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Neues Buch beschäftigt sich mit der Geschichte und Gegenwart des Kreises Gütersloh

Als der Preußenkönig Geld benötigte

Gütersloh (WB). Der Impuls kam aus der CDU-Kreisgeschäftsstelle. Vergeblich suchten die Christdemokraten ein Buch über den Kreis Gütersloh in seiner Gesamtheit, das den Bogen spannt von Werther bis Schloß Holte-Stukenbrock.

Michael Delker

Vor dem Gütersloher Theater haben Fotograf Michael Mörke (von links), Verlegerin Martina Bergmann, Fotografin Margot Lohmeyer und Landrat Sven-Georg Adenauer das Buch »Vom Bauernhaus in die Moderne – Der Kreis Gütersloh in Geschichte und Gegenwart« vorgestellt. Foto: Michael Delker

Martina Bergmann, Buchhändlerin und Verlegerin aus Borgholzhausen, hat die Marktlücke geschlossen. Zusammen mit Landrat Sven-Georg Adenauer und dem Haller Fotografen Michael Mörke stellte sie am Montag den Band »Vom Bauernhaus in die Moderne – Der Kreis Gütersloh in Geschichte und Gegenwart« vor. Weitere Aufnahmen steuerte Margot Lohmeyer, Mitarbeiterin der CDU-Kreisgeschäftsstelle, bei.

»Es ist ein Portrait der Region und der Menschen in der Region«, sagt Martina Bergmann. Auf 128 Seiten präsentiert sie mit ihrem Team Farbaufnahmen aus allen Städten in Gemeinden des Kreises und stellt historische Begebenheiten dar. Warum zum Beispiel erhielten Halle, Versmold, Werther und Borgholzhausen bereits 1719 die Stadtrechte und Verl erst im Jahr 2010? »Das hat viel mit der preußischen Fiskalpolitik zu tun«, berichtet die Verlegerin.

Der Preußenkönig brauchte nämlich Geld für seine Hofhaltung und die Soldaten. Städte waren zu Abgaben verpflichtet, und deshalb wurden in den Westprovinzen ganze Reihen von Marktflecken zu Städten ernannt. Verl gehörte zur Grafschaft Rietberg und wurde erst nach dem Wiener Kongress 1815 Preußen zugeschlagen. Die Stadtrechte erhielt der Ort, weil er 2010 dauerhaft mehr als 25.000 Einwohner nachweisen konnte.

Landrat Adenauer: »So ein Buch fehlte bislang«

Für Martina Bergmann ist die Geschichte wichtig. »Aus ihr lässt sich vieles Gegenwärtige erklären«, heißt es in dem Buch. Traditionen, Mentalitäten und historische Umbruchsituationen werden beschrieben. Die Menschen kommen dabei nicht zu kurz. »Ohne deren Wissen, Fleiß und Zuversicht und ohne ihren Mutterwitz, wäre die Landschaft leer und öde«, so die Autoren.

Landrat Sven-Georg Adenauer freut sich, das es jetzt ein Buch gibt, das den Kreis Gütersloh in seiner Gesamtheit in den Blick nimmt. »So etwas fehlte bislang. Es ist ein Buch, das man sich zum Schmökern gut auf den Nachttisch legen kann«, sagt der gebürtige Rheinländer, der vor rund 20 Jahren im Kreis Gütersloh eine zweite Heimat gefunden. Es sei ein Kompendium, das den Kreis nicht verkläre und möglicherweise helfe, Grenzen zu überwinden.

Nach der kommunalen Neugliederung 1972 herrscht an vielen Stellen noch ein Denken vor, das den Kreis Gütersloh in einen Nord- und einen Südkreis unterteilt. »Der Kreis Gütersloh ist ein künstliches Gebilde. Deshalb arbeiten wir auf vielen Ebenen am Wir-Gefühl«, so Adenauer.

Das Buch »Vom Bauernhaus in die Moderne. Der Kreis Gütersloh in Geschichte und Gegenwart« ist im Bergmann-Verlag erschienen, hat 128 Seiten und kostet 24,90 Euro. Er ist erhältlich unter der ISBN-Nummer 978 3 945283 26 4.

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