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Gütersloh: »Anlieferverkehre verstoßen gegen gesetzliche Ruhezeiten«

Anwohner kritisieren Lidl-Erweiterung

Gütersloh (WB). Der Anlieferverkehr des Lidl-Marktes an der Neuenkirchener Straße verstößt gegen gesetzliche Ruhezeiten. Das stellen Anwohner in einem Brief an den Planungsausschuss fest und bitten deshalb, die von Lidl erwünschte Erweiterung abzulehnen.

Stephan Rechlin

Der 15 Jahre alte Lidl-Markt an der Neuenkirchener Straße soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Foto: Stephan Rechlin

Dem Brief zufolge sind städtische Mitarbeiter in der Vergangenheit über die Ruhezeiten-Verstöße in der Nacht und an Sonn- und Feiertagen informiert worden. Die Anwohner hätten diese Verstöße auch dokumentiert. Einige Nachbarn überlegten bereits, ihr Haus oder ihre Wohnung wegen der Nachbarschaft zum Lidl aufzugeben.

Kein Rangierverkehr möglich

Im Planungsausschuss vermochte jedoch kein einziger Vertreter der Stadt mitzuteilen, ob an den Beschwerden der Anwohner etwas dran ist. Planungsamtschef Dr. Michael Zirbel bestätigte, dass es gesetzliche Ruhezeiten zwischen 22 und 6 Uhr an Werktagen, an Sonn- und Feiertagen gebe, die strikt einzuhalten seien: »Das haben wir über städtebauliche Verträge auch ganz gut im Griff.« Sollte es Verstöße geben, könnten Anlieger dagegen vorgehen. Den von Lidl beantragten Abriss und Neubau wollte wegen der Beschwerden jedoch kein Ausschussmitglied verhindern. Alle waren sich jedoch darüber einig, dass die Interessen der Anlieger zu wahren seien. Detlev Kahmen (CDU): »Es kann nicht sein, dass dort um zwei Uhr morgens noch Waren angeliefert und über die Rampe hereingeholt werden.« Er könne sich auf dem eng bemessenen Parkplatz auch keine Rangiermanöver größerer Lkws vorstellen: »Daran muss bei der Aufstellung des neuen Bebauungsplanes gedacht werden.«

Die Kritik Almuth Wessels (Linke) an der »Pappdeckel-Architektur« der Lidl-Märkte wies Norbert Bohlmann (UWG) zurück: »Die Gestaltung der Gütersloher Märkte liegt weit über dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt.« Er mahnte an, auf den Umfang des Randsortimentes zu achten. Birgit Niemann-Hollatz (Grüne) fragte nach Abstellplätzen für Fahrräder.

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