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Gütersloh: Neue Studie bietet erstmals eine Datengrundlage für ÖPNV-Konzept

70 Prozent loben den Stadtbus

Gütersloh (WB). Über Bushaltestellen, unfreundliche Busfahrer, unzuverlässige Taxibusse oder eine mangelhafte Fahrgastinformation muss in Gütersloh nicht länger gestritten werden. Die weitaus überwiegende Zahl der Fahrgäste sieht darin keine Probleme, es interessiert sie nicht.

Der Gütersloher Stadtbus liegt gar nicht so schlecht in der Spur. Während in Leserbriefen und Ausschüssen überwiegend geschimpft und kritisiert wird, sind 70 Prozent der Fahrgäste vollkommen oder eher zufrieden mit dem Busangebot. Foto: Hendrik Fahrenwald

Diese Auskunft vermag Laura Sprot von der Gesellschaft für Verkehrsberatung und Systemplanung (GVS) Hannover mit hoher Sicherheit zu geben. Sie basiert auf der Befragung von 34.674 Fahrgästen in Gütersloh. Sie wurden von Mitte Februar bis Ende März diesen Jahres während 540 Fahrten auf 17 Stadtbuslinien befragt. Die Aussagen der Fahrgäste der Regionallinien BVO (24 Fahrten auf einer Linie), Mobiel (117 Fahrten auf drei Linien) und TWE 8164 Fahrten auf fünf Fahrten) fließen auch mit ein.

Seit Jahrzehnten streitet Gütersloh über seine Stadtbusse. Schon fordern die Grünen abermals, das vier Jahre alte Konzept „grundlegend“ zu überarbeiten, weiter zu entwickeln, zu verbessern. Gerhard Feldhans (CDU) vermag diese Forderung im Planungsausschuss in einen „Prüfauftrag“ für ein „ganzheitliches“ Verkehrskonzept umzuleiten. Schließlich würden allein die Rückkehr des Personenverkehrs auf der TWE-Schiene und die darauf folgende Anpassung des regionalen Linienbusverkehrs zu einem neuen Buskonzept zwingen.

Dazu regt Dr. Thomas Krümpelmann (SPD) an, die GVS-Studie doch bitte als Datengrundlage und Diskussionsleitfaden einzusetzen, um nicht wieder leidenschaftlich und ausufernd über Randaspekte des ÖPNV zu streiten.

Verbesserungsvorschläge

Den GVS-Daten zufolge sind 35 Prozent der befragten Fahrgäste mit dem Linienverlauf der Stadtbusse vollkommen und weitere 35 Prozent „eher“ zufrieden. 24 Prozent beurteilen den Linienverlauf „teils, teils“, acht Prozent sind eher unzufrieden, fünf Prozent vollkommen unzufrieden.

Die Verbesserungsvorschläge der Fahrgäste zielen zu 34 Prozent auf einen besseren Takt und bessere Verbindungen. 18 Prozent mahnen eine höhere Pünktlichkeit an und kritisieren Busausfälle. 15 Prozent wünschen sich schnellere Direktverbindungen und Schnellbusse. Zwölf Prozent bemängeln die Kapazität in den Bussen. Laura Sprot: „Irgendwann gibt auch der leidenschaftlichste Pendler auf, wenn er morgens bald nicht mal mehr in einen mit Schülern vollgestopften Bus hineinkommt.“

Und was sagen die Leute, die gar nicht oder nur selten Bus fahren? 43 Prozent bemängeln schlechte Busverbindungen und den Takt. 23 Prozent bevorzugen ihr Fahrrad. 15 Prozent halten ihr Auto für günstiger. Ebenfalls 15 Prozent halten die Fahrausweise für zu teuer. Und fünf Prozent bemängeln die Unzuverlässigkeit von Taxibussen.

Die Hauptziele innerhalb Güterslohs sind Avenwedde, Blankenhagen, Kattenstroth und Spexard. Innerhalb des Kreises sind Rheda-Wiedenbrück, Harsewinkel und Verl die am häufigsten angesteuerten Ziele.

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