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Der Krieg in der Ukraine sorgt für mehr Bedürftige 

Der Caritas-Warenkorb ist fast leer

Schloß Holte-Stukenbrock

Zucker, Nudeln, Kaffee und immer wieder Obst und Gemüse landen in den Taschen der Bedürftigen, die auf den Caritas-Warenkorb angewiesen sind. Doch seit dem Angriffskrieg Russlands in der Ukraine und der anschließenden Flüchtlingswelle im Februar dieses Jahres ist die Zahl der Bedürftigen enorm gesteigert. „Die Not war noch nie so groß wie zurzeit“, erklärt Ursula Weiss, Vorsitzende des Caritas-Warenkorbs.

Von Erol Kamisli

Engagieren sich für Bedürftige, die den Caritas-Warenkorb nötig haben: Klara Aistermann, Renate Jacobebbinghaus, Irmgard Hagemeister, Luca Steinmann, Philipp Ashton, Ruth Barlmeyer, Marlies Fortkemper sowie Ursula Weiss (von links).  Foto: Erol Kamisli

Gemeinsam mit der Katholischen Frauengemeinschaft Sende, der Landjugend und der Caritaskonferenz Sende und ruft die Hilfsorganisation dazu auf, dass Bürger weitere Lebensmittel spenden. Dazu soll jetzt täglich ein Warenkorb in der Kirche der Katholischen Gemeinde St. Heinrich aufgestellt werden, damit alle und jederzeit spenden können.

„Wir brauchen nicht nur frische Lebensmittel, sondern auch haltbare wie Mehl, Zucker, Nudeln und Reis “, berichtet Weiss und fügt hinzu, dass sich die Zahl der Kunden seit dem Krieg in der Ukraine auf knapp unglaubliche 160 Familien in Schloß Holte-Stukenbrock erhöht habe. Wenn in jeder Familie drei Menschen lebten, noch eher untertrieben, seien rund 500 Menschen betroffen. „Es ist eine unglaubliche Herausforderung. Wir leben nur von Geld- und Naturalspenden“, erklärt Weiss weiter und fügt an, die Kunden seien immer so dankbar für die Waren, die sie bekämen. Und sei es nur eine Zahnbürste. „Teilweise machen wir auch Privateinkäufe, um diese an die Menschen zu spenden“, sagt ihre Schwester Ruth Barlmeyer, die sich seit 2006 beim Caritas-Warenkorb engagiert.

Philipp Ashton von der Landjugend unterstützt Ursula Weiss.  Foto: Erol Kamisli

Obwohl in den vergangenen Monaten einige Geldspenden geflossen seien sowie Privatpersonen, Supermärkte und Landwirte aus der Region weiterhin treu Lebensmittel und Drogerieprodukte beisteuerten, gingen dem Warenkorb so langsam die Ware aus. Auch die Supermärkte seien nicht mehr so spendabel. Sie koordinierten ihre Einkäufe effizienter und passten auf, dass nicht so viele Lebensmittel außerhalb der Märkte landeten. Seit mehr als 16 Jahren können Bedürftige einmal in der Woche gute Lebensmittel zu sehr günstigen Preisen, vier Euro pro Einkauf, im Jugendheim Stukenbrock oder im Pfarrer-Rüsing-Haus einkaufen. „Teilweise haben wir sehr, sehr lange Warteschlangen an den Ausgabetagen“, berichtet Helferin Weiss.

Die im vergangenen Jahr verstorbene Mariele Gees hatte das Projekt einst zusammen mit Sabine Brink ins Leben gerufen, Ruth Barlmeyer und ihre Schwester Ursula Weiss übernahmen 2016 die Koordination.

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