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Verbraucherzentrale blickt auf 2017 – Betrugsfälle nehmen zu

Alte und Flüchtlinge als Opfer

Gütersloh (WB). Ältere Menschen und Flüchtlinge sind 2017 in Gütersloh oftmals Opfer von Betrügereien rund um TV-, Kreditkarten- und Handyverträge geworden. Das gaben jetzt Jutta Hülsmann und Julian Lambracht bekannt, als sie die jüngste Jahresbilanz der Verbraucherzentrale vorstellten.

Carsten Borgmeier

Julian Lambracht (26), Jutta Hülsmann (58) und Annika Borek (33, von links) haben jetzt das Jahr 2017 aus Sicht der Gütersloher Verbraucherzentrale bilanziert. Foto: Carsten Borgmeier

Seit August 2017 ist der 26 Jahre alte Koch und Ernährungswissenschaftler aus Bielefeld an der Seite von Leiterin Jutta Hülsmann (58) als Verbraucherberater an der Blessenstätte tätig.

Bislang verfügt Lambracht über eine halbe, vom Kreis Gütersloh finanzierte Stelle. Gegen Ende 2018 soll sie auf eine ganze erweitert werden, die dann zur anderen Hälfte von der Landesregierung bezahlt wird. Auch Annika Borek ist neu in der Verbraucherzentrale. Die zweifache Mutter aus Gütersloh hat das Sekretariat von Regina Wichelmann übernommen, die im Herbst in den Ruhestand wechselte.

Mit fast 4800 persönlichen und telefonischen Anfragen sowie etwa 3000 Kontaktaufnahmen via Internet sei das Interesse an der Verbraucherzentrale gegenüber 2016 nahezu konstant gewesen. Thematisch ging es nach Auskunft Hülsmanns hauptsächlich um Probleme rund um das Handy, um Abo-Fallen im Internet, um Fernsehverträge, hohe Rechnungen von Schlüssendiensten und Inkasso-Unternehmen.

Zu den spektakulären Fällen 2017 gehörten nach Angaben Lambrachts Betrügereien von Beschäftigten eines großen Kabelnetzbetreibers. Vor dem Hintergrund, dass zum 30. Juni das analoge TV-Programm auf digital umgestellt wurde, seien Mitarbeiter bei überwiegend älteren Einwohnern in Gütersloh vorstellig geworden, um ihnen »Komplett-Verträge«, also für Telefon, TV und Internet, unterzuschieben. Wie Lambracht und Hülsmann weiter ausführten, sollen dabei auch Unterschriften der Kunden gefälscht worden sein. Bis zu zehn dieser Fälle seien zur Strafanzeige gebracht worden.

In der Stadt lebende Flüchtlinge, die offenbar nur schlecht deutsch sprechen und lesen, seien im Internet in die Falle von angeblich Schufa-freien Kreditkarten getappt, berichtete Jutta Hülsmann weiter. So sei bei postalischer Annahme der Karte plötzlich eine Gebühr von 100 Euro zu zahlen gewesen. Wer ablehnte, habe wenig später ein Schreiben eines Inkassobüros erhalten und sollte 300 Euro berappen.

Fälle, bei denen Kunden Mobilfunkverträge untergeschoben bekommen hätten, habe es auch vermehrt in einschlägigen Läden der Gütersloher Innenstadt gegeben, so Jutta Hülsmann. Auch da sei Strafanzeige erstattet worden.

Weitere Informationen unter Tel. 05241/7426601.

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