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Gütersloh

57-Jähriger sticht auf Hundehalter ein

Gütersloh (afri)

Wegen des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung muss sich seit Freitag ein 57-Jähriger vor der Zweiten Strafkammer des Bielefelder Landgerichts verantworten. Der Mann ohne festen Wohnsitz soll im vergangenen Jahr in mehreren Fällen auf andere losgegangen sein und sie dabei teils schwer verletzt haben. Die Angriffe ereigneten sich alle in Gütersloh.

Beim Prozessauftakt gegen einen 57-Jährigen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung vor dem Landgericht Bielefeld wurde zunächst die Anklageschrift verlesen. Der psychisch kranke Mann soll unter anderem einen Hundehalter mit einem Messer schwer verletzt haben.

Am ersten Prozesstag wurde zunächst die Anklageschrift verlesen. Die Staatsanwaltschaft legt dem 57-Jährigen folgendes zur Last: Er soll sich am 20. Februar vergangenen Jahres entgegen eines ihm erteilten Hausverbots auf dem Gelände einer Gütersloher Klinik aufgehalten haben. Dort soll er den Klinikseelsorger mehrfach geschlagen und versucht haben, ihm mit seinem Knie gegen den Kopf zu stoßen. 

Angreifer zückt Messer

Zu einem weiteren Vorfall soll es am 8. Oktober ebenfalls in Gütersloh gekommen sein. Laut Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte auf offener Straße einem Mann, der mit seinem unangeleinten Hund spazieren ging, zuerst Tierabwehrspray ins Gesicht gesprüht haben und dann zweimal mit einem Nordic-Walking-Stock auf Kopf und Schulter geschlagen haben. 

Am 17. Dezember soll der Angeklagte schließlich einen Mann in einem Waldstück in Gütersloh in Folge einer Auseinandersetzung angegriffen habe. Laut Anklageschrift ging es bei dem Streit darum, dass der Geschädigte seine Hunde in dem Waldstück frei laufen ließ. Im Zuge dieser zunächst verbal geführten Auseinandersetzung soll der Angeklagte schließlich ein Messer mit einer zehn Zentimeter langen Klinge gezückt haben. Die Waffe soll er seinem Opfer in den rechten Brustkorb gestochen haben. Bei dem Angriff wurde der Hundehalter schwer verletzt. Laut Staatsanwaltschaft erlitt er einen Durchstich einer Rippe sowie eine Verletzung der Milz und des Zwerchfells. 

Eingeschränkte Steuerungsfähigkeit 

Eigentlich sollte die Strafsache vor dem Amtsgericht verhandelt werden. Das hatte den Fall jedoch an das Landgericht verwiesen, weil bei dem Angeklagten eine schizoiden Persönlichkeitsstörung festgestellt worden war. Und durch die psychische Erkrankung soll die Steuerungsfähigkeit des 57-Jährigen bei Begehung der Taten erheblich eingeschränkt gewesen sein. 

Laut dem Amtsgericht kommt zu Besserung und Sicherung aufgrund dessen auch eine Unterbringung des mutmaßlichen Angreifers in einem psychiatrischen Krankenhaus infrage. Und diese Maßnahme kann nur von einer großen Strafkammer des Landgerichts angeordnet werden. 

Sachverständiger soll Zustand einschätzen 

Fortgeführt werden soll der Prozess am 30. August. Dann soll sich ein Sachverständiger zum psychischen Zustand des Angeklagten äußern. Am 1. September werden laut dem stellvertretenden Pressesprecher des Landgerichts Bielefeld, Tobias Wiegmann, unter anderem elf Zeugen angehört.

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