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Wieder Wirbel um Pflastermalerei – Stadt Bielefeld: »Unerlaubte Sondernutzung«

Arvato muss Werbung entfernen

Bielefeld (WB). Die Personalabteilung der Bertelsmann-Tochter Arvato dachte wohl, es sei eine gute Idee, auf dem Straßenpflaster IT-Experten zu rekrutieren – etwa am Bielefelder Siegfriedplatz oder in der Bahnhofstraße. Schließlich haben junge, technikaffine Menschen oft den Blick nach unten und auf ihr Smartphone gerichtet. Allerdings: Pflastermalerei jedweder Art ist in Bielefeld nicht gestattet. Weswegen auch Arvato mit einem Bußgeldverfahren rechnen muss.

Sabine Schulze

Ein Hingucker soll die Werbung auf dem Straßenpflaster in Bielefeld sein. Foto: Andreas Schnadwinkel

Schon im vergangenen Jahr hatte ein Internet-Modehändler eine Werbekampagne auf die Gehwege und Pflaster der Innenstadt gesprüht und seine Botschaften unter anderem vor dem Theater am Alten Markt und neben der Altstädter Nicolaikirche an den Mann und die Frau bringen wollen. Das sei, erklärte Bernd Hellermann, Abteilungsleiter im zuständigen Verkehrsamt, eine unerlaubte Sondernutzung.

»Wir erlauben so etwas nicht und unterbinden es gleich«

Das gilt auch in diesem Fall: »Wir erlauben so etwas nicht und unterbinden es gleich«, sagt Hellermann. In der Regel wird der Verursacher aufgefordert, die Malereien oder Schriftzüge wieder zu entfernen. Zudem wird ein Bußgeldverfahren eingeleitet. »Man mag im Einzelfall sagen, dass das Ganze so schlimm nicht sei. Aber für uns gilt das Motto: Wehret den Anfängen.« Selbst eine Liebesbotschaft, vor einigen Jahren auf der Schloßhofstraße aufgebracht, musste wieder verschwinden. »Der junge Mann hatte sich in der Farbe vergriffen und musste kräftig schrubben.«

Auf privater Fläche, betont Hellermann, könne jeder malen und sprühen, im öffentlichen Raum eben nicht. »Das zu entfernen ist manchmal teuer und aufwändig. Und wenn dann noch das Material darunter leidet...« Arvato-Sprecher Dario Artico war selbst überrascht von der Aktion der »Human Ressources«-Abteilung. »Wir haben uns bestimmt nichts Böses dabei gedacht«, versichert er. Und er wartet jetzt auf Post von der Stadt.

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