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ADAC-Fahrradturnier: An der Grundschule Werther läuft‘s gut – doch das ist nicht überall so

"Es hapert zu oft an der Motorik"

Werther

Vor dem Anfahren und dem Abbiegen umschauen, vorausschauend unterwegs sein, mit einer Hand fahren und obendrein stets bremsbereit sein – sicheres Fahrradfahren will gelernt sein, erst recht im zunehmend gefährlichen Straßenverkehr. Und so ist das ADAC-Jugend-Fahrradturnier auch für die dritten Klassen der Grundschule an der Mühlenstraße am Montag eine Herausforderung gewesen, die nicht an jeder Stelle leicht von der Hand geht.

Von Volker Hagemann

Im Slalom durch Engstellen, Spur wechseln und scharf bremsen: Ria (9) ist im Parcours des ADAC-Jugend-Fahrradturniers sicher unterwegs. Foto: Volker Hagemann

Die 75 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler müssen einen umfangreichen Parcours meistern: Anfahren, bei wenig Platz geradeaus übers Spurbrett fahren, mit einer Hand im Kreisel fahren und Zeichen geben, Kurven und Engstellen durchfahren, Spurwechsel mit Umschauen und Handzeichen, im Slalom schnell ausweichen und auch aus schneller Fahrt sicher bremsen.

„Alles wie im richtigen Straßenverkehr“, erläutert Peter Grüne vom ADAC Ostwestfalen-Lippe. Seit vielen Jahren organisiert der ADAC das Turnier für die Drittklässler, bevor sie ein Jahr später die Radfahrprüfung ablegen. 53 Grundschulen in ganz OWL sind dabei.

Peter Grünes Kollege Rainer Horn zieht zumindest in Werther ein positives Fazit: „Die Grundschüler heute sind außergewöhnlich gut, drei von ihnen haben sogar null Fehler.“ Dafür gibt‘s Medaillen. Doch Horn betont: „Im Fahrradturnier geht es vor allem um die Schlechtesten; es ist unser Ziel, Schwächen aufzudecken, um daran zu arbeiten – das geht aber nur, wenn auch die Eltern mitziehen.“ Vor allem an der Kreisel-Station hapere es noch bei vielen Kindern, „weil dort besonders viel Koordination erforderlich ist.“

"Viele Eltern sollten mehr mit den Kindern unternehmen, auch Fahrrad fahren."

Und leider stellt Rainer Horn im Rückblick auf die vergangenen 15 Jahre Jugend-Fahrradturnier in OWL fest: „Die Motorik der Kinder ist immer schlechter geworden, vielleicht auch, weil sie sich mehr mit PC und Handy beschäftigen.“ Wie könnte man gegensteuern? „Mit mehr Bewegung, viele Eltern sollten mehr mit den Kindern unternehmen, auch Fahrrad fahren.“

Und eben auch mit Veranstaltungen wie dieser, „damit Kinder sicherer auf dem Rad unterwegs sind, gerade auch, wenn sie den Schulweg mit dem Fahrrad zurücklegen. Das wollen wir unterstützen“, sagt Timo Diekhaus, stellvertretender Leiter der Volksbank-Filiale in Werther. Das Geldinstitut finanziert einen Großteil des Fahrradturniers. Ende August werden dann die Drittklässler am Grundschul-Standort in Langenheide den Parcours abradeln.

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