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Feldbegang der Bauern führt auch über die Autobahntrasse in Borgholzhausen

Kritische Landwirte an der A 33

Borgholzhausen (WB/jog). »Wir werden Sie über den Bauablauf im Abschnitt 7.1 unterrichten, aber nicht zu Grundsätzlichkeiten der Trassenführung Stellung nehmen«, stellt Projektleiter Wilhelm Willenberg vom Landesbetrieb Straßen.NRW gleich zu Anfang klar. Dennoch äußern einige Landwirte im Lauf des »Ausflugs« zur Autobahnbaustelle ihren Unmut deutlich.

Ortstermin Grünbrücke: Landwirte unterwegs auf der Autobahntrasse. Dabei sind mit Klaus Strothmann (rechts) und Dieter Vahrenbrink (3. von rechts) die Vorsitzenden des Ortsvereins Borgholzhausen. Foto: Johannes Gerhards

Zum Feldbegang der etwas anderen Art kommen mehr als 50 Mitglieder der landwirtschaftlichen Ortsvereine Werther und Borgholzhausen zum Hof Horstmann in Casum. Vertreter der Landwirtschaftskammer, Pflanzenschutzproduzenten und Straßen.NRW lassen sich von zwei Traktoren auf voll besetzten Anhängern zur Autobahntrasse ziehen. Die Landwirte nehmen den Zustand der aktuellen Kulturen in Augenschein und diskutieren über die anstehenden pflanzenbaulichen Maßnahmen.

»Auf dem letzten 12,6 Kilometer langen Teilstück werden 120 Millionen Euro verbaut«, erklärt Wilhelm Willenberg. Dazu kommen etwa 20 Mio. Euro Grunderwerb. 36 Brücken werden gebaut, 900 000 Kubikmeter Boden umgeschichtet. Auf dem straßenbautechnisch bereits fertigen Abschnitt zwischen Bielefeld und Steinhagen fehlen nur noch Lärmschutz, Beschilderung und Markierungen. Doch auch vor Pium hat sich an der verbliebenen Autobahnlücke viel getan.

Trotz europaweiter Neuausschreibung wegen der Insolvenz eines Auftragnehmers geht es voran. Beim letzten Bauwerk an der Oldendorfer Straße wird ein acht Meter tiefer Einschnitt abgetragen.

Zu den neun Regenrückhaltebecken für die Straßenabläufe entlang der Trasse kommen Lärmschutzwände, Waldrandgestaltung, das Sichern der Böschungen und die Unternehmensflurbereinigung. Mit diesen sollen durch den Autobahnbau entstandene Schäden gemindert werden.

Durchgänge für kleine Tiere

Der Tross macht sich in Gegenrichtung auf den Weg zur Grünbrücke Holtfelder Straße als Verbindung der durch die Bahn getrennten Lebensräume für Wildtiere und Vögel. Auch die Lebens- und Wandergewohnheiten von Amphibien werden berücksichtigt. Für sie wurden fünf mutterbodenbeschichtete Kleintierdurchlässe für eine »optimale Querung« als Tunnel unter der Autobahn gebaut.

Viele Landwirte schütteln über die von Naturschutzverbänden eingeforderten Maßnahmen den Kopf. Sie sehen ihre Interessen nur unzureichend berücksichtigt. Während für Tiere ein Riesenaufwand betrieben werde, schaffen die Straßenbauer etwa an der Hesselteicher Brücke Gefahrenstellen. Darüber beschweren sich auch die unmittelbar betroffenen Anwohner.

»Straßen.NRW hat unmissverständlich dargelegt, dass hier nach bundesweit gültigen Standards gebaut wurde«, sagt dazu Kerstin Otte vom zuständigen Fachbereich, im Übrigen habe die Stadt bei Bauvorhaben des Bundes keinen realistischen Einfluss.

»Das Verhältnis Mensch zu Tier wurde hier nicht gewahrt«, sagt Ortsvereinsvorsitzender Dieter Vahrenbrink, bevor sich die Traktoren beim Feldbegang wieder auf das ihnen entsprechende Terrain begeben.

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