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Gesangswettbewerb »Neue Stimmen«: Finale im Oktober in Gütersloh

1430 Talente wollen vorsingen

Gütersloh (WB). New York, Shanghai, Kapstadt, Sydney, Amsterdam oder Toronto – die Schauplätze dieses Gesangscastings, 24 an der Zahl, verteilen sich über die ganze Welt, und gesucht werden keine Popstars, sondern die talentiertesten Opernsänger der Zukunft, die sich in Gütersloh einer fachkundigen Jury stellen.

Stefan Lind

Wer hat das Zeug zum Opernstar? 1430 hoffnungsvolle Talente haben sich für den internationalen Gesangswettbewerb »Neue Stimmen« beworben, 40 bis 45 kommen zur Endausscheidung nach Gütersloh. Vorgesungen wird an 24 Orten in aller Welt Foto: Dirk Eusterbrock

Noch größer, noch internationaler – so lässt sich der Gesangswettbewerb »Neue Stimmen« 2017 beschreiben. Was vor genau 30 Jahren von Liz Mohn, Präsidentin der Veranstaltung  und stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann-Stiftung, ins Leben gerufen wurde, hat sich längst zu einem Selbstläufer entwickelt, wie die aktuellen Zahlen beweisen.

1430 Bewerbungen von jungen Opernsängerinnen und -sängern aus 76 Nationen sind in diesem Jahr eingegangen. »Die hohen Zahlen bestätigen eindrucksvoll, wie viele junge Operntalente die großen Chancen erkennen und nutzen, die sich ihnen mit dem Wettbewerb bieten«, betont  Liz Mohn. »Es erfüllt mich ein wenig mit Stolz zu sehen, wie der Wettbewerb kontinuierlich hohe Anerkennung findet und eine wichtige Brücke zwischen Völkern, Religionen und Kulturen schlägt.«

Interesse in Asien und Osteuropa

In Deutschland und Österreich haben sich rund 500 Sänger für die Vorauswahl angemeldet: in Berlin 198, in München 140 und in Wien 150. Auch das Interesse junger Menschen in Asien an der westlichen Opern- und Kulturtradition ist kontinuierlich hoch. So haben sich beispielsweise für die Vorsingen in Peking 115 und in Yokosuka 101 Bewerber registriert.

Einen starken Markt für Nachwuchssänger zeigen auch die Bewerberzahlen in Osteuropa und Nordamerika: Für Vorauswahlen in Moskau bewarben sich 75, in Kiew 70 und in den USA und Kanada über 100 junge Talente.

»Die Welt rückt immer enger zusammen«, stellte schon der langjährige Jurypräsident Gustav Kuhn fest. »Heute rufst du einen Sänger in Australien an, morgen steigt er ins Flugzeug und ist übermorgen hier.«

Nur rund 40 bis 45 hoffnungsvolle Gesangstalente werden die Chance bekommen, vom 7. bis 14. Oktober in Gütersloh dabei zu sein; ein gutes Dutzend von ihnen schafft es für gewöhnlich ins große Finale.

Von Wiener Staatsoper bis Bolschoi-Theater

Zunächst aber gibt es die Vorauswahlen, die am 28. April in New York begonnen haben. Allein schon die Veranstaltungsorte tragen große Namen. Die Wiener Staatsoper ist ebenso darunter wie das Royal Opera House in London, das Moskauer Bolschoi-Theater oder die Universität von Peking.

Evamaria Wieser, Künstlerische Betriebsdirektorin der Salzburger Festspiele, und Brian Dickie, ehemals Generaldirektor des Chicago Opera Theater, sind beide langjährige Mitglieder der Jury. Sie hören jeden Bewerber an und entscheiden vor Ort darüber, wer weiterkommt.

Karrieretipps gibt's in Gütersloh

In Gütersloh wartet nicht nur der Wettbewerb mit vielen vorbereitenden Proben, die jungen Teilnehmer erhalten auch etliche weiterführende Informationen an die Hand, zum Beispiel, wie man seine Karriere selbst in die Hand nimmt und welche Kontakte zu Konzertagenten notwendig sind.

Für die Gewinner sind Preise im Gesamtwert von mehr als 60 000 Euro ausgelobt. Ausgewählte Finalisten bekommen die Chance zur Teilnahme an Meisterkursen.

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