1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Guetersloh
  6. >
  7. Bahnlinie erscheint zum Greifen nah

  8. >

TWE-Reaktivierung ist laut Gutachten wirtschaftlich – Sorge um Lärm

Bahnlinie erscheint zum Greifen nah

Harsewinkel (WB). Die Reaktivierung der TWE-Strecke für den Personenverkehr zwischen Harsewinkel und Verl ist zum Greifen nah. Aufgrund der vorliegenden Daten sei die Reaktivierung durchaus realistisch, sagte Stefan Honerkamp, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Ostwestfalen Lippe, am Mittwochabend im Hauptausschuss.

Stefanie Winkelkötter

Ein Zug der Teutoburger-Wald-Eisenbahn hält im Jahr 1977 am Harsewinkeler Bahnhof. Wenig später wurde der Personenverkehr eingestellt. Foto: Josef Högemann

Ein Fachbüro hatte ein Gutachten erstellt und das Projekt bewertet. Demnach stellt sich das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Vergleich zu ähnlichen Projekten sehr positiv und damit wirtschaftlich dar. Dieses Gutachten liegt derzeit zur Prüfung beim Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Wenn diese Behörde das Gutachten abnickt, wird der Regionalrat der Bezirksregierung Detmold darüber entscheiden, ob die TWE-Reaktivierung rasch zur Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan des Landes angemeldet werden soll. »Und dann können Fördermittel fließen«, machte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck- Dop­heide deutlich. Die Zusammenkunft des Regionalrates ist auf Montag, 18. März, datiert.

16 Minuten nach Gütersloh

In einer Sitzung am 4. Februar ist Vertretern der drei betroffenen Kommunen – Harsewinkel, Gütersloh und Verl – das Gutachten vorgestellt worden. Demnach belaufen sich die Investitionskosten auf 34,5 Millionen Euro. Darin enthalten sind die Maßnahmen zur Herrichtung der Streckenin­frastruktur wie Gleisbau, Leit- und Sicherungstechnik, Bahnstationen und technische Fahrgastinformationen. Die Streckenlänge zwischen Harsewinkel und Verl beträgt 27,5 Kilometer. Man rechnet damit, dass von 2023/2024 an täglich etwa 3100 Fahrgäste den Zug nutzen würden, die Fahrtzeit zwischen Harsewinkel und Gütersloh würde 16 Minuten betragen. Pendeln sollen die Züge etwa zwischen 6 und 22 Uhr zwischen Verl und Harsewinkel im 60-Minuten-Takt.

21 Bahnübergänge sollen geschlossen werden

Insgesamt sollen acht Bahnstationen neu eingerichtet werden, davon eine in Harsewinkel und eine in Marienfeld. Von den derzeit 78 existierenden Bahnübergängen sollen 21 geschlossen werden. Dabei handele es sich im Wesentlichen um Privatwege und Feldzufahrten. Man werde noch auf die betroffenen Eigentümer zugehen und nach einer Lösung suchen, versicherte Henrik Wilkening, Geschäftsführer der TWE GmbH, am Mittwochabend im Fachausschuss vor einigen interessierten Zuhörern. Dies sei bislang nicht geschehen, weil noch nicht klar ist, ob die Fördermittel tatsächlich fließen. Sollten diese aber bewilligt werden, würden im zweiten Halbjahr 2019 Gespräche geführt. Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide wies darauf hin, dass aber kein Anlieger betroffen sei, dessen Anwesen ausschließlich über den zu schließenden Bahnübergang erreicht werden könne.

Ruhiger als Güterverkehr

Alle anderen Bahnübergänge sollen mit Blinklichtern und Halbschranken ausgestattet werden, so dass die Züge nicht mehr durch Hupen oder Pfeifen auf sich aufmerksam machen müssen. Dies würde sich deutlich positiv auf den zu erwartenden Lärm auswirken, sagte Wilkening. Dazu würden auf der gesamten Strecke auch die Gleise noch einmal überarbeitet, so dass der Verkehr deutlich ruhiger würde, als es derzeit beim Gütersverkehr der Fall sei. Zum Einsatz kommen sollen nach Möglichkeit kleine, moderne Züge ohne Dieselantrieb. Aber natürlich, gab Wilkening zu, mache jeder Zug auch Geräusche.

Bürgerinfo ist in Planung

Sobald das Verkehrsministerium des Landes NRW sein Okay zur Reaktivierung gegeben hat, soll eine Bürgerinformationsveranstaltung abgehalten werden. Dies hat die CDU beantragt. Den Christdemokraten ist es außerdem wichtig, dass die Buslinie 71, die Harsewinkel mit Greffen und Marienfeld verbindet, erhalten bleibt und die Taktung nicht etwa reduziert wird. Dazu erklärte die Bürgermeisterin aber bereits, dass der Busverkehr nach bisherigem Kenntnisstand erhalten bleiben soll. Nur der Schnellbus zwischen Harsewinkel und Gütersloh würde durch den Zug ersetzt. Der Schnellbus nach Greffen soll sogar in einem kürzeren Takt fahren und an die TWE angebunden werden.

Startseite
ANZEIGE