1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Borgholzhausen
  6. >
  7. Opfer starb an Blutverlust

  8. >

Mord an Evelyn W.: Am zweiten Verhandlungstag kommen Rechtsmediziner und Kriminaltechniker zu Wort

Opfer starb an Blutverlust

Bielefeld/Borgholzhausen (WB). Auch am zweiten Verhandlungstag am Bielefelder Landgericht um die Tötung der 86-jährigen Evelyn W. in Borgholzhausen verfolgt die beschuldigte Heike W., eine gelernte Facharbeiterin für Rinderproduktion und Textilreinigung, das Prozessgeschehen eher ungerührt und scheinbar teilnahmslos.

Johannes Gerhards

Justizangestellte führen die Beschuldigte Heike W. in den Verhandlungssaal. Foto: Christian Althoff

Nur einmal meldet sie sich spontan zu Wort, als der Gutachter vom LKA berichtet, dass sich ihre DNA-Spuren unter zwei Fingernägeln der getöteten Evelyn W. befunden haben.

Rentnerin erlitt schwere Kopfverletzungen und zahlreiche Stichwunden

Die Geschädigte habe die Hände auf ihre Schultern gelegt, als sie sie in den Arm nahm, behauptet die Beschuldigte. Zuvor kommen am zweiten Verhandlungstag Kriminaltechniker der Spurensicherung und Gerichtsmediziner als Gutachter zu Wort und erläutern sehr ausgiebig ihre Arbeitsweise und deren Ergebnisse. Todesursache sei demzufolge der starke Blutverlust infolge schwerer Kopfverletzungen und zahlreicher Stichwunden gewesen.

Nach den Erkenntnissen sind in Schädelfragmenten der Getöteten gefundene Messing-Mikropartikel nicht von denen eines Mörsers zu unterscheiden, mit denen das Opfer offenbar erschlagen wurde. Die zahlreichen Ein- und Durchstiche am Opfer könnten vom im Badezimmer gefundenen Edelstahlmesser stammen. Klingenbreite und Klingenlänge lassen laut Gutachten des Rechtsmediziners diesen Schluss zu, verwertbare DNA-Spuren sind am Messer aber nicht nachweisbar.

Handabdruck der Beschuldigten auf dem Boden im Flur

Dafür gibt es einen eindeutig von Heike W. stammenden Handabdruck auf dem Boden im Flur der Wohnung, wo die Leiche lag. Auch an ihr selbst wurden Kratzer und Unterblutungen festgestellt, die der Rechtsmediziner eher als Abwehrverletzungen klassifiziert – die Beschuldigte hatte behauptet, sich selbst gekratzt zu haben.

Weitere DNA-Spuren der Getöteten finden sich auf einem Handtuch aus der Wohnung von Heike W. Die allermeisten der im Spurensicherungsbericht festgestellten Abriebe weisen laut Gutachter dagegen keine verwertbaren Hinweise auf. Auch zum genauen Todeszeitpunkt zwischen 12.45 Uhr am 7. Juni und etwa 2 Uhr am 8. Juni konnten bisher keine detaillierten Angaben gemacht werden. Das Verfahren wird am Freitag um 9 Uhr fortgesetzt, dann ist unter anderem der Ehemann der Beschuldigten als Zeuge geladen.

Startseite