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Gütersloh

27 Projekte sollen Isselhorst verschönern

Gütersloh (jed) - „Heimat ist nicht dort, wo man mir die frischen Brötchen vor die Tür stellt, sondern wo ich die Ärmel hochkrempele und mit in die Speichen packe.“ Das dorfweit bekannte Isselhorster Urgestein Karl-Theodor Mumperow bringt die Einstellung im Kirchspiel Isselhorst auf den Punkt. Mit genau diesem Geist des bürgerschaftlichen Engagements haben die Mitglieder des Dorf- und Heimatvereins Isselhorst das Lutterdorf binnen weniger Monate gemeinsam mit den Bürgern und den Experten der Arge Dorfentwicklung auf den Weg ins nächste Jahrzehnt vorbereitet.

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Binnen sechs Monaten haben Heinrich Hölscher (links), und Henner Schröder, Vorsitzender Dorf- und Heimatverein Isselhorst, zusammen mit den Bürgern sowie den Experten der „Arge Dorfentwicklung“ das „Dorfentwicklungskonzept 2030“ auf den Weg gebracht.  Foto:

Mit dem von der Freiwilligeninitiative im Juni 2020 gestarteten, momentan in der finalen Feinabstimmung befindlichen Dorfentwicklungskonzept 2030 (DEK) liegt ein 27 Punkte umfassender Plan vor, mit dem die Lebensqualität im Kirchspiel für alle Altersklassen langfristig verbessert, der Wohnstandort gestärkt, Klima- , Umwelt-und Naturschutzgedanken gefördert sowie die Verkehrssicherheit erhöht werden soll. Gleichzeitig sollen die gewachsenen, charakteristischen Liebenswürdigkeiten erhalten bleiben. In der Praxis umgesetzt werden soll der Neun-Jahres-Plan mittels des DEK.

Mehr als 500 Anregungen sind eingegangen

Auf 80 Seiten sind die mit den Bürgern im vorgeschalteten Dorfentwicklungsprozess gesammelten Ideen, Pläne und Ergebnisse zusammengefasst. Allein bei der am 4. September erfolgten Auftaktveranstaltung in der Sporthalle kamen mehr als 500 Anregungen zusammen. Daraus ist in mehreren Online-Arbeitsgruppen Handlungsagenda mit 27 Punkten entstanden. Aufgeteilt ist sie in die drei Themen Wirtschaft, Verkehr und Siedlung, Umwelt und Natur sowie Soziales und Generationen. Für jedes der aufgeführten Projekte wurde ein konkreter Steckbrief erarbeitet.

Koordiniert wird die Umsetzung von einem Projektverantwortlichen. Er kümmert sich auch um weitere Absprachen mit Politik und Verwaltung, zum Beispiel wenn der Dorf- und Heimatverein die Aufgabe nicht eigenverantwortlichen umzusetzen kann.

Ein Beispiel für Herzblut und Eigenleistung

Dorf- und Heimatvereinsvorsitzender Henner Schröder ist mit der in die Bereiche kurz-, mittel- und langfristig eingeteilten To-Do-Liste bestens zufrieden: „Die Leitlinie ist erstellt. Das ist ein Beispiel für Herzblut und Eigenleistung. In Anbetracht der Pandemie-Begleitumstände sind wir super zufrieden. Vor sechs Monaten hätten wir nicht gedacht, das Projekt so schnell fertig zu bekommen.“ Die durch die Virusverbreitung erschwerte Zeitnot erkläre sich durch das Auslaufen der Fördermittel. 16 000 Euro also 80 Prozent der Maßnahmen, die insgesamt 20 000 Euro kosten, sind durch das Land NRW abgedeckt. Durch eine einmalige Pandemie-Verlängerung muss das DEK final zum 31. März fertig sein.

Trotz des Wegfalls von Präsenzveranstaltungen zeigt sich auch der DEK-Gesamtverantwortliche bei seinem Fazit zufrieden. Heinrich Hölscher (70) sieht in der erarbeiteten Priorisierungsliste ein Musterbeispiel für den Zusammenhalt im Dorf: „Es zeigt, welch hohes bürgerschaftliches Engagement in Isselhorst vorhanden ist.“ Unterstrichen worden sei das bei der bereits gestarteten Abarbeitung der Liste. Mit dem Anpflanzen von 225 Bäumen an der Hambrinker Heide sowie der Errichtung eines überdimensionalen Sonnensegels am Spielplatz Krullsbachaue sind die Aufgaben Nummern 16 und 17 bereits erledigt.

„Ohne Hilfe geht es nicht“

Bei vielen anderen Vorhaben wie der Ortsrandabgrenzung, der Verbesserung des Rad- und Fußwegenetzes, der Schulwegsicherung, einer verbesserten ÖPNV-Anbindung, Kunst im öffentlichen Raum, dem Errichten von Mehrgenerationenspielplatz und Bolzplatz sind die „ergebnisoffene Querdenker“ (Heinrich Hölscher) jedoch auf Unterstützung angewiesen. Unisono betonen Henner Schröder und Heinrich Hölscher: „Ohne Hilfe von Stadt und Politik geht es nicht.“ Weil das Duo um die knappen Mittel der Kommune wisse, setze man auf Kreativität und Eigeninitiative. Henner Schröder: „Es muss nicht alles viel Geld kosten. Die Erwartungshaltung haben wir nicht.“ Und Heinrich Hölscher ergänzt: „Vielleicht muss man einfach neue Fördertöpfe finden. Da ist unser Ideenreichtum gefragt.“

Das gilt auch für die nächsten drei Aufgaben: die Entwicklung einer Dorf-App, eines Schulwegsicherungskonzepts sowie dem Spatzenprojekt – dem Bau von 1000 Nistkästen für Feld- und Haussperlinge. Einzusehen ist die Handlungsagenda demnächst auf der Internetseite des Dorf- und Heimatvereins unter www.heimatverein- isselhorst.de.

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