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Ab 2023 zieht der Borgholzhausener Intralogistik-Spezialist ins interkommunale Gewerbegebiet

Westfalia stellt Weichen in Richtung Zukunft

Borgholzhausen

Am 18. Februar feiert Westfalia, der Spezialist für Intralogistik und Lagersysteme, sein 50-jähriges Bestehen. Jetzt hat das zur Wortmann-Gruppe gehörende Unternehmen aus Borgholzhausen seinen Umzug und Ausbau im interkommunalen Gewerbegebiet IBV angekündigt.

Johannes Gerhards

Blick auf die aktuellen Westfalia-Zentrale an der Industriestraße in Borgholzhausen. Nach dem Umzug von Westfalia in das interkommunale Gewerbegebiet IBV soll das direkt benachbarte Unternehmen Bostik das Westfalia-Grundstück übernehmen. Foto: westfalia

»Die Preise für Logistikdienstleistungen und Transport gehen gerade durch die Decke«, sagt der geschäftsführende Gesellschafter von Westfalia, Andreas Gartemann. Die Corona-Pandemie habe eindrucksvoll verdeutlicht, dass sein zur Hüllhorster Wortmann-Gruppe gehörendes Unternehmen in einer Zukunftsbranche unterwegs ist. Bei rückläufiger Just-in-time-Verfügbarkeit werden Lagerflächen zunehmend knapper und folglich teurer. Das spiele dem Borgholzhausener Intralogistik-Spezialisten für besonders kompakte und damit effiziente Lagersysteme in die Karten.

Demnächst deutlich mehr Platz für hochmoderne Fertigungsanlage

Gut gefüllte Auftragsbücher geben Planungssicherheit bis weit ins Jahr 2022 und beschleunigen die vorhandenen Expansionspläne. Nach dem Kauf von sieben Hektar im Jahr 2019 hat die Westfalia-Gruppe im vergangenen Jahr direkt an der A33-Auffahrt Richtung Osnabrück noch einmal knapp zwei Hektar für künftige Erweiterungsoptionen erworben. Bis die dort vorgesehene hochmoderne Fertigung auf 10.000 Quadratmeter realisiert werden kann, müssen derzeitige Projekte am bisherigen Standort an der Industriestraße 11 auf etwas mehr als der halben Fläche abgewickelt werden. Dafür sind Phantasie und Improvisationsfähigkeiten gefragt. Werksleiter Christian Schlief greift zu einem ungewöhnlichen Mittel und hat ein Loch in die Fassade der Produktionshalle geschnitten, um fast 40 m lange Regalbediengeräte fertigen zu können.

Zum 1. Januar 2023 wird Westfalia vollständig aus der Industriestraße in das interkommunale Gewerbegebiet zur prestigeträchtigen Adresse Am Teuto 1 umsiedeln. Neben der ursprünglich geplanten Fertigungshalle wird hier gleichzeitig ein neues Verwaltungs- und Bürogebäude entstehen. Dessen Gesamtfläche vergrößert sich von derzeit 3.000 auf 5.000 Quadratmeter, für Produktion und Lager stehen statt 6.000 dann 10.000 Quadratmeter zur Verfügung. Das sorgt für deutliche Optimierung der Arbeitsabläufe, zudem verdoppelt sich die Testkapazität infolge des zweispurigen Teststandes.

Der geplante Gebäudekomplex auf 140 mal 66 Metern wird in energiesparender Bauweise errichtet und mit einer umweltschonenden Luftwärmepumpe beheizt. Die Dächer von Gebäuden und Parkplätzen werden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. »Unsere kompakten Hochregallager leisten seit eh und je einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. In Zukunft können wir auch an unserer neuen Wirkungsstätte zu einem reduzierten CO2-Fußabdruck beitragen«, erklärt Andreas Garte-mann.

Vom Westfalia-Umzug profitiert auch der Nachbar Bostik

Vom Umzug des gesamten Unternehmens profitiert auch der direkte Westfalia-Nachbar, der Klebstoffsystem-Hersteller Bostik, der nun am Hauptsitz seine Standorte zu bündeln kann. Bostik hat mit rund 5.000 Quadratmetern etwa ein Viertel des derzeitigen Westfalia-Areals von rund 21.000 Quadratmetern gekauft und wird den verbleibenden Teil inklusive bestehender Gebäude langfristig mieten. Im jetzigen Westfalia-Bürogebäude soll die Bostik-Verwaltung - bisher am Steinbrink und in Bödinghausen an der B68 untergebracht – eine neue Heimat finden. Die ur-sprünglich im IBV vorgesehene Pulverproduktion wird ebenfalls an die Industriestraße verlegt. Die Konzentrierung der vier dezentralen Bostik-Standorte zur Industriestraße soll in den nächsten drei Jahren schrittweise erfolgen. Neben der Optimierung von Arbeitsabläufen wird auch die Logistik für die Beschäftigten durch Anbindung an den ÖPNV und genügend Parkplätze deutlich verbessert.

Heute am 18. Februar feiert Westfalia sein 50-jähriges Firmenjubiläum. »Dank der Wortmann-Gruppe und der Unterstützung durch die Städte Versmold und Borgholzhausen können wir in wirtschaftlich zentraler Lage weiter erfolgreich und kontinuierlich mit unseren derzeit knapp 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern europaweit wachsen«, freut sich Andreas Gartemann und gibt ein klares Bekenntnis zum Standort ab. Mit dem letzten Filetstück von knapp neun Hektar ist die Vermarktung und Bebauung im zweiten Bauabschnitt des IBV nahezu abgeschlossen. Für die beteiligten Kommunen Borgholzhausen und Versmold scheint die Rechnung also aufzugehen. »Wir haben unser Ziel, erfolgreiche expandierende Unternehmen aus der Region am Standort zu halten und so Arbeitsplätze schaffen und sichern zu können, erreicht«, betont Michael Meyer-Hermann, Bürgermeister von Versmold und Vorsitzender der Verbandsversammlung.

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