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9. Workcamp in Kenia: Gesamtschüler reisen im Sommer wieder zur Gituru-School

In der Reisekasse klafft ein Loch

Borgholzhausen/Werthe (WB). Eine aufregende Reise nach Kenia werden 14 PAB-Schüler aus den Jahrgängen zehn bis zwölf erleben. Im Rahmen der Schulpartnerschaft zur Gituru Secondary School wird vom 4. Juli bis zum 1. August zum neunten Mal ein Workcamp des PAB-Afrika-Schulpartnerschaftsclubs stattfinden.

Johannes Gerhards

Mit Rasenmähen oder Nachhilfe: Die PAB-Schüler wollen zur Finanzierung ihres Workcamps in Kenia beitragen.       

Derzeit laufen die Vorbereitungen für das große Bildungsabenteuer. Regelmäßig treffen sich die Jugendlichen mit den drei begleitenden Pädagogen und dem Vorsitzenden Ulrich Wirths, um praktische Fragen und nötige Voraussetzungen abzuklären. »Leider hat sich einer unserer bisherigen Sponsoren zurück gezogen«, sagt Ulrich Wirths. Dadurch sei eine Finanzierungslücke in Höhe von rund 3.500 Euro entstanden. Während auf der einen Seite nach Ersatz gesucht wird, gehen die Schüler selbst in die Offensive und bieten ihre Arbeitskraft an, um so zur Finanzierung der Reise beizutragen. Gedacht ist an Haus- und Gartenarbeiten, Nachhilfeunterricht, Einkaufsservice, Kellnern bei Partys und Festen, Babysitting und Hund ausführen. Wer die Dienste der Schüler in Anspruch nehmen möchte kann sich per email unter afrika-club@pab-gesamtschule.de.

Verein hat 200 Mitglieder

Pro Person belaufen sich die Kosten für den Afrika-Einsatz auf rund 1.700 Euro, der Eigenanteil liegt bei 650 Euro für jeden Schüler und 800 Euro für Lehrer und erwachsene Begleitpersonen. Zwei Borgholzhausener Unternehmen haben bereits zusammen 600 Euro gestiftet, um das Projekt zu unterstützen. Weitere Spenden an den PAB-Afrika-Club sind natürlich willkommen.

Der im Jahre 2003 gegründete Verein hat derzeit rund 200 Mitglieder. Neben den Austauschreisen unterstützt er die Partnerschule und organisiert den jährlichen Keniatag, an dem die PAB-Schüler für ihre kenianischen Partner arbeiten. 2018 sind so mehr als 13.000 Euro erwirtschaftet worden, die zum größten Teil für die Fertigstellung der Solaranlage an der Gituru Secondary School in der Nähe von Naivasha verwendet werden.

Im Mittelpunkt des aktuellen Workcamps steht die Herstellung von ökologisch sinnvollen Geräten und technischer Hilfsmittel. Deutsch-kenianisch gemischte Teams werden Bienenkästen bauen, Solarboxen als Aufladestationen für Handys und Batterien herstellen, einfache Solarlampen aus recycelten Marmeladengläsern konstruieren und im Rahmen einer Aufforstungsaktion rund 2.200 indigene Baumsetzlinge in einem entwaldeten Gebiet des Aberdare Nationalparks anpflanzen. Zudem wollen sich die Schüler helfen, einen 100 Meter langen und 40 Zentimeter tiefen Graben für ein Erdkabel anzulegen.

Alltagsleben in Kenia

»Wenn ihr euch gut versteht, lasst euch ruhig zu einem ‚Homevisit‘ einladen, um das Alltagsleben in einer kenianischen Familie kennenzulernen«, ermuntert Ulrich Wirths die Teilnehmer zu intensivem internationalen Austausch. Auch der Besuch eines kenianischen Gottesdienstes steht auf dem ambitionierten Besuchsprogramm. Die Unterbringung ist in einfachen Gästehäusern geplant, dazu sind gemeinsame Unterrichtseinheiten vorgesehen.

Daneben steht aber auch Freizeit zur Verfügung, um einen Ausflug zum Lake Naivasha mit reicher Vogelwelt und vielen Flusspferden zu unternehmen, den Vulkan Mt. Longonot zu besteigen und an einer Fahrrad-Safari im Hell’s Gate Nationalpark teilzunehmen. Neben einer Stadtbesichtigung in Nairobi und dem Besuch der St. Joseph School in Kayole kommt möglicherweise auch ein Besuch des am indischen Ozean gelegenen Küstenortes Watamu in Betracht.

Insgesamt hatten sich 35 Schüler mit Foto und Motivationsschreiben für das Projekt beworben. Nach der ersten Auswahlrunde konnten 25 Teilnehmer während einer gemeinsamen Paddeltour Belastbarkeit und Sozialverhalten unter Beweis stellen. Auf die anschließend »auserwählten« Mädchen und Jungen wartet nun eine spannende, aber auch anstrengende Reise, die sie für den Rest ihres Lebens in Erinnerung behalten werden.

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