1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Guetersloh
  6. >
  7. Bäume pflanzen statt böllern

  8. >

„Parents for Future“-Bewegung spendet für besseres Klima

Bäume pflanzen statt böllern

Gütersloh (WB). Nach den Weihnachtstagen mit Völlerei und stressigen Verwandtenbesuchen ist meistens Erholung auf der Couch angesagt.  Das gilt aber nicht für die seit knapp einem Jahr bestehende Gütersloher „Parents for Future“-Bewegung, deutschlandweit eine von fast 300 Ortsgruppen.

Uwe Caspar

Bäume statt Böller. Dafür setzen sich Anke Kupka (von links), Ingold Klee, Katrin Scholz, Sönke Broihan, Anette Klee (Parents for Future), Merle Broihan und Gabriele Lindahl ein. Katrin Scholz freut sich über eine Spende für die Initiative „Pflanz’ dir einen!“ Foto: Uwe Caspar

Doch bevor einige Mitglieder mit ihrer Sprecherin Anette Klee (50) vergangenen Freitag zum gemeinsamen Müllsammeln aufbrechen, treffen sie sich am Kiebitzhof, um dort eine Spende zu überreichen.

Dankbar und freudestrahlend nimmt Katrin Scholz (49) dann die 520 Euro entgegen. „Mit dem Geld können wir fünf bis zehn Bäume pflanzen – das richtet sich nach der jeweiligen Größe“, erklärt die Repräsentantin der Rheda-Wiedenbrücker Initiative „Pflanz’ Dir einen!“ Anette Klee, und ihre Begleiter haben zur Spendenübergabe ein großes Schild mitgebracht. Die Botschaft darauf lautet passend zum Jahreswechsel: „Bäume statt Böller.“ Scholz und Klee sind sich da einig: Das Abbrennen von Raketen erzeuge viel Lärm, Feinstaub und Müll.

„Das Problem ist die fehlende Fläche für unsere Aktion“

Der Aufruf zur Baum-Aktion startete am 3. Oktober 2019 bundesweit – mit dem erklärten, hoch gesteckten Ziel, in den nächsten Jahren 82 Millionen Bäume zu pflanzen. Allein in ihrer Stadt möchten Katrin Scholz und ihre engagierten Mitstreiter im Laufe der Zeit die Zahl 50.000 erreichen. Das ist allerdings noch ein weiter Weg: Bisher wurden erst sieben Bäumchen angelegt.

„Das Problem ist die fehlende Fläche für unsere Aktion. Leider wollen die Leute einen Baum nicht einmal geschenkt haben“, zeigt sich Scholz enttäuscht über das noch flaue Interesse, ihre Initiative zu unterstützen. Und das kann die 49-Jährige kaum nachvollziehen, Schließlich, so Katrin Scholz, würden Bäume keinen Dreck machen, den CO2-Gehalt reduzieren, für ein besseres Klima sorgen und Schatten spenden.

So sieht’s auch Anette Klee. „Wir teilen die Ziele der Fridays for Future-Bewegung, wir sind nur älter als die Schüler-Generation“, stehen sie und ihre kleine Gruppe voll hinter den Zielen der Jugendlichen. Klee und auch Scholz sehen sich aber nicht als radikale Weltverbesserer. Ihr Credo: „Wir wollen keine Verbote durchsetzen, sondern Alternativen anbieten.“ Privat geht Anette Klee da mit gutem Beispiel voran: Nur wenn es dringend erforderlich ist, benutzt sie das Auto: „Ich fahre sehr wenig.“

In puncto Umwelt, kritisieren beide Frauen, sei der falsche Weg eingeschlagen worden. Eine Korrektur sei eine Notwendigkeit und deshalb längst überfällig. „Einiges wurde in der Vergangenheit falsch gemacht. Doch für eine Wende ist es noch nicht zu spät – und jeder Bürger kann dazu beitragen“, lautet der Dringlichkeitsappell von Katrin Scholz und Anette Klee. Also: Bäume statt Böller!

Startseite