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Infrastruktur wird für Hagos mit neuer Bushaltestelle und Funkmast ausgebaut

Standort »wie ein Maßanzug«

Borgholzhausen (WB). Noch weisen die Autokennzeichen LIP und OS an den Fahrzeugen der Mitarbeiter auf dem Parkplatz von Hagos im interkommunalen Gewerbegebiet auf die bisherigen Standorte Bad Salzuflen und Osnabrück hin. Das werde sich aber schon bald ändern, sagt Niederlassungsleiter Ralf Woldenga, denn »der Mitarbeiter der Zukunft kommt aus der Region«.

Johannes Gerhards

»Wir sind am Teuto angekommen« sagt Hagos-Niederlassungsleiter Ralf Woldenga (links), als er die Bürgermeister Dirk Speckmann (Mitte, Borgholzhausen) und Michael Meyer-Hermann (Versmold) in seinem Betrieb begrüßt Foto: Johannes Gerhards

Woldenga begrüßt in seinem Büro die beiden Bürgermeister aus Versmold und Borgholzhausen, Michael Meyer-Hermann und Dirk Speckmann. Im Auftrag des interkommunalen Zweckverbandes »tingeln« diese zurzeit von Betrieb zu Betrieb, um den Dialog zu pflegen und herauszufinden, »wo der Schuh drückt und was wir unterstützend tun können«, wie es Dirk Speckmann formuliert.

»Wir fühlen uns wohl und fangen langsam an, den Standort zu genießen«, betont Ralf Woldenga von dem Zulieferer für Kachelofenbauer in Deutschland und Österreich. Er meint damit nicht nur die Blumenwiese in der Nachbarschaft, »die uns noch recht lange erhalten bleiben möge«, sondern auch die Art der Nach- und Fürsorge durch die Kommunen. Sie gewährleiste, dass »wir den Standort einem Maßanzug gleich so verwirklichen können, wie wir ihn brauchen«.

Prämien und Zuschüsse für Mitarbeiter

»Hier wurde man willkommen geheißen«, so Woldenga, die gute Kommunikation auf allen Ebenen spreche für ein großes Erfolgspaket. Noch gelte es, die überschaubare Durststrecke bis zur Fertigstellung der Autobahn zu überbrücken und die vorhandenen Mobilfunklücken zu schließen. Mit dem absehbaren Bau eines Sendemastes in Westbarthausen und der Einrichtung einer Bushaltestelle der Linie 90 werde die Logistik in Kürze verbessert, kündigt Dirk Speckmann an. Zusätzlich werde über die Einrichtung eines Shuttle-Busses zwischen Bahnhof und IBV nachgedacht.

Hagos selbst habe viel für die Mitarbeiter getan, um ihnen mit Standortwechselprämien und Umzugszuschüssen die Verlegung des Arbeitsplatzes so angenehm wie möglich zu machen. Im Ausbildungsbereich bestehe dagegen noch Handlungsbedarf. Da die Ausbildungslehrgänge für Lagerlogistik, Fachlagerlogistik und Kraftfahrer nicht an der Berufsschule in Halle angeboten werden, müssten die Auszubildenden dafür bis nach Rheda-Wiedenbrück fahren. »Das ist für einen 16-Jährigen eine Weltreise«, meint Ralf Woldenga und damit unzumutbar.

Regale sind gut gefüllt

Im Logistikbereich gebe es anspruchsvolle Ausbildungsberufe mit guter Zukunftsperspektive, aber was nutze ein »geiler« Standort, wenn man die Arbeitskräfte nicht findet. Erste Schritte mit Nachbarunternehmen und Gespräche über einen Ausbildungsverbund mit den beteiligten Institutionen sind bereits in die Wege geleitet. Allerdings müsse es für die Beschäftigten auch Freizeit- und Übernachtungsmöglichkeiten geben, um das Riesenpotenzial in der Region auszunutzen, zumal sich der Einzugsbereich immer mehr vergrößere, wie Michael Meyer-Hermann festgestellt hat.

Laut Woldenga ist das Betriebsklima bei Hagos gut, die Mitarbeiterfluktuation gering, die Regale gut gefüllt und der Warenoutput zum Jahresanfang trotz des Umzuges sehr hoch. Anfang Januar wurde der neue Betriebsstandort in Betrieb genommen.

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