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Das beliebte außerschulische Angebot an der PAB-Gesamtschule fällt dem Lockdown zum Opfer

Zwangspause für die Inline-AG

Werther/Borgholzh...

Zusammen mit zwölf weiteren Mitschülerinnen und Mitschülern hat Fünftklässlerin Anastasija seit dem 1. Oktober an einer Inline-AG der PAB-Gesamtschule teilgenommen. „Wegen Corona kann ich nicht mehr zum Tanzen“, gibt sie als einen Grund an.

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Inlineskaten funktioniert auch mit Maske, weil nicht immer die Abstände eingehalten werden können. Das Interesse an der Inline-AG der PAB-Gesamtschule ist im Corona-Jahr besonders groß, obwohl nur Teilnehmer aus einem Klassenverband zugelassen sind. Foto: WB

Weil das Interesse in der Parallelklasse ebenfalls sehr groß ist, muss der wöchentliche Termin aufgeteilt werden. Die Rollensportler dürfen also nur alle 14 Tage in der Sporthalle ihre Runden drehen. „Das ist Teil der internen Schutzmaßnahmen“, erklärt Koordinatorin Heike Buermeyer-Röper. Die Rollsport-AG dürfe nur mit Schülern aus einer Klasse durchgeführt werden. Doch damit ist es nun auch vorbei.

Coronabedingt ist eines der letzten verbliebenen Bewegungsangebote vorerst auf Eis gelegt. Neben Inlineskaten konnten zuletzt nur die Bienen- und eine Kunst-AG stattfinden.

Vor nicht allzu langer Zeit hatten die Schülerinnen und Schüler noch die große Auswahl unter 32 Angeboten. Neben Lehrkräften und externen Übungsleitern waren in der Vergangenheit auch Schüler der höheren Jahrgänge berechtigt, eine im Anschluss an den Kernunterricht stattfindende AG zu leiten. Die Schulleitung bezeichnet diese als „integralen Bestandteil ihres Ganztagsbetriebes“.

Seit 2007 engagiert sich Johannes Gerhards in diesem Bereich. Als lizenzierter Trainer beim LC Solbad Ravensberg, ehemaliger Wettkampfrichter auf internationalem Niveau und Kursleiter seiner Skatingagentur ist er seit über 20 Jahren mit der rasanten Sportart vertraut. Normalerweise liegt die Teilnehmerzahl seiner AG jahrgangsübergreifend bei 12 bis 15, ein derartig großes Interesse schon innerhalb einzelner Klassen hat er bisher nicht erlebt.

Da trifft es sich gut, dass die PAB-Schule schon Ende der 90er als Stützpunktschule für Inlineskaten eingestuft wurde. 34 Paar Inlineskates in Größen von 36 bis 48 stehen ebenso zur Verfügung wie Protektoren und Schutzhelme. Für manche, wie Mia und Isabell, bietet sich hier die Gelegenheit, unter qualifizierter Anleitung erstmals die Fortbewegung auf Rollen auszuprobieren. Leni, Lina und Maya haben sich dagegen bereits mit vier bis fünf Jahren das Skaten von Mama oder Papa beibringen lassen.

Sie genießen die fließenden und gleitenden Bewegungen, üben sich in rasanter Fahrt oder probieren das eine oder andere Kunststück aus. Auch gegenseitige Unterstützung wird großgeschrieben, wenn der Kumpel oder die Freundin noch nicht ganz so sicher auf Rollen steht. Der Trainer versucht, neben der Vermittlung grundsätzlicher Techniken auch Wettkampfformen und Teamspiele in sein niedrigschwelliges Konzept zu integrieren. Die ursprüngliche Annahme, in der Schule verborgene Talente für den Sportverein entdecken zu können, hat sich dagegen als unrealistisch herausgestellt. „Wer gut inlineskaten kann, ist meistens bereits als Hand- oder Fußballer aktiv, und da ist das Vereinsangebot deutlich vielfältiger als in einer nicht mal olympischen Randsportart“, hat Gerhards herausgefunden.

Gleichwohl ist den Kindern gerade in Coronazeiten der Wunsch nach Bewegung deutlich anzumerken. Die AG bietet neben der Option, sich nach einem anstrengenden Schultag richtig auszupowern, auch die Möglichkeit, einfach „chillig“ umher zu rollen. Selbstverständlich gilt in der Sporthalle Maskenpflicht.

Ein Blick auf die Webseite www.skatingagentur.de verrät allerdings, dass die Corona-Einschläge auch hier deutliche Spuren hinterlassen haben. „Bis auf die Inline-AG sind seit März 2020 mit einer Ausnahme sämtliche Angebote abgesagt worden“, sagt Gerhards.

Dagegen verlautet aus dem Fachhandel, dass sich das Verkaufsvolumen bei Inlineskates um mindestens 80 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert habe und die rasante Sportart somit das Prädikat „pandemiesicher“ verdient hätte.

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