gemäuern zu inszenieren, mit dem Förderpreis Klassik der Philharmonischen Gesellschaft OWL ausgezeichnet worden.

Am 9. Juli um 20 Uhr wird diese Mixtur aus Videokunst, Gesang, Wort und Musik auf Burg Ravensberg zu erleben sein. Am Vormittag des 10. Juli sind zwei Aufführungen für Schüler ab dem 7. Jahrgang vorgesehen, Plätze für eine Schulklasse sind noch frei. Sicherheitshalber wählen die Akteure die überdachte Variante im »grünen Klassenzimmer«, von daher ist die Zuschauerzahl auf etwa 50 begrenzt.

Kombination von Schauspiel, Videokunst und Elektropop

»Niemand muss befürchten, zum Mitspielen animiert zu werden, es gibt aber auch kein traditionelles Guckkastentheater«, verspricht Christine Bossert. Das Ganze erinnere eher an ein Filmset, bei dem die Zuschauer im Bühnenbild sitzen. Als Symbol des fliegenden Holländers fungiert ein zerklüftetes Herz mit Mosaiken aus Spiegeln als Projektionsfläche für grafische, poppige und irrlichternde »Visuals«. Der klassische Stoff entfalte durch die Kombination von Schauspiel, Videokunst und Elektropop mit Texten von Heine bis Stoker und neu bearbeiteten Leitmotiven aus Wagners Oper eine besonders faszinierende Wirkung.

Karten im Vorverkauf sind über die Stiftung Burg Ravensberg (Tel. 05425/933544) oder per Email an info@klangfestival-bielefeld.de zu erhalten. Der »Fliegende Holländer« bildet den Auftakt zu einer Theaterwoche, die am 14. Juli mit »Gogols Welt« von der Canaillen-Bagage fortgesetzt wird.

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