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Gütersloh

300-facher Einsatz für den Klimaschutz

Gütersloh (dl) - Leidenschaftliche, fast schon wütende Appelle haben die erste Fridays-for-Future-Demonstration des Jahres in Gütersloh geprägt. Wegen der Corona-Krise pausierten die freitäglichen Protestaktionen unter freiem Himmel. Auf dem Berliner Platz zeigten bis zu 300 Klimaschützer Flagge.

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„Reduziert den Fleischkonsum“, „Fahr Rad für Klima und Gesundheit“ oder „Kohleausstieg bis 2030“ – die Botschaften auf den Transparenten sind ebenso eindeutig wie das Motto „Kein Grad weiter“ der Aktion, die allein in Deutschland in 450 Städten stattfindet.

Appell an die Lokalpolitik

Auf dem Berliner Platz sind alle Generationen versammelt, wobei die Jugend den Großteil stellt. Vor Ort sind auch die beiden Bürgermeisterkandidaten, Amtsinhaber Henning Schulz (CDU) und Herausforderer Nobby Morkes (BfGT). An sie, stellvertretend für die Politik, richtet sich Viron Lykopolos. Egal wer nach der Stichwahl am Sonntag künftig an der Spitze der Verwaltung steht: „Lächeln Sie nicht in die Kameras, sondern tun Sie etwas.“

Wer der Ansicht sei, bei Klima-, Arten- oder Tierschutz ließen sich Kompromisse eingehen, habe es nicht verdient, gewählt zu werden. Was in der Gesellschaft schief läuft, darauf macht Kinora Hanna aufmerksam. „Als Notre-Dame in Paris gebrannt hat, wurden in Kürze Millionen von Euro gespendet. Als das Flüchtlingslager Moria in Flammen stand, passierte nichts.“

„Versprechen des Pariser Abkommens müssen eingehalten werden“

Auf die dramatischen Folgen des Klimawandels geht Annette Klee (Parents for Future) ein. „Wer schützt unsere Kinder davor, dass sie in 30 Jahren in den Trümmern ihrer von Stürmen zerstörten Häuser ums Leben kommen?“, fragt sie anklagend. Schon der Blick vor die Haustür bereite Sorgen. Das Waldsterben sei erst der Anfang. „Wir müssen jetzt die Reißleine ziehen“, fordert sie. „Die Versprechen des Pariser Abkommens müssen eingehalten werden.“

Als jüngster Redner tritt Joris Cornelsen ans Mikrofon. Wegen Corona seien Themen wie Klimaschutz sowie Energie- und Verkehrswende vergessen worden. „Insekten und Wälder sterben – so darf es nicht weitergehen“, sagt der Zwölfjährige und erntet den Applaus der Menge. Kurt Gramlich (Energiewende) fordert vom Rat, jede Entscheidung auf ihre Klimaverträglichkeit hin zu überprüfen.

Bis 2030 solle Gütersloh klimaneutral sein. Das ist auch das Ziel eines Bürgerantrags, den Stefan Schneidt (Fridays for Future) erwähnt. Er regt zum Ende der Kundgebung – nach den offiziellen Redebeiträgen ist das Mikrofon frei für besorgte Bürger – eine Schweigeminute an „für das Glück, in Deutschland demonstrieren zu dürfen“. Ein Bekannter von ihm sei wegen seines Einsatzes für Klimaschutz in Russland inhaftiert worden. „Das ist absurd.“

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