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Pium ist fleißiger Fördergeld-Sammler bei der Bezirksregierung

Lebkuchenhaus ist nun ein Denkmal

Borgholzhausen (WB). »Die Bezirksregierung ist eine Ermöglichungsbehörde und keine Verhinderungsbehörde«, sagt Ralf Vieweg als allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Er freut sich über die Zusage von Fördermitteln in einer Gesamthöhe von einer halben Million Euro für Infrastrukturmaßnahmen in Borgholzhausen.

Johannes Gerhards

Auch das Kontorhaus soll seinen Charme behalten. Die Ausbesserung der Fassade wird mit Fördermitteln unterstützt. Foto: Johannes Gerhards

Im Rahmen einer Verabschiedungsreise ist der zuständige Sachbearbeiter Günter Heidemann, der am 20. Dezember in den Ruhestand wechselt, in die Lebkuchenstadt gekommen. Hier kann er sich unter anderem im Ladencafé Schulze aus erster Hand darüber informieren lassen, wofür die bewilligten Gelder eingesetzt werden. Arne Knaust gehört zu den Privatleuten, die für zwei Bauprojekte in den Genuss eines 35-prozentigen Zuschusses kommen.

Derzeit wird die Fassade des 1848 errichteten Hauptgebäudes umfassend erneuert. »Alles geschieht im Einklang mit den Vorschriften für Denkmalschutz«, sagt Arne Knaust, denn im vergangenen Jahr hat der Borgholzhausener Stadtrat das Haus des Traditionsunternehmens in die Liste der Baudenkmäler aufgenommen. Das Gleiche gilt für das stadtbildprägende Kontorhaus, einem Relikt aus den Zeiten der Segeltuchproduktion. »Ohne Segel hätte es hier keinen Honig gegeben, und infolgedessen auch keinen Lebkuchen«, so stellt Knaust eine ungewöhnliche Beziehungskette her.

Neuer Anstrich und neue Fenster

Von ehemals mehr als 30 Honigkuchenbäckern ist als einzige die Manufaktur von Ravensberg erhalten geblieben. Das zentrale Gebäude neben dem Heimatmuseum soll bis zum Weihnachtsmarkt sprichwörtlich in neuem Glanz erstrahlen. Neben dem Anstrich mit traditionell zusammen gemischten Farben werden auch einige Fenster erneuert. Insgesamt belaufen sich die Umbaukosten auf 110.000 Euro, rund 32.000 Euro, also 35 Prozent der förderungswürdigen Summe in Höhe von 91.000 Euro sind jetzt bewilligt worden. Dazu kommen weitere 21.000 Euro für das Kontorhaus.

419.000 Euro für Dorfgemeinschaftshaus in Kleekamp

Auch die Stadt kann sich über einen warmen Geldsegen freuen. »Bei einem gemeinsamen Stadtspaziergang vor einiger Zeit hat uns Günter Heidemann auf diverse förderfähige Projekte aufmerksam gemacht«, daran erinnert sich Bauamtsleiterin Kerstin Otte. Jetzt kann ihr Heidemann den Bewilligungsbescheid über 87.000 Euro für eine Gehwegverbindung am Jammerpatt (Gesamtkosten 135.000 Euro) und 419.000 Euro für Abriss, Neubau und Außengestaltung für das geplante neue Dorfgemeinschaftshaus in Kleekamp überreichen.

Wenig Verständnis für andere Kommunen

Während Borgholzhausen laut Ralf Vieweg in Detmold als »Mehrfachbeantrager« geführt werde, hat Günter Heidemann wenig Verständnis dafür, dass andere Kommunen die Gelegenheiten ungenutzt verstreichen lassen.

Rund neun Millionen Euro für Projekte in OWL

Auch sein Vorgesetzter Martin Hempel betont, dass die Bescheide für die Förderung der ländlichen Struktur lange nicht mehr so wohlwollend behandelt wurden. Rund neun Millionen Euro fließen laut Heidemann allein in Projekte in OWL, dennoch seien bereits jetzt »schwarze Wolken am Horizont zu erkennen«. Bürgermeister Dirk Speckmann freut sich über das »optimale Timing«, denn seine Verwaltung habe die Zeichen der Zeit erkannt und in der Bezirksregierung einen verständnisvollen Ansprechpartner gefunden.

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